Helmut Kohl – im Namen des Vaters, des Sohnes und der heiligen Witwe

Draußen vor der Tür: Walter Kohl, Sohn des Helmut Kohl (Foto: Wikipedia/ Von Lesekreis - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15114429
Draußen vor der Tür: Walter Kohl, Sohn des Helmut Kohl (Foto: Wikipedia/ Von Lesekreis - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15114429

Warum heiratet eine junge, hübsche, erfolgreiche Frau einen alten Mann? Weil sie ihn liebt? Weil er noch erfolgreicher ist? Manchmal berühmt? Manchmal sogar weltberühmt? Wie Willy Brandt? Oder Helmut Kohl? Meistens geht jedenfalls alles gut. Bis sie tot sind …

Von Peter Bartels

Als Willy Brandt, Deutschlands letzter Sozialdemokrat, starb, prügelte sich die SPD mit seiner jungen, hübschen und erfolgreichen Witwe Brigitte Seebacher. Es ging um Willys politisches Erbe. Wer sollte darüber verfügen – die gelernte Historikerin oder die Partei? Sein Sohn, der Schauspieler Matthias in der früher „Süddeutschen Zeitung“, heute Alpen Pravda: “Seebacher ist das Grauen“. Willys dritte Frau hatte ihre Vorgängerin, die beliebte Norwegerin und Mutter von Matthias, nicht zum Staatsakt  eingeladen, stöckelte lieber mit Helmut Kohl hinter dem Sarg her.

Als jetzt Helmut Kohl, der letzte Christdemokrat starb, ließ seine junge, hübsche, erfolgreiche (?) Witwe, Maike Richter, gelernte Volkswirtin, seinen ältesten Sohn, Walter, mit Enkelin und Enkel „draussen vor der Tür“ seines Vaterhauses in Oggersheim stehen. Zehn peinlichste Minuten lang. Dann kam ein betretener Polizist, wies ihn auf ein „gerichtliches Hausverbot“ hin und schickte ihn  weg.Die Witwe blieb drin, der Sohn draußen. Weder Sohn noch Enkel durften an der Bahre von Vater und Großvater Abschied nehmen.

Der Tod macht alle Menschen gleich, heißt es. Im Tod sind Hass und Hader vergessen, heißt es. Alles wahr. Aber der Tod hat ein Problem – er läßt die Lebenden zurück. Die Toten haben alles „vergessen“, die Überlebenden nichts. Sie machen keinen Frieden. Für sie geht der Krieg weiter. Und sie glauben allen Ernstes, der Tote habe es so gewollt… So war es beim legendären „Kanzler des Friedens“,Willy Brandt. So ist es beim legendären „Kanzler der Einheit“, Helmut Kohl.

Natürlich m u ß und darf ein Sohn das anders sehen. Er war ja da, weil der Vater die Mutter mal geliebt hatte. Er war schon da, bevor der Vater eines Tages eine andere liebte. Jahrelang und heimlich, wie Willy seine Brigitte. Der andere, Helmut Kohl, hatte seine Hannelore immerhin schon  vorher zu Grabe getragen. Nachdem sie sich umgebracht hatte. Die einen sagen, das grelle Licht sei schuld gewesen, die anderen, der Ehemann, weil er sich mehr um Deutschland gekümmert habe, als um Frau und Familie. Wahrscheinlich resultierte am Ende ihr Gebrechen aus seinem langen, politischen Weg. Jede Frau, die den Mann von Anbeginn begleitet, hofft, dass er eines Tages wieder nach Hause kommt. Zu ihr.  Kohl kam nicht nach Oggersheim zurück. Er ging nach Berlin. Dort wartete ja längst Maike.

