Wo ist Franco A?

Foto: Durch mikolajn/Shutterstock
Wo ist Franco A.? (Foto: Durch mikolajn/Shutterstock)

Nun aber mal ganz ehrlich!

Wer hat wann das letzte mal was über Franco A. gehört oder gelesen?

Ja, ich meine diesen ominösen Oberleutnant von der deutsch-französischen Brigade, der „Brigade franco-almande“, die man auch Brigade Franco-A. abkürzen könnte. Wie praktisch ist das denn?

Oder hatte da jemand einfach zu wenig Phantasie?

Mir fällt nur auf, daß unsere blonde Flinten-Uschi, die, die schon mit dem goldenen Kinderwurfverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, zwar keine Gelegenheit ausläßt, die „Haltung der Truppe“ zu kritisieren, hochrangige Offizier wegen „Mängel in der Führung“ zu entlassen und andere wegen einer flapsigen und keineswegs ernst gemeinten  Bemerkung anzuzeigen.

Anscheinend gibt der blonde „Syrien-Terrorist Franco“ sehr wenig für die Propaganda her… seltsam! Hat der Bösling doch eine hochgefährliche, gediegen alte Pistole (sic) illegal beschafft und auf einer ausländischen (!) Bahnhofstoilette versteckt!

Das geht ja gar nicht, da läuten alle Alarmglocken, die bei Anis A. Stumm blieben.

(Honit soit qui mal y pense!). Ja, ja, nicht nur mir geht hier das ordensgeschmückte Hosenband in der Tasche auf!

Bestimmt wird das Uschi jetzt auch schon ganz schön peinlich.

Also ich war ja mal „beim Bund“ (lang ist es her), und mich hat damals schon gewundert, wie leicht man eine Waffe hätte „besorgen“ könne! Ein G3 verschwand während der Durchquerung eines kleinen Flüsschens und wurde – trotz langer Suche – nicht wiedergefunden. Einem Kameraden klauten sie während einer Rast die Pistole. Wurde auch nie wiedergefunden. Wer hier was rechtzeitig in den Graben geworfen oder sonstwie versteckt hat, um es später privat wiederzufinden, mag sich jeder selbst ausmalen.

Und da fährt ein Oberleutnant aus Frankreich ins Ausland um ein Uraltmodell einer Wumme zu kaufen, von dem man ja Angst haben muss, daß es einem in der Hand explodiert, zudem seltene Munition braucht?

Ich hatte zu der Sache eine seltsamen Traum:

Bald würden wir durch unsere Wahrheitsmedien unterrichtet werden, daß sich Franco A. In seiner Zelle erhängt hat. Aus „ermittlungstechnischen Gründen kann man vorerst nicht mehr sagen. Außerdem sei das allen Justizbeamten unerklärlich, wie er an das professionell zur Schlinge geknüpfte Seil kam, und woher das unter der Decke verlaufende Heizungrohr, an dem er sich aufknüpfte, so ganz plötzlich herkam. Eine Leiter wurde auch nicht gefunden. Als nach langen Tagen Nachfragen gestellt werden, kann man diese leider, leider aus „Datenschutzgründen“  nicht beantworten.

Irgendwann fragt dann auch niemand mehr nach.

So werden wir nie erfahren, ob es Franco A. Jemals gab und was er eigentlich mit der Wumme vorhatte.

War aber alles nur ein schlechter Traum!

(Übrigens: Ein Schulfreund schrieb einen Artikel über Kennedy und die statistischen Wahrscheinlichkeit seiner Ermordung ziemlich genau zwei Wochen vor seinem Tod in unserer Schülerzeitung. Möge mir als Schreiber dieses Schicksal der „nacheilenden Wahrheit“ erspart bleiben).

Ihr Michel Zornickel

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