Realsatire: Irrenhaus Berlin

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Unverdächtiger aus Berlin (Foto:Pixabay)

Ist diese Meldung Satire oder nicht? Nein, ist sie nicht. Auf jeden Fall ist sie aber Realsatire. Das erklärt auch die stilistische Form, in der sie hier zu lesen ist.

Was ist „racial profiling“? Eine gottverdammte, rassistische Schweinerei ist das, wenn man verschiedenen Menschenrechts- und Antidiskriminierungsvereinen glauben darf.

Nehmen wir einmal an, es gäbe bestimmte Gegenden, zum Beispiel sogenannte „kriminalitätsbelastete Orte“, an denen Einbrüche, Überfälle, Taschendiebstähle, Gewalttaten, Drogenhandel etc.pp. überwiegend von einem Menschentypus begangen werden, der rein äußerlich nicht so aussieht, wie dem Heinerhofbauern sein Knecht, etwa, weil er nicht so leicht einen Sonnenbrand bekommt wie der Knecht. Es ist schließlich Sommer. Wenn nun die böse Polizei an solchen Orten vermehrt und ohne direkten Anlaß genau diese Sonnenbrandlosen kontrolliert, dann ist das „racial profiling“. Das heißt, die sonnenbrändlerisch Profilierenden sind böse Polizisten, vorurteilsbeladene Säcke, den Nazis nicht unähnlich, die jemanden für verdächtig halten, nur, weil er aussieht wie einer der üblichen Verdächtigen. Geht in Berlin gar nicht. Deswegen will es der rot-rot-grüne Senat jetzt verbieten.

Damit ist aber das Problem der „kriminalitätsbelasteten Orte“ noch nicht weg. Diese Orte gibt es nämlich – man lese und staune – auch im Sprachgebrauch des Senats. Und zwar exakt seit 1992. Der rot-rot-grüne Senat hat jetzt eine Lösung gefunden. „Kriminalitätsbelastete Orte“ werden auch verboten. So geht Kommunalpolitik.

Die brillante Idee geht zurück auf eine Initiative, die mehrere „antirassistische“ Organisationen letzten Donnerstag gestartet haben. Sie läuft unter dem Titel „Ban Racial Profiling – Gefährliche Orte abschaffen“.

Der Senat folgt diesen Organisationen jetzt. Einhellige Meinung: Berliner Polizisten sind Rassisten. Deswegen soll es künftig mehr Fortbildungen zum Thema für die Ordnungsrassisten geben. So brillant ist der Einfall, daß sich der rot-rot-grüne Senat sogar auf Bundesebene für ein Verbot des Racial Profiling einsetzen will.

Ziel der cleveren Reform ist, dass alle Menschen ungeachtet ihrer individuellen Sonnenbrandanfälligkeit gleich oft kontrolliert werden. Das heißt: Proportional zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung von „die Menschen“. Polizisten werden künftig womöglich Strichlisten führen und darauf achten müssen, dass Hellhäutige mit Sonnenbrand öfter kontrolliert werden, weil ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung besonders hoch ist. Besonders im Sommer. Kontrolle im Sommer, meine ich. Das Ganze nennt sich „Antirassismus“.

Als erstes musste die Berliner Polizei vergangene Woche eine Liste der aktuellen „kriminalitätsbelasteten Orte“ herausrücken, die sie bisher aus „ermittlungstaktischen Gründen“ – aus reinrassig … rein rassistischen Gründen also – geheimgehalten hatte.

Sollten die Polizeirassisten künftig Identitätskontrollen durchführen, nur weil sie annehmen, dass jemand wegen eines fehlenden Sonnenbrandes gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen verstößt, werden sie es mit dem Furor der Rot-Rot-Grünen zu tun bekommen.  Das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) will Rot-Rot-Grün extra für den Furor ändern.

Nach Überzeugung der Grünen-Abgeordnete Canan Bayram ist diese Änderung „zentral“ zur Bekämpfung von Racial Profiling. Mit dem Verweis auf das Aufenthaltsrecht könnten Bürger ohne Sonnenbrand nämlich andauernd kontrolliert werden. Fälschlicherweise würden in der Regel nur Sonnengebräunte für illegale Migranten gehalten.

Das geht der „Antirassistin“ Céline Barry aber noch nicht weit genug. Ihrer Ansicht nach müssen „kriminalitätsbelastete Orte“ ebenfalls verboten werden. Personenkontrollen ohne Anlass und Verdacht seien eine rassistische Sauerei.

Grüne und Linkspartei hatten sich bereits in den Koalitionsverhandlungen für die Abschaffung von „kriminalitätsbelasteten Orten“ ausgesprochen, scheiterten aber an der SPD. Linke und Grüne sind der Überzeugung, dass verdachtsunabhängige Polizeikontrollen rassistisch seien, weshalb sich Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne Sonnenbrand als „Bürger zweiter Klasse“ fühlen könnten.

Der Leser verzeihe mir, daß ich statt auf Hautfarbe und Herkunft lieber auf die Anfälligkeit für Sonnenbrand abgehoben habe. Nichts wäre mir peinlicher, als von Rot-Rot-Grün für einen Rassisten gehalten zu werden. (ME)

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