Aufgeblasen und ungefiltert: Flurfunk Dresden

Aufgeblasen und ungefiltert (Foto: Screenshot Flurfunk Dresden)

Manche Dinge fallen einem erst spät auf. Dieser Beitrag des Blogs „Flurfunk Dresden“ ist eines davon. Bereits im Februar erschien dort in der Rubrik „Flurschelte“ ein an Lächerlichkeiten kaum zu überbietender Meinungsbeitrag über unser Nachrichtenmagazin. Titel: „Der fragwürdige Journalismus von Journalistenwatch.com (JouWatch)“. Anlaß war ein Beitrag bei uns, der sich mit dem Dresdner Busmonument beschäftigte.

Von Max Erdinger

Lächerlichkeit Nummer eins: Unsere Kritiker nennen sich einerseits „Flurfunk Dresden – Das Medienblog aus Dresden“ und beanspruchen Seriosität für sich. Andererseits befindet sich rechts neben dem Artikel über uns auf der Seite des „Medienblogs aus Dresden“ Werbung für eine Publikation mit dem Titel „Aufgeblasen und ungefiltert – Über Blogger, Onliner und Influencer“. Merkt Ihr was, Ihr Medienblogger aus Dresden?

Lächerlichkeit Nummer zwei – Zitat Flurfunk: „Der Beitrag ist offenkundig von einem anderen Portal ungeprüft übernommen worden – aus journalistischer Sicht der erste von einer Reihe grober Schnitzer im Umgang mit dieser Geschichte.“- Zitatende.

Dazu Folgendes, ihr Flurfunker aus Dresden: Wenn man uns schon grobe Schnitzer unterstellt, dann sollte man tunlichst selbst keinen machen. Euer Schnitzer: Der Vorwurf an uns, wir hätten etwas „ungeprüft“ übernommen, ist klar ersichtlich nicht zu halten. Hier klare Sicht für Euch: Euer Beitrag über uns ist mit einem Screenshot unseres Beitrags bebildert. Was sehen wir auf dem Bild? Wir sehen, daß JouWatch seiner Hoffnung Ausdruck verleiht, das Foto der drei aufgestellten Busse in Aleppo möge nicht von einem Photoshop-Profi produziert worden sein. Falls klare Sicht noch nicht reicht für euch Überflieger, hier der Klartext dazu: Wir haben vorsichtshalber „Zweifel angemeldet“. Das ist etwas völlig anderes als „ungeprüft übernommen“, Ihr „Aufgeblasenen“.

Lächerlichkeit Nummer drei („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Flurfunk: „Die drei auf dem Foto zu sehenden, aufgerichteten Busse haben große Ähnlichkeit mit dem Kunstwerk des Künstlers Manaf Halbouni, das derzeit in Dresden zu sehen ist. Das Foto könnte als Vorbild gedient haben.“ – Zitatende.

Nein, ist es die Möglichkeit!? – „Könnte“? Wenn das sein „könnte“, dann könnte es womöglich auch sein, daß der Eiffelturm als Vorbild für ein lausiges Touristenfoto gedient hat, auf dem man etwas erkennt, das verdammt nach Eiffelturm aussieht. Unglaublich, oder? Was schaut ihr so panisch? Merkt ihr, daß ich gerade dabei bin, euch Aufgeblasenen die Luft herauszulassen? Ihr seid wahrscheinlich auch noch die „Original Schnellmerker“, stimmt´s?

Lächerlichkeit Nummer vier („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Flurfunk: „Das Foto wird diskutiert, weil auf den Bussen in Aleppo eine Fahne weht, die laut Jouwatch „der dschihadistischen Terrormiliz Ahrar al-Scham“ zuzuordnen ist. Zitat aus dem Beitrag:

„Eine seriöse Fotografie dient als Quelle.“

Jetzt mal ganz im Ernst: Spätestens seit 2006 und den durch einen – eigentlich als seriös geltenden – Fotografen manipulierten Bildern von der Bombardierung Beiruts weiß doch nun wirklich jedes Journalistenschülerkind, das Fotos nicht mehr als Beweis für irgendwas herhalten können!?“ – Zitatende.

„Daß“ vor „Fotos“, ihr Rechtschreibschülerkinder. Aber geschenkt. Wenn das mit den Fotos so ist, wie ihr behauptet: Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, warum es dennoch so viele davon gibt in der Presse und im Fernsehen, hä? Und warum die meisten davon farbig sind – habt Ihr Euch das auch schon einmal überlegt? Wißt Ihr womöglich auch schon, wie die deutsche Übersetzung des schönen englischen Wortes „eyecatcher“ lautet? Und was genau soll der Screenshot unseres seriösen Beitrages als Bild neben dem Blödsinn beweisen, den Ihr hier verzapft habt? – Das sind so Fragen.

