Erdogan stammt vom Affen ab, will aber lieber ein Schwein sein?

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Erdogan uns seine "Brüder" (Foto: Collage)

„Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“, der alte Hit der Prinzen lebt! „Du mußt gemein sein“, die Prinzen besangen den Weg zum Erfolg den Recep Tayyip Erdoğan seit Jahren erfolgreich beschreitet. Der Unterwanderer der kemalistischen Türkei wurde vom Westen und vor allem von führenden EU-Politikern über Jahre bei seinem Marsch durch die Institutionen kräftig unterstützt. Milliarden flossen von der Europäischen Union in die Türkei zwecks Flankierung der „Demokratisierung“ und Angleichung an rechtsstaatliche und menschenrechtliche Normen. Alles im Sinne der umständlichen Verhandlungen zwecks Aufnahme der Türkei als potentiellem Vollmitglied der EU. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Abschaffung der Demokratie und Errichtung eines Scharia-Staates mit einem absolutistischen Despoten an der Spitze, staatlich gelenkter Abbruch der säkularen Gesellschaft zugunsten einer alles dominierenden Theokratie und ihrer strengen und teils barbarischen Glaubensvorschriften, die Zivilgesellschaft auf der Flucht oder im Knast, eine freie Presse verboten – und jetzt ersetzt der primitive Glaube auch noch die Wissenschaft. Scharia statt Evolutionstheorie! Allahu akbar!

Von Jürgen Stark

„Das türkische Bildungsministerium hat die Abschaffung der Evolutionstheorie aus dem Schulunterricht beschlossen. Das Thema ‚Evolution‘ soll erst an Universitäten besprochen werden. Die Streichung aus den Schulbüchern soll schon in wenigen Tagen nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan erfolgen Das teilte der Lehrplanbeauftragte des türkischen Bildungsministeriums, Alpaslan Durmus, am Freitag mit. „Wir glauben, dass dieses Unterrichtsfach das Verständnis der Schüler übersteigt“, erklärte Durmus bereits am Donnerstag in einem Video, das auf der Website des Bildungsministeriums publiziert wurde. Die Evolutionstheorie sei kompliziert, kontrovers und letztendlich umstritten. Außerdem soll die Unterrichtszeit über die Prinzipien des Säkularismus und des Laizismus – der Trennung von Kirche und Staat – deutlich verkürzt werden. Weiterhin soll vom „Eurozentrismus“ Abstand genommen werden, die Erkenntnisse türkischer Wissenschaftler sollen in den Mittelpunkt rücken. Gegen Evolution wird seit Anfang des Jahres gewettert. Die Debatte um die Evolutionslehre war Anfang des Jahres entbrannt, als der türkische Vizepräsident Numan Kurtulmuş die Evolution als eine ‚archaische Theorie‘ bezeichnet hatte. Damals ist auch der erste Entwurf für einen neuen Lehrplan entstanden.“ Focus online, 23.06.2017

Man hätte es wissen müssen und mindestens ahnen können, was einer wirklich vorhat, der wegen islamistischer Umtriebe sogar bereits im Knast saß. Im Oktober 1998 musste Erdogan wegen „Aufstachelung zu Hass und Feindschaft“ wegen einer entlarvenden Rede ins Gefängnis. Er hatte aus dem Werk eines militanten Predigers zitiert. Dieser Ziya Gökalps darf als Stratege der Korankrieger durchaus mit Lenin, Stalin oder Mao, im Prinzip auch mit Adolf Hitler, verglichen werden. Diese geistigen Vorbilder und Stichwortlieferanten jener Kreise, die das Weltkalifat unter ihrer absoluten Herrschaft anstreben, haben zu Demokratie, Menschenrechten, ziviler Meinungs- und Pressefreiheit sowie dem Erbe des Humanismus, so er denn in ihrem Weltbild überhaupt eine Rolle spielt, lediglich ein TAKTISCHES VERHÄLTNIS. Dabei gilt gerade in Deutschland: Je dreister und offener sich diese Kreise gebärden, je deutlicher etwa die Erdogan-Anhänger unter Deutschlands Türken Integration und demokratische Rechtsstaatlichkeit AUCH BEI UNS ablehnen, desto größer die Fürsprache und Toleranzverklärung durch ranghohe Politiker von Merkels GroKo und so genannter „Integrationsminister“. Jedenfalls hätte Angela Merkel, wäre sie wirklich eine große charakterfeste Politikerin, bei ihren zahlreichen Treffen mit dem neuen Sultan vom Bosporus, diesen mal auf jene Sätze ansprechen können, die Erdogan vorübergehend in den Knast des einst noch kemalistisch-laizistischen Landes gebracht hatten: „Die Minarette sind unsere Bajonette, die Kuppeln sind unsere Kasernen, die Gläubigen sind unsere Soldaten.“ So spricht jemand, der einen Staat erobern und total beherrschen will. So sprechen Faschisten, wenn sie auf Beutezug sind.

