Seenotrettung: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Schleuserei

Foto: Marina Militare, über dts Nachrichtenagentur
Weiterhin freie Fahrt auf dem Mittelmeer (Foto: Marina Militare, über dts Nachrichtenagentur)

Die Seenotretter „Mission Lifeline“ aus Dresden wollen Flüchtlinge im Mittelmeer retten. In Sachsen sind sie jedoch eines „Versuchs des Einschleusens von Ausländern“ verdächtig. Entsprechende Ermittlungen der Staatsanwalt Dresden seien inzwischen angelaufen, wie der Tagesspiegel berichtet.

Im August sollte es vor der libyschen Küste losgehen für die gemeinnützigen „Mission Lifeline“- Retter aus Dresden. Die Rettung aus der Seenot hätte beginnen können. 190.000 Euro waren am Montag zusammen. Das sind rund 80 Prozent der angepeilten Spendensumme von knapp 240.000 Euro. Die sollte für den Kauf eines Rettungsschiffes verwendet werden.

Mitten in die Vorbereitungsphase hinein platzt nun die Staatsanwaltschaft mit ihrem Ermittlungsverfahren.  Ein Sprecher der Bundespolizei im sächsischen Pirna bestätigte, dass ein entsprechender Ermittlungsauftrag der Staatsanwaltschaft Dresden ergangen sei. Die Staatsanwaltschaft Dresden ließ durch ihren Sprecher, Lorenz Haase, erklären, daß sie zu den Ermittlungen gezwungen ist, weil zwei Anzeigen gegen namentlich Beschuldigte vorlägen.

Die Rettungsaktionen verschiedenster Hilfsorganisationen im Mittelmeer sind in der Vergangenheit verstärkt kritisch kommentiert worden. Kritisch geäußert hatte sich vor wenigen Tagen der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er unterstellt, dass die Schlepper die Flüchtlinge absichtlich in seeuntauglichen Booten losschicken, „da sie mit Sicherheit davon ausgehen können“, die Flüchtlinge würden „bereits nach wenigen hundert Metern oder wenigen Kilometern“ von Seenotrettern aufgegriffen werden. Mayer im ZDF: „Das beutet de facto, dass ein Shuttle-Service zum italienischen Festland beziehungsweise den italienischen Inseln besteht. Diese Vorgehensweise ist aus meiner Sicht auf Dauer nicht praktikabel.“

Damit bestätige Mayer das, was die Identitären schon lange sagen, so Martin Sellner: Retten ist Schleppen. Besonders in den sozialen Netzwerken ist die Verwunderung darüber weit verbreitet, daß aus Seenot Gerettete nicht auf dem kürzesten Weg an Land zurückgebracht werden, was die nordafrikanische Küste wäre, sondern auf dem zehnfach  längeren Weg bis nach Italien. Die Identitären begrüßen deshalb das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Dresden gegen „Mission Lifeline“. Darüber hinaus wollen die Identitären mit einem eigenen Schiff Seenotretter im Mittelmeer behindern.

Gegen andere „Seenotretter“ außer „Mission Lifeline“ ermittelt zur Zeit niemand.

Seenotrettung scheint ein lukratives Geschäft zu sein. Einzelne Organisationen werden mit bis zu über einer Million Euro aus steuergefüllten Töpfen gefördert. Insofern wirft alleine schon die Tatsache, daß die Staatsanwalt gegen einen dieser Rettungsvereine ermittelt, ein sehr zweifelhaftes Licht auf die Unterstützer aus der Politik. (ME)

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...