Und natürlich halten Söhne zur Mutter. Immer. Das ist so bei Menschen. Und natürlich betrügen Väter, wenn sie fremd gehen, immer auch die Söhne.Jedenfalls in diesen beiden Fällen. Und natürlich reagieren die dann oft mit grummelnder bis großer Eifersucht. Schließlich betrügt der Vater die schönste und beste Frau der Welt – ihre Mutter. Ob sie noch lebt, grau, aber immer noch schön. Oder ob sie „gerade“ gestorben ist; für Söhne stirbt die Mutter nie. Schon gar nicht, wenn die junge Geliebte des Vaters plötzlich den Schmuck und die Kleider der geliebten Mutter trägt … Wenn sie die viel zu langen Hosenbeine des Hosenanzugs nicht mal kürzen läßt, nur nach innen gekrempelt hat. Und natürlich ärgert sich einer wie Kohl, wenn der Sohn im Fernsehen seufzt, wie sie als Kinder und die Mutter unter dem RAF-Terror, der Politkarriere des Vaters gelitten haben. Und wenn dieser Sohn dann auch noch Vaters Umgang mit der Spendenaffäre kritisiert, ist der Ofen aus: Mein Sohn ist für mich gestorben!

Bei einem Rambo wie Helmut Kohl, der sogar auf Eierwerfer in Dresden los drosch, geht das dann eben manchmal bis zum Gerichtsbeschluss: Nie mehr darf der mein Haus betreten!! Woher soll die junge Witwe wissen, dass auch für einen wie Kohl, „nie mehr“ nur die Ewigkeit des Lebenden ist? Dass Blut eben doch dicker als Wasser ist? Dass ein Sohn an der Bahre des Vaters Abschied nehmen will? Muß? Wo soll er sich sonst versöhnen? Um Verzeihung bitten? Frieden mit dem Vater machen? An der Schwelle zur Ewigkeit, für alle Ewigkeit? Wo sonst sollen die Enkel „Tschüß, Opa“ sage?

Woher also sollte Willy Brandts junge Witwe Brigitte wissen, dass Rut, die Frau vor ihr, die Mutter seiner Söhne, ein Recht gehabt hat, seinen letzten Weg zu begleiten? Nicht nur, weil sie ihren Willy, den Sozis und Deutschland geopfert hatte, den viele einst (und heute!) so dringend brauchten ? Weil Rut eben „trotzdem“ immer da war mit ihrer Puppenstube der heilen Welt? Es spielt keine Rolle, ob Rut Brandt zum Staatsbegräbnis gekommen wäre oder nicht. Es war die Geste, zu der die zurecht eifersüchtige junge Witwe Brigitte selbst im Anblick der Ewigkeit, nicht fähig war. Denn natürlich war auch bei Willy Brand die Entscheidung, die Mutter seiner Söhne nicht beim Staatsakt dabei haben zu wollen,  die „Ewigkeit“ des Lebenden.

Wie jetzt bei Maike Richter. Helmut Kohl hatte zwar angeblich „verfügt“: Die Söhne nicht, der SPD-Bundespräsident Steinmeier nicht, Merkel nicht! … Steinmeier? Geschenkt. Jeder ahnt, was der Mann der viel spricht, aber nie was sagt, salbadern würde (und wird). Und Merkel? Verständlich. Schließlich hat sie nicht nur Kohls CDU abgeschafft, sondern mit den Migrantenmillionen Kohl’s Deutschland gleich mit: Die Fingernägel kauende Watschelente aus der DDR hatte dem Schwarzen Riesen einst sogar hinterrücks den Dolch ins Kreuz gerammt, in die Hand gebissen, die sie gefüttert hat. Und alle sahen und hörten, wie sie jetzt in Italien, die lange vorbereitete, wahlkampfgerechte Trauerrede in ihre ZK-Kamera heuchelte…

Und dass Kohl lieber den Ungarn Orban dabei haben wollte, ist auch logisch: Erstens war er der letzte Staatsmann, den er kurz vor seinem Tod empfangen hatte. Zweitens waren es die Gulaschkommunisten, die einst ein Loch in den Eisernen Vorhang schnitten und die DDR-Deutschen zu den BRD-Deutschen flüchten liessen, Kohl schließlich doch noch Deutschland „machen“ ließen.

Aber die Söhne? Die Enkel? Die Familie? Das wird ihr keiner verzeihen. Nicht Gott, falls es ihn gibt. Nicht Kohl, falls er da ist, woran der Christ sein Leben lang glaubte. Da hilft auch keine amtliche Bescheinigung, auf die ein braver Polizeibeamter verweisen mußte, als er den Sohn auf Befehl der jungen Witwe vom Vaterhaus weg jagen mußte. Im Himmel haben Testamente ihr Recht verloren. Auch wenn auf Erden „heilige Witwen“ die Vollstrecker sind…

 

 

 

 

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