Piratenpartei erwägt Rückzug von der Bundestagswahl

(Bild: JouWatch)
Piraten vor dem finalen Aus? (Bild: JouWatch)

Nachdem der Potsdamer Bundestagskandidaten Thomas Goede auf Twitter sich darüber freute, dass einer jungen Polizistin in den Kopf geschossen wurde, erwägt seine – ehe in der Bedeutungslosigkeit versunkene – Partei den kompletten Rückzug von der Bundestagswahl.

Die unglaublich menschenverachtende Nachricht des Potsdamer Bundestagskandidaten der Piraten, Thomas Goede, ist mittlerweile gelöscht (JouWatch berichtete), nachdem Twitter-Nutzer Goedes Kommentar kritisiert hatten.

Goede aus der öffentlichen Wahrnehmung entfernt

Um der Vermutung, dass Goede durch die Löschung seines abartigen Tweets Einsicht signalisierte, erteilten die Potsdamer Neueste Nachtrichten (PNN) ein klare Absage: Denn: Gleich hinterher schickte Goede unter seinem Nickname „3b4rt“ diesen Tweet: „Viele finden die Reaktion scheiße, aber keiner macht sich Gedanken, warum sowas entsteht. Menschen halt.“ Zudem war die abartige Hetz-Attacke des Piraten kein Einzelfall. Wie die PNN berichtet, habe er Mitarbeiter des Jobcenters auf seinem Profil als „Fehlgeburten“ bezeichnet. Jetzt, nach der parteiinternen Anhörung, hat Goede seinen Account auf privat gestellt.

(Bild: Screenshot)
Twitter-Accout nun privat (Bild: Screenshot)

Seine Genossen entfernten ihn zudem aus allen öffentlichen Darstellungen der Partei. Goede sicherte zwischenzeitlich zu, im Wahlkampf der Piraten nicht aufzutreten. Laut Piraten-Pressemitteilung sei Goede als Kandidat der Piraten nicht geeignet. In der gemeinsamen Pressemitteilung erklären die Brandenburger und Potsdamer Piraten: „Es ist in keiner Weise zu akzeptieren, wenn gefeiert wird, dass ein Mensch schwer verletzt wurde. […] Das Mindeste, was die Polizeibeamten erwarten dürfen, die sich für unsere Sicherheit in Gefahr begeben, ist Respekt für ihren Dienst.“

Piraten überlegen, komplett aus der Bundestagswahl auszusteigen

Nachdem einzelne Kandidaten nicht von der Bundestags-Liste genommen werden können, habe die Piraten-Partei nun in Erwägung gezogen, sich komplett aus der Bundestagswahl zurückzuziehen, so die Berliner Zeitung.

Zudem erklärte die Polizei am Mittwochnachmittag, dass Anzeigen wegen des Tweets eingegangen seien. Der Staatsschutz prüfe jetzt, ob die Äußerung des Piraten strafbar sei. Infrage käme demnach Störung des öffentlichen Friedens, Billigung von Straftaten oder Beleidigung. Eine endgültige Bewertung nehme jedoch die Staatsanwaltschaft vor, so ein Polizeisprecher. Darüber hinaus werde der Inhaber des Twitter-Accounts und der Ersteller ermittelt. (BS)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...