Blühende Landschaften: taz bezieht Prügel

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Blühende Landschaften? (Foto: Pixabay)

Die taz bezieht Prügel für ihr Titelbild der taz. am Wochenende von heute. Ein Nachruf auf den verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl, verfasst von Bettina Gaus, ist überschrieben mit „Blühende Landschaften“. Das Foto dazu zeigt einen überreichlich mit Blumen geschmückten Sarg.

„Blühende Landschaften“ ist ein bekannt gewordenes und häufig genutztes Zitat im Zusammenhang mit Helmut Kohl.  Der gestern verstorbene Altkanzler verwendete seinen bildhaften Vergleich in einer Rede aus dem Jahre 1990, um die wirtschaftliche Entwicklung in einigen der neuen Bundesländer zu beschreiben, so, wie er sie damals vorhergesehen hat. Daß ihm sein Zitat angesichts der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, für den Rest seines Lebens nachhing, darf man getrost als unfair bezeichnen. Niemand konnte im Jahre 1990 den wirtschaftlichen Kollaps der Sowjetunion und ihre Auflösung am 26. Dezember 1991 vorhersehen. Die SU war bis dahin ein großer Handelspartner der ehemaligen DDR gewesen.

Die Empörung über die heutige Titelseite der taz ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, einhellig. Die Morgenpost sammelte „lagerübergreifend“ ein paar Kommentare von Journalisten dazu – Zitat:

„Was für eine ekelhafte Seite 1“ (Timm Kltzeck, Chefredakteur SZ-Magazin)

„Ist das traurig und klein. Glückwunsch. Einfach nur traurig, liebe taz.“ (Frank Schmiechen, Chefredakteur von Gründerszene.de, zuvor lange Jahre stellvertretender Chefredakteur der Welt-Gruppe)

„Das hat die taz nicht nötig.“ (Anne Reidt, Leiterin ZDF-Hauptredaktion Kultur)

„Nein, taz, das geht definitiv zu weit. Das ist unter eurem Niveau. Und nein, feiert euch nicht, dass sich nun so viele aufregen.“ (Pit Gottschalk, Chefredakteur Funke Sport, früherer Chefredakteur Sport-Bild)

„Kann nicht wahr sein“ (Burkhard Ewert, stellvertretender Chefredakteur Neue Osnabrücker Zeitung)

„Hey, taz. Nix gegen kritische Würdigungen, aber DAS kann nicht euer Ernst sein, oder?“ (Miriam Holstein, Redakteurin Innenpolitik „Bild am Sonntag“, Mitautorin einer Comic-Biografie über Angela Merkel)

„So viele gute taz-Überschriften, aber diesmal total daneben.“ (Kristina Dunz, dpa-Korrespondentin und künftige stellvertretende Berlin-Chefin der „Rheinischen Post“)

„Ganz groß!“ (Janko Tietz, Chef vom Dienst bei „Spiegel Online“) – Zitatende.

Natürlich ist die Ausnahme „Spiegel Online“ – wer sonst? JouWatch meint: Freilich ist die 16-jährige Kanzlerschaft Helmut Kohls von vielen Fehleinschätzungen geprägt gewesen. Sich aber auf Kosten eines gerade Verstorbenen profilieren zu wollen, wie heute die taz, das ist ganz klein. Ach was, es ist mickrig. Die taz bezieht ihre Prügel völlig zu recht. (ME)

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