Wanka will mit fast 35 Millionen Euro Extremismusforschung fördern

Foto: Johanna Wanka (über dts Nachrichtenagentur)
Foto: Johanna Wanka (über dts Nachrichtenagentur)

Es gibt Möglichkeiten, den Extremismus zu bekämpfen und es gibt Möglichkeiten, ihn zu erforschen:

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will mit insgesamt fast 35 Millionen Euro die Extremismusforschung fördern. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch) zufolge fließen 14,7 Millionen Euro in fünf verschiedene Projekte, die Organisation, Hetze, aber auch Rekrutierung von Extremisten im Internet untersuchen sollen. Mit weiteren 20 Millionen Euro bis 2022 unterstützt Wanka den Aufbau eines neuen Spitzenforschungsclusters, das Topwissenschaftler aus verschiedenen Fächern und an verschiedenen Hochschulen für die Forschung über Islamismus und Terrorismus in der digitalen Welt zusammenbringen soll.

Details zu dieser Zusammenarbeit nannte das Ministerium noch nicht. An diesem Donnerstag will Wanka die neuen Projekte zum Extremismus im Internet vorstellen. „Forschung trägt entscheidend dazu bei, Antworten auf Fragen der zivilen Sicherheit zu liefern“, sagte die Ministerin den Funke-Zeitungen.

Mit den Projekten werde das Ministerium „Kompetenzen bündeln und Partner aus Wissenschaft und Praxis zusammenbringen“. In Zusammenarbeit mit der Universität in Mainz finanziert das Ministerium mit 2,7 Millionen Euro bis 2022 etwa das Projekt „Dschihadismus im Internet“. Forscher untersuchen Dramaturgie und Formate von Radikalen und wollen verstehen, warum die Propaganda gerade bei Jugendlichen so gut wirkt.

In dem mit 3,1 Millionen Euro geförderten Projekt X-Sonar wollen Wissenschaftler um den Bielefelder Professor Andreas Zick unter anderem eine Software entwickeln, die extremistische Online-Netzwerke erkennt und den Grad der Radikalisierung etwa von einzelnen Nutzern ermittelt. Das geht aus der Projekt-Beschreibung hervor, über die die Funke-Zeitungen berichten. In drei Projekten, die bereits seit Kurzem angelaufen sind, sind die Polizeibehörden ein Partner, genauso aber auch politische Bildungseinrichtungen.

So soll das Forschungsprojekt „RadigZ“ Polizisten, Lehrkräften und Jugendlichen beim Kampf gegen Radikalisierung im Internet helfen. Die Wissenschaftler wollen eine Internetplattform aufbauen, die erklärt, welche Maßnahmen am besten gegen extreme Ideologien greifen. 3,9 Millionen Euro investiert das Bildungsministerium bis 2022 in das jetzt gestartete Projekt „Panda“, das Kriminalität im Darknet untersucht. Für Extremisten gewinne das Darknet an Relevanz, heißt es in der Projektbeschreibung. (dts)

Das mag ja alles nett gemeint sein, aber es packt das Übel nicht bei den Wurzeln. Und es könnte missbraucht werden, um Andersdenkende auszuspionieren.

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