Russlandhass schadet Deutschland

Foto: Durch Yulia Mayorova/Shutterstock
Freundschaft mit Russland lohnt sich (Foto: Durch Yulia Mayorova/Shutterstock)

Ausnahmsweise kann man auch mal Amnesty International dankbar sein: Denn wenn Presseberichte zutreffen, dass es diese linkslastige Organisation war, die dem Deutschen Fußballbund (DFB) abgeraten hat, anlässlich des zweiten Gruppenspiels der DFB-Mannschaft beim Confed-Cup in der russischen Großstadt Kasan eine Aktion „für religiöse Vielfalt“ zu inszenieren, dann ist Kasan, Russland und der Welt sowohl eine peinlich-überhebliche Demonstration des neudeutschen Moralimperialismus wie auch eine weitere deutsche Demutsgeste vor dem Islam erspart geblieben.

Von Wolfgang Hübner

Offenbar wollte der DFB in der zum Teil moslemisch geprägten Hauptstadt der Republik Tatarstan innerhalb der Russischen Föderation zeigen, wie progressiv und multireligiös es im Merkel-Land der Fußballkurzzeitbesucher im Gegensatz zum Putin-Reich zugeht. Eine solche Aktion wäre allerdings von der inzwischen wieder sehr einflussreichen Orthodoxen Kirche in Russland als offene Provokation empfunden worden. Das war selbst Amnesty International etwas zu heikel. Außerdem hätte eine solche politische Manifestation des DFB auch von krasser Unkenntnis der örtlichen Situation gezeugt, gibt es doch in Kasan viele tatarische Moscheen und wurde dort erst 1999 (!) die erste islamische Universität Russlands eröffnet.
Arroganz und Verachtung, gespeist aus Unwissenheit, Vorurteilen, ideologischen Verklemmungen und auch absichtsvoll geschürtem Hass, bestimmen immer stärker das Verhältnis dominierender Kreise in Europa und Nordamerika zu Russland. Denn das flächenmäßig größte Land der Erde, das kulturell und historisch eindeutig zu Europa gehört, verweigert beharrlich, sich dem globalistischen „Werte“- und Schuldenkapitalismus zu unterwerfen. Schlimmer noch: Es ist auch die einzige Militärmacht, die im Kriegsfall imstande wäre, die Nato-Staaten einschließlich der Vereinigten Staaten atomar zu vernichten.

Es geht keineswegs darum, das Putin-System mit seinen undurchsichtigen korrupten Verzweigungen bedingungslos zu verteidigen. Doch dieses System zu ändern, ist allein Sache der über 140 Millionen Bürger in dem Vielvölkerstaat. Dass ausgerechnet Deutschland, das eine ganz besondere geschichtliche Verbindung zu dem nicht weit entfernten europäischen Nachbarn hat, sich penetrant als demokratischer Lehrmeister, großmäuliger Kritiker russischer Kultur- und Innenpolitik sowie außen- und militärpolitischer Herausforderer Moskaus aufspielt, kann nicht im Interesse der patriotisch-freiheitlich gesinnten Deutschen sein. Der aktuelle Versuch des Parteienpräsidenten Steinmeier, mit seiner Warnung vor angeblich drohenden „Einmischungsversuchen“ in den kommenden Bundestagswahlkampf die Stimmung gegen Russland weiter anzuheizen, muss deshalb entschieden zurückgewiesen werden.

Schon allein wegen der beschränkten materiellen und informellen Möglichkeiten der Putin-Regierung kann Russland nicht annähernd so viel Einfluss auf den Ausgang der Wahl in Deutschland oder gar in den USA nehmen, wie es dem Westen nach wie vor möglich ist, Einfluss in Russland schon dadurch zu nehmen, indem entgegen früherer Absprachen und Versicherungen der europäische Teil des Riesenlandes von Nato-Staaten systematisch umzingelt wurde. Sollte je aus dieser Situation ein kriegerischer Konflikt entstehen, wäre übrigens kein anderer Staat so von einer vernichtenden Reaktion Russlands bedroht wie Deutschland.

Es mag sein, dass Merkel, Steinmeier und insbesondere die notorischen Russlandhasser in der FAZ und den anderen gleichgeschalteten deutschen Medien diese Gefahr ignorieren, geringschätzen oder gar zu provozieren suchen: Über 80 Millionen Menschen in Deutschland haben hingegen jeden Grund, sich für ein freundschaftliches, ökonomisch wie kulturell ertragreiches Verhältnis zu Russland einzusetzen.

Das sind wir nicht zuletzt auch den Millionen toten deutschen und russischen Soldaten schuldig, die in russischer Erde begraben liegen. Wenn immer wieder die Gräberfelder von Verdun als Beweis für die Notwendigkeit der EU genannt (und missbraucht) werden: Die rund 80.000 Kriegsgräber deutscher Soldaten in Sologubkowka bei St. Petersburg und die rund 70.000 Kriegsgräber fern der Heimat gefallener Landsleute in Duchowschtschina bei Smolensk sind ein eindrucksvoll mahnender Beweis dafür, dass nicht Hass und Feindschaft, sondern gleichberechtigte Beziehungen und Freundschaft zu Russland für Deutschland geboten sind.

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