Eskalation: „Flüchtlingsfamilie“ wehrt sich gegen Umsiedlung in kleinere Wohnung

Eskalation (Symbolbild: JouWatch)

Friedrichshafen – Eine syrische Immigrantenfamilie sollte in Friedrichshafen in eine kleinere Wohnung umgesiedelt worden. Der Vater wehrte sich und drohte mit Brandstiftung, sollte die Polizei versuchen, die Türe zu öffnen. Die Situation eskaliert – und das mitten im Ramadan!

Bereits seit Monaten sei das syrische Ehepaar mit zwei Kindern von der Stadtverwaltung Friedrichshafen aufgefordert worden, die 68-Quadratmeter große Wohnung zu räumen – diese werde für eine andere, größere Immigrantenfamilie benötigt – und in einen etwas kleinere, von der Stadt bezahlte Wohnung umzusiedeln.

„Wenn die Polizei hier hereinkommt, mache ich Feuer in der Wohnung“

Am Donnerstag nun versuchte die Polizei die Räumung durchzusetzen. Der Syrer verbarrikadierte sich und seine Familie daraufhin in der Wohnung und stellte gegenüber einem herbei gerufenen, befreundeten jungen Mann, der als Dolmetscher fungierte, klar: „Wenn die Polizei hier hereinkommt, mache ich Feuer in der Wohnung.“

Die Polizeibeamten reagieren sofort, riefen eine 25-köpfige Feuerwehrmannschaft mit Drehleiter und Tanklöschfahrzeug, sowie einen Rettungswagen inklusive Notarzt. Die Polizei koordiniert derweil die Evakuierung des Mehrfamilienhauses und riegelte das Treppenhaus ab.

Zwischenzeitlich versammelten sich neben Schaulustigen auch der Vorsitzende des irakischen Kulturvereins Friedrichshafen, Alay Moryasi, und schimpfte wütend und aufgebracht auf die Stadtverwaltung, indem er der Stadt Willkür vorwarf. Er machte geltend, dass die Familie sich selbst um Wohnraum gekümmert habe, eine Wohnung gefunden hätte in die sie aber erst im August einziehen könne. Das Vorgebrachte wird von Seiten der Stadt rundum als nicht zutreffende bezeichnet, da weder ein Mietnachweis von der Familie geführt wurde, noch diese sich während der letzten acht Monate irgendwie geäußert hätten.

Und das mitten im Ramadan – „Warum achtet die Stadt auf so etwas nicht?“

Während sich der Iraker über die angebliche Willkür der Stadt auslässt, eskalierte die Situation: Aus der Wohnung seien wütenden Schrei zu vernehmen gewesen. Schließlich sei die Ehefrau des syrischen Verbarrikadierers laut kreischend aus der Wohnung gerannt. Der Ehemann versuchte sodann zu seiner Frau zu gelangen, die Polizei hält den Schutzsuchenden fest. Komplettiert wurde das Chaos noch durch die nun ebenfalls schreienden Kinder, die die Wohnung verlassen, während der Vater nun versucht, laut schreien und sich wehrend, zu ihnen zu lange, jedoch von einem Beamten durch einen gekonnten kurzen Tritt in die Kniekehlen zu Boden befördert wird, wo ihm Handschellen angelegt wurden.

Der Vorsitzende des irakischen Kulturvereins, der sich nun mutmaßlich als Kommentator der eskalierten Situation berufen sieht: „Muss das sein?“ Es seien ja nur noch wenige Tage im Ramadan. Danach finde ein Fest statt. „Warum achtet die Stadt auf so etwas nicht?“, fragt sich der Iraker laut gegenüber der berichtenden Schwäbischen Zeitung. Die „Flüchtlingsfamilie“ habe, als Vertreter der Stadtverwaltung dieser die Schlüssel für die neue Wohnung übergeben wollen, diese abgelehnt und nicht angenommen.

Als schließende Anekdote zum Geschehenen: Der Familienvater muss für den Einsatz aufkommen. (BS)

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