Gehört die AfD eigentlich der AfD?

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In der AfD wird hart gekämpft (Foto: Collage)

Anmerkungen zur Poggenburg-Abmahnung

Von Wolfgang Hübner

Dass Dänemark den Dänen, Polen den Polen, China den Chinesen oder Japan den Japanern gehört, wird selbst hierzulande außer einem überschaubaren Häuflein Hardcore-Universalisten niemand in Zweifel ziehen, der noch halbwegs bei Verstand ist. Ganz anders ist aber die Reaktion zwischen Flensburg und Konstanz, wenn mal wieder jemand zu sagen wagt, dass Deutschland den Deutschen gehört. Denn dann soll er sich als Nationalist, Rechtspopulist, ja als rassistischer Neonazi entlarvt haben.
Nach veröffentlichter Ansicht und im Interesse eines weiterhin florierenden Außenhandels sagt, schreibt und mailt man eine solche schlichte Erkenntnis wie „Deutschland den Deutschen“ nur bei Strafe der politischen, gesellschaftlichen und sozialen Ausgrenzung. Es soll übrigens im Berliner Wahrheitsministerium schon mächtig daran gearbeitet werden, auch nur den frechen Gedanken daran, dieses Land könne den Deutschen gehören, unter amtliches Denkverbot zu stellen und jeden Verstoß mit einer mindestens vierjährigen Denksperre für den Täter zu ahnden.
Seien wir ehrlich: Da ist die Vorstandsabmahnung für den sachsen-anhaltinischen AfD-Politiker André Poggenburg doch eine sehr milde Maßnahme zur politischen Disziplinierung und Wiederherstellung eines gesunden Internationalismus. Allerdings lässt diese Abmahnung erkennen, dass offenbar auch in der obersten Heeresleitung der AfD eine Mehrheit entweder meint, Deutschland dürfe nicht nur den Deutschen, sondern auch Herrn Erdogan und nordafrikanischen Antänzern gehören, oder aber so etwas zu sagen, schade der Partei in der veröffentlichten Öffentlichkeit.
Im ersten Falle könnte man daraus auf eine nachträgliche Billigung der Moslem-Invasion und Angela Merkels grenzenloser Herzensgüte schließen. Das wäre sicher etwas verwirrend. Im anderen Fall geriete die AfD jedoch in Verdacht, klammheimlich auch Deutschland vorrangig den Deutschen zu gönnen, aber so Skandalöses um Himmelswillen nicht zu sagen, zu schreiben oder gar zu mailen. Das wäre wohl etwas arg feige.
In beiden Fällen ist das gewiss extrem schädlich für den hohen Anspruch, nicht irgendeine, sondern d i e Alternative für Deutschland zu sein. Nun soll hier nicht allzu leichtfertig unterstellt werden, dass der Bundesvorstand wissend und sehenden Auges diesen Anspruch ruinieren will. Denn das wäre ja in der Tat ein sehr verwerfliches parteischädigendes Verhalten kurz vor einer für die AfD schicksalhaften Wahl.
Der Verfasser dieses Textes kann und will nicht glauben, dass im Vorstand solch offensichtliche Sabotage betrieben wird. Dann aber stellt sich ihm die unheilvolle Frage: Wenn Deutschland nicht den Deutschen gehören soll, gehört dann auch die AfD vielleicht gar nicht ihr selbst, sondern denen, die gar keine Alternative für Deutschland wollen? Jetzt denke ich aber besser nicht noch weiter nach…

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