Feldhamster oder Moschee?

Der Feldhamster hat es schwer (Foto: Pixabay)

In der Liste der bedrohten Tierarten steht der Feldhamster ganz weit oben. Aber wo steht die bedrohte Tierart also solche in der Hierarchie der politischen Notwendigkeiten? Über der Moschee oder unter ihr?

Von Max Erdinger

In Erfurt-Marbach ist man gerade dabei, das zu klären. Das Erfurter Becken ist eines der letzten Reservate für den possierlichen Feldhamster. Und genau da, wo die Moschee gebaut werden soll, in Marbach nämlich, ist Erfurter Becken. Bedroht nun der Moscheenbau den vom Aussterben bedrohten Feldhamster? Der Bund Naturschutz sagt Nein. Unter genehmigungsbürokratischen Gesichtspunkten bedrohe der Geländebedarf für den Moscheenbau den Feldhamster nicht. Er verliere lediglich 0,5 Hektar seines Habitats.

Moschee-Gegner haben inzwischen trotzdem einen eigenen Naturschutzverein gegründet, wie Thüringen 24 berichtet. Erklärtes Ziel ist es, den Moscheenbau unter Tierschutzaspekten dem Hamster hierarchisch unterzuordnen. Der Landesgeschäftsführer des Bundes Naturschutz in Thüringen, Burkard Vogel, findet jedoch, daß es sich dabei um einen Schachzug von Islamfeinden handelt, der unter aller Sau ist. Der Tierschutz für bedrohte Feldhamster dürfe nicht dazu mißbraucht werden, fröhlich der Islamophobie zu frönen. Die Moscheegegner wiederum behaupten, es ginge ihnen um den Hamster und nicht um die Moschee oder den Islam.

Spannende Zeiten in Erfurt-Marbach jedenfalls. Wird SpVgg 1860 Hamsterschutz gehen die Borussia Moscheenbau gewinnen? Wird es Verlängerung geben? Elfmeterschießen gar? Mit Feldhamstern!? Die Außenseiter machen es den Favoriten schwer. Wir bleiben dran. Sollte es zu einem tierärztlichen Gutachten kommen, aus dem hervorgeht, daß der Feldhamster vom Ruf des Muezzins bis weit über die Grenzen des Grundstücks hinaus einen schädlichen Ohrwurm bekommt, dürfte der Moscheenbau vom Tisch sein. In dem Fall würden wir uns nochmal bei Ihnen melden.

 

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