Lächerlichkeit Nummer fünf („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Flurfunk: „Im – (JouWatch) – Text heißt es außerdem: „Die Fotografie der drei aufgerichteten Busse in Syrien stammt von dem syrischen Reuters-Fotojournalisten Ammar Abdullah. Es ist somit äußerst unwahrscheinlich, daß es sich um eine Fälschung handelt.“

Lieber Leserinnen und Leser: Es ist äußert unwahrscheinlich, dass es sich bei Jouwatch um eine seriöse und ernstzunehmende Quelle handelt!“  Ganz banal mal festgestellt: Spekulationen („es ist äußerst unwahrscheinlich“) haben in so einer Berichterstattung nichts zu suchen. Könnte den Machern mal bitte jemand die einfachsten Grundlagen des Journalismus beibringen, damit sie sich in Zukunft seriös mit Journalismus auseinandersetzen können?“ – Zitatende.

Hat Euch Aufgeblasenen eigentlich schon mal jemand äußerst unwahrscheinliche  Maulschellen angedroht? – Noch nicht? Dann wird´s aber Zeit. Und jetzt mal aufgepaßt, Ihr Heißluft-Blasebälger: Im Gegensatz zu Euch sind wir von Gender noch nicht derartig gaga-gaga geworden, daß wir unsere geschätzte weibliche Leserschaft mit „Lieber Leserinnen“ anreden. Ich meine, wenn wir schon bei den „einfachsten Grundlagen“ sind. Nichts zu danken.

Lächerlichkeit Nummer sechs („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Blasfunk … äh … Flurfunk: „Amteurhaft ist auch die wirklich mangelhafte und einseitige Einordnung des Fotos durch die Autoren“ – Zitatende.

Ehrlich, Ihr Unterflurfunker: Wir arbeiten nicht fürs Amt.

Lächerlichkeit Nummer sieben („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Unterflurfunk: „Aus journalistischer Sicht wäre zum Beispiel unbedingt die Frage zu stellen, von wann das Foto ist.“ – Zitatende.

Also gut, jetzt habt Ihr uns erwischt. Das Foto: Syrien, spätes 18tes Jahrhundert, unbekannter Meister.

Lächerlichkeit Nummer acht („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Unterflur-Fotofunk: „Journalistisch korrekt wäre außerdem, den Künstler mit dem Vorwurf zu konfrontieren (der inzwischen gegenüber diversen Medien kundgetan hat, das Foto vorher nicht gekannt zu haben). Jouwatch nutzt die Vorlage aber offenkundig lieber ideologisch: „Steht auf dem Dresdner Neumarkt somit ein ‚Kunstwerk‘, das – gewollt oder ungewollt – einer dschihadistischen Terrormiliz huldigt? Wie wird Oberbürgermeister Hilbert reagieren? Wir werden morgen ausführlich berichten.“ Dazu kommen uns einige Fragen: Warum stellt man sich bei Jouwatch nicht die Frage, wer genau wann die Fahne auf dem Foto gehisst hat? Zumindest rein theoretisch könnte es doch sein, dass die Busse nachträglich oder sogar nur temporär von der Miliz vereinahmt worden sind?“ – Zitatende.

Hätte-hätte-Fahrradkette. Zumindest rein theoretisch könnte es sein, daß Ihr Euch gar nicht selbst aufgeblasen habt, sondern aufgeblasen worden seid. Hoffentlich hat´s wehgetan. Könnt Ihr mir bitte mal kurz erklären, warum man jemanden mit Fragen konfrontieren soll, auf die er schon geantwortet hat?

Lächerlichkeit Nummer neun („einer ganzen Reihe von Lächerlichkeiten“) – Zitat Unterflur – Foto- & Fragefunk: >Unprofessionelle „Lügenpresse“ – Warum geht man auf einer Seite, die sich beim Namen der „Watch“-Bezeichnung bedient und damit also vorgibt, sich kritisch mit Journalismus auseinanderzusetzen, so dermaßen unjournalistisch und unprofessionell mit so einem Thema um? Es bleibt nur der Schluss: Jouwatch kann (oder will) Journalismus nicht. Zur Journalismusbeobachtung ist das Angebot also völlig ungeeignet. „Lügenpresse“ heißt sowas heute, richtig?“ – Zitatende.

Na gut, da wollen wir alten Hasen einmal Nachsicht walten lassen mit dem unterflurflunkerischen Nachwuchs. Ihr werdet´s auch noch lernen. Das „watch“ in „JouWatch“ bedeutet, daß wir Euer Geschreibsel wohlwollend unter „Journalismus“ rubriziert haben. Deswegen auch diese Antwort auf Eure aufgeblasenen Spitzfindigkeiten. Kleiner Ratschlag: Wenn man schon ein Aufgeblasener ist, sollte man mit Spitzfindigkeiten vorsichtig umgehen. Sonst geht einem die Luft aus und man hängt dumm im Internet herum wie ein schlaffer Sack. Bis demnächst mal wieder, Ihr jungen Freunde von der schreibenden Zunft. Schönen Gruß an Alle vom lieben Max.

P.S.: Lächeln!

Wandere aus, solange es noch geht!
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