Kretschmanns Gesprächspartner: Haben die Kamera natürlich gesehen!

Haben "natürlich" bemerkt, dass sie gefilmt wurden: Winfried Kretschmann und Matthias Gastel (Bild: JouWatch, Ausschnitt aus Filmaufnahme)

Die Grünen verstricken sich zunehmend in Widersprüche. Hatte Winfried Kretschmanns Regierungssprecher laut Welt Online es „als völlig abwegig bezeichnet“, dass der Ministerpräsident die Aufnahmesituation klar erkannt habe, räumt nun sein Gesprächspartner, der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel, ein, natürlich haben wir die Kameras gesehen. Doch Gastel packt nun eine andere Räuberpistole aus, um sich und Kretschmann als ahnungslose Opfer darzustellen.

JouWatch hatte vor drei Tagen ein Video veröffentlicht, dass Cem Özdemir Lügen straft. Dieser hatte behauptet, den Grünen sei es gelungen alle hinter dem Parteiprogramm zu sammeln, was bei den Grünen „Rang und Name“ habe. Ausdrücklich nannte der Spitzenkandidat der Grünen auch Winfried Kretschmann. Doch Kretschmanns Äußerungen vor der Kamera von JouWatch belegen das Gegenteil.

Ein Lauschangriff, von dem alle Beteiligten wissen

Zunächst hatte der baden-württembergische Regierungssprecher Rudi Hoogvliet von „Lauschangriff“ gesprochen. Von Welt Online auf die Klarstellung von JouWatch angesprochen, dass Kretschmann und Gastel die ganz offene Aufnahmesituation erkannt haben, erklärte Hoogvliet laut dem Springer-Blatt: „Es ist völlig abwegig, das zu unterstellen.“

Allerdings haben die Beteiligten augenscheinlich erkannt, dass diese unrichtige Darstellung nicht aufrechterhalten werden kann. Die Stuttgarter Nachrichten geben Gastel mit der Aussage wieder: Natürlich hätten Kretschmann und er die Kameras wahrgenommen.

Wer möchte, kann jetzt überrascht sein oder zumindest so tun. Aber aus der Opferrolle wollen sich Gastel und Kretschmann dann doch nicht verabschieden. Die Stuttgarter halten noch mehr Äußerungen Gastels fest, der eindeutig zu viele James Bond Filme gesehen hat:

Dass jedoch Tonaufnahmen gemacht worden seien, sei nicht erkennbar gewesen. „Irgendwo muss eine entsprechende technische Einrichtung platziert gewesen sein“, argwöhnt der Bundestagsabgeordnete aus dem Filderwahlkreis.

Den größten Scoop hat Kretschmann gelandet

Ja, man nennt es Mikrofon und befand sich auf der Kamera, die auch nicht – wie Gastel weiter behauptet – in „ziemlichen Abstand“ aufgebaut worden war; übrigens auf einem Dreibeinstativ. Im Gegenteil. Bei dem Schalldruck, der in einer solchen Halle herrscht, wäre auch sonst nichts zu verstehen gewesen.

Klar ist aber auch: Die Verteidigungslinie Kretschmanns bzw. die seines Regierungssprechers ist eingebrochen. Hoogvliets Darstellung, es sei „abwegig“ Kretschmann Kenntnis hinsichtlich der Aufnahmesituation zu unterstellen, hat sich als unrichtig erwiesen. Diese war aber ohnehin nur für die ganz Naiven unter die Leute gebracht worden. Wer glaubt, der Medienprofi Kretschmann hätte nicht gewusst, was er da tut, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Tatsächlich haben hier zwei einen Scoop gelandet. Einmal JouWatch. Doch den viel größeren Scoop hat Kretschmann gelandet. Dieser hat nun – trotz des Parteitagsbeschlusses die Richtlinienhoheit über die Verkehrs- und Umweltpolitik der Grünen für sich erobert. (CJ)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...