AfD-„Skandal“: Nepal den Nepalesen!

Max Erdinger Foto: JouWatch

Der Medienmainstream hyperventiliert wieder. Grund: André Poggenburg, Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt und Mitglied des Bundesvorstandes, hat in einem internen WhatsApp-Chat geschrieben, was er auch öffentlich schon mehrmals geäußert hat: Nepal gehöre den Nepalesen. Oh, Entschuldigung! Da habe ich etwas verwechselt.

Von Max Erdinger

Nicht Nepal ist das Land gewesen, sondern Deutschland. Deutschland gehöre den Deutschen, hat André Poggenburg gesagt. Hätte er stattdessen „Nepal“ und „Nepalesen“ genommen, hätte sich kein Mensch darüber aufgeregt. „Türkei“ und „Türken“ wäre wahrscheinlich auch gegangen. Aber „Deutschland“ und „Deutsche“? – Das geht nie und nimmer.

T-Online weiß etwas dazu – Zitat: „Ein Chat mit Sprengkraft: In einer WhatsApp-Gruppe teilen AfD-Funktionäre aus Sachsen-Anhalt ihre Ansichten über Politik und die deutsche Gesellschaft. André Poggenburg steht in der Kritik. Der AfD-Landeschef muss sich außerdem in einem anderen Fall einer Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellen.“ – Zitatende.

Aha, die Sprengkraft also. Wen oder was sprengt die Sprengkraft? T-Online bleibt die Antwort schuldig. Und wie jetzt, André Poggenburg steht in der Kritik? Steht denn nicht die ganze AfD andauernd in der Kritik? Was ist der Neuigkeitswert? Und was hat der andere Fall, der mit der Volksverhetzung, mit dem hier zu tun? Wieso wird das überhaupt erwähnt? Will T-Online etwa am § 130 StGB herummäkeln, diesem Ungetüm, das statt seiner 33 Wörter in der Urfassung von 1871 inzwischen aus deren 99 besteht? Wenn ja: Löblich, löblich …

Zitat: „Es ist nicht das erste Mal, dass ein interner Chatverlauf der Alternative für Deutschland (AfD) veröffentlicht wurde. Zuerst berichtete die Berliner Morgenpost über den Leak. Neben Details über interne Machtkämpfe sind auch nationalistische Aussagen von einigen AfD-Funktionären aus Sachsen-Anhalt für die Öffentlichkeit einsehbar. „Deutschland den Deutschen“, schrieb André Poggenburg als er auf dem Weg zur Vorstellung der Bundestagswahlkampagne war. Die insgesamt 8.000 Nachrichten wurden auf der Seite Indymedia veröffentlicht und geben einen Einblick in das Innere eines Landesverbandes der jungen Partei. Die Seite gilt als ein Netzwerk der linken Szenen.“ – Zitatende.

Erstens, T-Online: Daß interne Chatverläufe von Leuten veröffentlicht werden, die mit diesem Chat gar nichts zu tun haben, ist zumindest fragwürdig. Hätte man mal thematisieren könen, wenigstens am Rande. Es ist ja nicht so, daß noch nie Leute schief angeschaut worden wären dafür, daß sie „Leaks“ publik gemacht haben.

Zweitens, T-Online: Die Seite indymedia gilt nicht als Netzwerk der linken Szenen, sondern sie ist eines. Dort gäbe es Äußerungen zu finden, die allesamt weit skandalöser sind, als das, was André Poggenburg gesagt hat.

Screenshot Indymedia 22.06.2017 17:42 Uhr

(Nachricht auf Indymedia: „Letzte Nacht haben wir zwei Fahrzeuge der Vonovia AG aus dem Verkehr gezogen und die Scheiben ihrer Geschäftsstelle mit Steinen beworfen.“)

Wirklich wahr, T-Online: Ihr kommt mir vor wie ein Dackel, den man zum Jagen tragen muß.

Zitat: „Ein weiteres Parteimitglied fordert in den veröffentlichten Dokumenten faktisch die Abschaffung der Pressefreiheit – und erntet dafür fast keinen Widerspruch. In sozialen Netzwerken hagelte es daraufhin entsetzte Reaktionen, Politiker anderer Parteien sprachen von einem Offenbarungseid der Rechtspopulisten. Mehrere Medien griffen den Vorfall unter dem Schlagwort „AfD-Leaks“ auf.“ – Zitatende.

Das lasse ich zunächst mal so stehen, komme aber gleich darauf zurück. Mich interessiert, wer genau mit welchen Worten die „faktische Abschaffung der Pressefreiheit“ gefordert haben soll. Wir sehen einen Screenshot, aus dem ersichtlich ist, was jemand gesagt hat, aber nicht, wer es gewesen ist.

Zitat: „18.02.17 / 08:38:24 – Ohne die Medien zu kriegen, keine Macht. Das ist einfach so. Das wusste schon der kleine Doktor und selbst die 68er-Arschlöcher haben das erkannt und geschafft. Wir müssen die Medien unterwandern, sonst wird es ganz schwer.“ (Eine Minute später, wahrscheinlich dieselbe Rufnummer) – „Mit der Machtübernahme muss ein Gremium alle Journalisten und Redakteure überprüfen und sieben. Chefs sofort entlassen und volksfeindliche Medien verbieten.“ – Zitatende.

Wie gesagt, es ist nicht bekannt, wer das gesendet hat. Ebenfalls unbekannt ist, wer unter Hinweis darauf, daß es sich um eine quasi-öffentliche Chat-Gruppe handelt, zu „vorsichtigerem Agieren“ gemahnt hat. Wäre es Poggenburg selbst gewesen, dann wüssten wir das jetzt. Davon dürfen wir ausgehen.

