Bildung: Aus für freizügige Kleidung

Rock zu kurz (Foto: Pixabay)

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hat nach drei weiteren Schulen nun auch das Gymnasium Eppendorf allzu freizügige Kleidung an der Schule verboten. Punkt 6 der Schuldordnung sieht nun so aus – Zitat: „“Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft haben eine der Institution Schule und der Atmosphäre des Lernens und Lehrens angemessene Kleidung zu tragen. Dazu gehört unter anderem, dass Kapuzen, Mützen und Ähnliches während des Unterrichts und in der Mensa abgelegt werden. Auch bei sommerlichen Temperaturen ist auf zu freizügige Kleidung zu verzichten. Darunter verstehen wir z. B. übertiefe Dekolletés, bauchfreie Shirts, pofreie Shorts, zu kurze Röcke etc.“ – Zitatende.

Zustimmung findet die ergänzte Schulordnung auch bei der Schülervertretung. Ebenso positiv fiel eine Abstimmung unter Lesern des Hamburger Abendblattes aus. 66 Prozent begrüßten die neue Bestimmung. Der größte Teil der Eltern steht ebenfalls hinter der Änderung.

Unter den zehn Hamburger Bildungseinrichtungen, die ähnliche Bestimmungen bereits in der Vergangenheit erlassen hatten, befinden sich drei katholische Schulen. Es gehe nicht darum, individuellen Kleidungsstil abzuschaffen, so der Schulsprecher des Erzbistums. Individualität bei der Bekleidung sei und bleibe ein wichtiger Wert. Nicht Uniformität sei gefragt, sondern Respekt anderen Menschen gegenüber. „Kinder und Jugend­liche lernen einzuschätzen, was in welcher Situation angemessen ist – und was eben nicht.“

Dresscodes sind in Deutschland umstritten. Einerseits können Kleiderregeln einer gewissen jugendlichen Marken­fixierung entgegenwirken. Andererseits gibt es das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das wiegt schwer. Die neuen Verbote dürften nach Einschätzung der Kultusministerien deshalb kaum Erfolg vor Gericht haben, sollte jemand klagen. Deshalb wird ein Konsens über Kleidervorschriften oft auf dem Wege einer Einigung von Schulkonferenz mit Lehrern, Eltern und Schülern gestellt. Das Kultusministerium läßt den Schulen hier freie Hand.

Ich denke nicht, daß es sich hier um ein Einknicken vor dem Islam handelt. Das Thema ist über die Jahre immer wieder hochgekommen. Auch ist die Welt in Großbritannien oder in Südafrika nicht wegen der dort üblichen Schuluniformen untergegangen, sondern aus anderen Gründen. Schüler sind zumeist keine Erwachsenen und haben noch Erziehungsberechtigte. Ich persönlich begrüße die neuen Kleidungsvorschriften. Die Schule ist ein Ort des Lernens und kein Laufsteg für exhibitionistische Pubertierende. Gerade pubertierende Jungen dürften in ihrer Konzentration auf das Lernen empfindlich gestört sein, wenn sie laufend mit der allzu offenherzigen Zurschaustellung weiblicher Reize konfrontiert sind. Freilich ist es so, daß das in Deutschland niemals unter „sexuelle Belästigung“ fallen würde, was aber sachlich falsch ist. Tatsächlich ist es eine. (ME)

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