Abt. Schrumpfeier: Östrogenbelastung von Trinkwasser

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St. Angelaquelle (Foto: Pixabay)

Immer wieder mal taucht ein Thema in den Medien auf, das dann schnell wieder verschwindet, ohne daß gesundheitspolitischer Alarmismus ausbricht, wie sonst üblich. Heute: Die Östrogenbelastung des Trinkwassers.

Von Max Erdinger

Daß grüner Tee stärker mit Pestiziden belastet ist, als es der Weltanschauung des typischen Grünteetrinkers gut tut, daß Nitrosamine im Bier und Glyphosat auf den Feldern zu finden sind – alles das ist immerhin für ein Weilchen gehypt worden. Butter war des Teufels und Olivenöl war heilig bis herauskam, daß Olivenöl Arteriosklerose begünstigt. Seither ist Butter rehabilitiert. Raucher bekommen signifikant seltener Alzheimer als Nichtraucher – und wer lieber an Lungenkrebs verstirbt als an Verblödung, der raucht sicherheitshalber. Wer verblödet an Lungenkrebs verstirbt, obwohl er nie geraucht  – und beim Radfahren immer ein Helmchen getragen hat, für den gibt es eine spezielle Redewendung: Arschkarte gezogen.

Allerdings: Dicke Eier hätten alle gern so lange sie leben, egal was sie essen, trinken oder rauchen. Ausgerechnet das Thema dicke Eier aber hat in den Medien die Halbwertszeit eines weich gekochten Hühnereis (Salmonellen). Das sind knapp drei Minuten. Und das, obwohl es wirklich alarmierend ist. Unser Trinkwasser ist mit Östrogen verseucht. Daß Bier mit Trinkwasser gebraut wird und zu allem Überfluß auch der Hopfen noch östrogenhaltig ist, erklärt, warum man nach fünf Bier nicht mehr autofahren kann. Das weiß man schon lange. Schließlich ist die Kombination Bier & Auto schon genauso lange verboten. Ruhe im Hühnerstall! Was soll das aufgeregte Gegacker? Seid einfach froh, daß ihr Euere Führerscheine noch habt. Ich bin noch nicht fertig.

Ein bißchen quellenarm ist ein aktueller Artikel im Gesundheitsmagazin von heute in unserem quellwasserreichen Land. Das ist zwar schade, aber kein Grund, mit dem Schreiben dieses Artikels an dieser Stelle aufzuhören. Es gibt ja auch andere Quellen dazu und außerdem geht es um die Qualität des deutschen Spermas. Die läßt beständig nach, soviel steht fest,  Unbefruchtbarkeit und Mißbildungen sind die Folge. Eine genitale Mißbildung wie winzige Eier sind ebenso eine Mißbildung wie Neugeborene mit kleinen Brüstchen an der Stelle, wo sie ihre Ohren zu haben hätten.

Hier das Resümee eines Wissenschaftsartikels, der bei n-tv letztes Jahr erschienen ist. Man hatte den Afrikanischen Krallenfrosch (Xenopus laevis) in Östrogenwasser gesetzt und die  Verzickung des gemütlichen Zeitgenossen dokumentiert.

Zitat: >Die Verweiblichung von Populationen kann neben anderen schädigenden Hormonwirkungen zum Aussterben von Amphibienarten beitragen. (…) Doch nicht nur die Amphibien scheinen durch Hormone im Wasser gefährdet zu sein. Co-Autor und Ökotoxikologe Professor Werner Kloas betont: „EE2 ist auch in unserem Wasserkreislauf enthalten und stellt zusammen mit anderen östrogenartig wirkenden Stoffen nicht nur für Amphibien, sondern auch für uns Menschen eine ernst zu nehmende Beeinträchtigung dar.< – Zitatende.

Schockschwerenot. Oder hier, gegenteiliges Statement in der „Zeit“ bereits im Jahr 2008 – Zitat: >Östrogene wurden noch nie im Trinkwasser nachgewiesen“, sagt Hermann Dieter, beim Umweltbundesamt für die Trinkwasserüberwachung verantwortlich. Und auch andere hormonell aktive Stoffe seien bisher nirgends in Konzentrationen gefunden worden, „die irgendeinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis geben könnten“. Deutsche Männer können also weiter unbesorgt Leitungswasser trinken. Die Ursachen für ihre Zeugungsschwäche liegen woanders.< – Zitatende.

Das glauben wir aber keinesfalls, weil wir erstens unseren täglichen Alarmismus lieben und zweitens den starken Verdacht haben, daß in der „Zeit“ das Bestreiten einer Östrogenbelastung des Trinkwassers mitsamt ihren desaströsen Folgen aus höchst eigennützigen Gründen erfolgt, weil es anderenfalls zu einer schweren Identitätskrise bei den Männchen der Redaktionspopulation kommen könnte. Sie wollten es halt einfach nicht wahrhaben. Zeitungskrise ist ja auch nicht viel besser als Zeugungskrise.

Deswegen dann wieder das hier, gefunden bei leitungswasser-trinken.eu – Zitat: >In den vergangenen 40 Jahren sank die Fruchtbarkeit westeuropäischer Männer dramatisch. Darauf deuten viele Studien aus Deutschland und Europa hin. Zusätzlich stieg der Anteil missgebildeter Samenzellen. Höchst verdächtig hierbei ist das Östrogen, das von Frauen, die die Pille nehmen, über den Urin wieder ausgeschieden wird. Die Klärwerke können diese Stoffe nicht aus dem Wasser entfernen, ebensowenig wie die Wasserwerke. Über diesen Weg sollen die hormonaktiven Substanzen dann ins Leitungswasser gelangen. Leitungswasser trinken – ist das nun schädlich oder nicht? Bisher jedenfalls wurde diese Problematik nicht ernst genommen und kleingeredet.< – Zitatende.

Östrogen im Trinkwasser bietet aber auch Chancen, wie ich alter Optimist meine. So könnte beispielsweise der tiefe Graben, welcher die deutsche Gesellschaft inzwischen teilt in verzweifelte Realisten und hasserfüllte Gutmenschen, durch den täglichen Genuß von drei Litern Leitungswasser in einem „konstruktiven Trinkalog“ wieder zugeschüttet werden. Werden wir einfach alle wie Uschi und Angela. Wenn wir dann noch Trinkwasser übrig haben, könnten wir es nach Afrika exportieren. Dort wächst die Bevölkerung in Ermangelung östrogenverfeinerten Trinkwassers allwöchentlich um eine Million durstiger Seelen. Und die Eier unter der afrikanischen Sonne sind sowieso schon viel zu groß. Schon mal ein Straußenei gesehen?

Sei es wie es sei: Setzen Sie zum Radfahren immer ein Helmchen auf!

 

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