Wie sieht es nun aber aus mit der „faktischen Abschaffung der Pressefreiheit“, die hier gefordert worden sein soll? – Sie ist bereits weitgehend abgeschafft und durch Indoktrination ersetzt worden. Ein Konservativer bekommt bei den Öffentlich-Rechtlichen keinen Fuß mehr auf den Boden. Einer wie anno dazumal Gerhard Löwenthal heutzutage in der ARD? Beim ZDF? Bei der FAZ? – Völlig undenkbar. Der Konservative, der sich heutzutage Gehör verschaffen will, muß auf eigenes Risiko selbst publizieren. Die steuerfinanzierten Sendeplätz sind allesamt von mehr oder weniger roten Ideologen besetzt. Im Staatsfunk und in den Mainstreampresseerzeugnissen gibt es keine Ausgewogenheit mehr. Und damit gibt es auch keine Pressefreiheit mehr, die irgendwer abschaffen könnte, selbst, wenn er das wollte. Wiederherstellen könnte er sie eventuell.

So hart und grausam das klingt: Der Unbekannte, der im AfD-Chat auf den „kleinen Doktor“ und die „68er-Arschlöcher“ verwies, hat historisch recht! Diese Umfrage unter Journalisten zu ihrer parteipolitischen Präferenz stammt aus dem Jahr 2013 und belegt die Richtigkeit. Und es nicht die einzige. Hier eine Grafik aus einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung:

Veröffentlicht von der Bundeszentrale für politische BIldung ( file:///C:/Users/Anwender/AppData/Local/Temp/TGH4WP.pdf )

Und nun ein bißchen Geschichte, T-Online: Alle die Radikalen, die es wegen des gemeinsamen Runderlasses der Ministerpräsidenten und aller Landesminister zur Beschäftigung von rechts- und linksradikalen Personen im öffentlichen Dienst vom 18. Februar 1972 (Radikalenerlaß) auf ihrem „Marsch durch die Institutionen“ nicht in den öffentlichen Dienst geschafft hatten, marschierten an den Institutionen vorbei direkt in die Parteien (Kaperung der Grünen durch Joschka Fischers Schlägertruppe z.B., Jusos in der SPD). Diejenigen, die „zu wenig radikal“ gewesen sind, um unter den Radikalenerlaß zu fallen, bevölkerten die Universitäten (die Zahl der entsprechenden „Professuren“ an den Universitäten explodierte in den folgenden Jahren förmlich), sie wurden Lehrer, Journalisten, Redakteure, Soziopsychodiplomdingsbumse und praktisch alles das, was geeignet gewesen ist, die öffentliche Meinungsbildung zu betreiben.

Diese Leute sind verantwortlich dafür, daß es heute eine medialen Monolog gibt anstatt einer Pressefreiheit, die diese Bezeichnung auch verdient. Diesen Leuten ist es zu verdanken, daß z.B. die alte Sozialdemokratie heute zu einer gigantischen Medienholding verkommen ist, die sich eine rot-esoterische Politsekte als Feigenblättchen zur Einstreichung von Staatssubventionen hält. Von wegen, bei der AfD hätte irgendwer die „faktische Abschaffung der Pressefreiheit“ gefordert. Was nicht ist, kann nicht abgeschafft werden! Wenn bei der AfD irgendjemand dazu anregt, diese rot-grünen Alleinherrscher über die demokratische Willensbildung in der BRD samt und sonders zu feuern, dann ist das nicht die Forderung nach einer „faktischen Abschaffung der Pressefreiheit“, sondern die erste Voraussetzung, um überhaupt wieder eine zu bekommen! Diese Herrschaften denken gar nicht mehr an eine argumentative Auseinandersetzung mit Andersdenkenden, sondern sie bekleben ihre politischen Gegner mit Etiketten! Wer nicht tickt, wie dieses totalitäre Gesindel, der wird einfach zum Unmenschen erklärt. Womit wir auch beim „kleinen Doktor“ (Goebbels) wären. Der hat es kein Stück anders gemacht, dieser „geniale Propagandist“.

Zitat: >In einer Stellungnahme lehnt es Poggenburg aber ab, sich von den nationalistischen Äußerungen zu distanzieren. Er teilte mit, er stehe zu seiner Aussage „Deutschland den Deutschen“ und könne daran nichts Anstößiges erkennen, da ein Land selbstverständlich denen gehören solle, die dort ansässig seien.< – Zitatende.

Womit wir wieder am Anfang wären, T-Online: „Nepal den Nepalesen“ geht anstandslos in diesem Land. „Deutschland den Deutschen“ wäre aber „nationalistisch“? Warum nicht „patriotisch“? Doch wohl nur deswegen nicht, weil es Schmieranten Eurer Couleur noch nicht gelungen ist, den Patriotismus in dieselbe Suhle herunterzuziehen, in der sich der Nationalismus schon befindet! Ist unsere Nationalhymne nationalistisch? Natürlich ist sie das! Deswegen heißt sie Nationalhymne und nicht Patriothymne! Und es ist absolut nichts Verkehrtes daran. „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!“ Nicht: „Zwietracht, Indoktrination und Knechtschaft für das deutsche Muttiland!“ Das wäre nämlich Eure Nationalhymne, nicht meine – und nicht die der AfD. André Poggenburg hat recht. Und Ihr seid ganz üble Schreibgriffel.

       

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