„Im Februar hatte der türkische Bildungsminister Ismet Yilmaz mit der Andeutung, der Darwinismus werde eventuell aus den Lehrplänen gestrichen, für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. ‚Es gibt vielleicht Hunderte, Tausende Theorien. Wir können nicht alle behandeln‘, sagte Yilmaz damals in einem Fernsehinterview. Regierungsgegner werfen der amtierenden Regierung von Recep Tayyip Erdoğan vor, die Türkei in einen Gottesstaat verwandeln zu wollen. Der Abgeordnete der Oppositionspartei CHP für Istanbul, Baris Yarkadas, kritisierte: ‚Eine erwiesene Theorie aus den Lehrplänen zu entfernen heißt, Wissen und Wissenschaft zu missachten. Die AKP-Regierung ersetzt sie mit einem Programm, das Scharia-Prinzipien enthält.‘ Der türkische Präsident bestreitet diese Vorwürfe.“ Focus, ebenda

Wer jetzt noch debattiert, ob Erdogan „die Türkei in einen Gottesstaat verwandeln wolle“, der muß den IQ einer Zwiebel haben – Stück für Stück arbeitet Erdogan mit der AKP und sämtlichen Korankriegern seit Jahren (!) an der Errichtung eines strengen Staates, der sich lupenrein an anderen staatsfaschistischen Gefängnisanlagen wie Iran oder Saudi-Arabien orientiert. Weil Erdogan sich nicht wirklich für Mathe, Fremdsprachen oder Physik interessierte, ging er bereits nach der Grundschule in eine „Imam-Hatip-Schule“, ein religiös orientiertes Fachgymnasium, welches den Schülern sinnfreie Verklärung statt wissenschaftlicher Aufklärung bot. Dort erhielt Klein-Erdogan den Spitznamen „Koran-Nachtigall“, galt er doch als mindestens so fanatisch und glaubensorientiert wie einst Kanzlerin Merkel unter der Flagge des Sozialismus beim Studium von Marx und Engels an nicht minder geistlosen Hochschulen der DDR. Früh wird die Wolle gefärbt, hüben wie drüben. Der fanatische Glaubenskrieger Erdogan übernahm von den Linken die Zielsetzung des „langen Marsches durch die Institutionen“, was auch die bundesdeutschen 68er als subversives Programm einst erfolgreich auf den Weg gebracht hatten. Ob linke, rechte oder religiöse Faschismusbewegungen, sie alle eint der lange Atem, der weite Blick nach vorne zum strategischen Ziel, die Geduld bei der Arbeit auch mit kleinen Schritten – und die Schwäche des Gegners, der oft uneins ist, sich manchmal gar nicht angegriffen fühlt oder fühlen will, der sich freiwillig ausliefert, weil er nicht mehr kämpfen mag, sich in Dekadenz wälzt, also kaum noch Abwehrkräfte hat, weil er seine Werte längst aufgegeben hat und Freiheit für selbstverständlich hält.

Erdogan ist ein knallharter Strategie und setzt seinen Weg unbeirrt fort. Er kennt das Ziel und keinen Kompromiss. Schon als Oberbürgermeister von Istanbul ließ er den Alkoholausschank in städtischen Lokalen verbieten. Als er daraufhin auf die Frage eines Reporters zu seinem Verhältnis als Moslem zum Laizismus befragt wurde, sagte er klar und eindeutig, woran man bei ihm ist: Laizismus verbiete sich für einen gläubigen Muslim („Hem laik hem Müslüman olunmaz“) und außerdem sei er ein strikter Anhänger der Scharia. Die Einführung getrennter Badezonen für Frauen und Männer und getrennte Schulbusse für Jungen und Mädchen gehörten auch gleich zu Beginn zu den Schwerpunkten des jungen Politikers Erdogan. Das war 1994. Soll keiner sagen, er hätte nichts gewußt….

http://www.focus.de/politik/ausland/bildung-in-der-tuerkei-tuerkische-regierung-streicht-evolutionstheorie-aus-dem-schulunterricht_id_7278276.html

 

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