Milde Strafen für das Anzünden eines Obdachlosen

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Allesanzünder (Foto: Pixabay)

Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. Vor knapp einem halben Jahr hatten sechs Jugendliche in einem Berliner U-Bahnhof das Kopfkissen eines schlafenden Obdachlosen angezündet. Daß dem Mann schwere Verletzungen oder gar der Tod erspart blieben, ist dem beherzten Eingreifen von Passanten zu verdanken, die das Feuer löschten.

Nun gab es die Urteile im Prozeß gegen die jugendlichen Täter, wie die WELT sinnigerweise in der Rubrik „Vermischtes“ berichtet. Bashar K., Mohamad A., Ayman S., Mohammad M. und Khaled A., sowie der 21jährige Haupttäter Nour N. erhielten milde Strafen. Die Anklage gegen Nour N. wurde von versuchtem Mord auf versuchte schwere Körperverletzung zurückgestuft. Das Strafmaß: Zwei Jahre und neun Monate Haft. Seine Anwälte hatten auf lediglich zwei Jahre Haft plädiert, die zudem hätten zur Bewährung ausgesetzt werden sollen, da Nour N. zum Tatzeitpunkt erstens alkoholisiert und zweitens unter dem Einfluß von Cannabis, Ecstasy und Heroin gestanden habe.

Drei der 17 bis 18 Jahre alten Mitangeklagten erhielten wegen Beihilfe Jugendstrafen von jeweils acht Monaten Haft auf Bewährung. Zwei weitere Angeklagte im Alter von 16 und 19 Jahren wurden wegen unterlassener Hilfeleistung zu jeweils vier Wochen Arrest und gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ein siebter Angeklagter war wegen unterlassener Hilfeleistung bereits zu Prozeßbeginn zu vier Wochen Arresten verurteilt worden.

„Die volle Härte des Rechtsstaates“, wie man in politischen Sonntagsreden zu sagen pflegt. Interessant ist, welche Strafanträge Staatsanwälte in anderen Zusammenhängen stellen und damit durchkommen. Drei Jahre Haft für den gewaltfreien Besitz von 500 Gramm Cannabis sind bei einem „Wiederholungstäter“ in Bayern zum Beispiel nicht ungewöhnlich. „A boarischer Bua“ muß er halt sein. (ME)

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