Traumazentrum darf keine Vergewaltigungsopfer, sondern nur noch traumatisierte Flüchtlinge behandeln

Schwedische Traumaklinik darf keine Vergewaltigungsopfer mehr behandeln - nur noch traumatisierte Flüchtlinge (Symbolbild: JouWatch)

Schweden/Stockholm: Über zehn Jahre behandelte das Traumazentrum in der schwedischen Hauptstadt schwer traumatisierte Personen wie Vergewaltigungsopfer. Zukünftig dürfen dort nur noch Patienten mit Traumata durch Folter und Krieg behandeln.

Das Stockholmer Krisen- und Traumazentrum war über 10 Jahre lang Anlaufstelle für schwerst traumatisierte Personen. Dort wurden laut einem Bericht der schwedischen Zeitung SVT jährlich bis zu 200 Personen, darunter bis zu 140 Frauen behandelt, von denen die Mehrheit Vergewaltigungsopfer waren.

Zukünftig jedoch werden solche Opfer dort keine Hilfe mehr bekommen, da die Klink Vergewaltigungsopfer abweisen muss und stattdessen nur noch Patienten mit Traumata durch Folter und Krieg behandeln darf. Dies habe der zuständige Landtag der Provinz Stockholm beschlossen, da laut Klinikvertrag nur die Behandlung von Folter- oder Kriegstraumata erlaubt sei.

Wahrer Grund: „Flüchtlinge“ haben Priorität

Warum erst jetzt so entschieden wurde, könne die zuständige Leiterin der psychiatrischen Abteilung des Stockholmer Kreisrats beantworten. Die bisher behandelten Vergewaltigungsopfer würden auch in anderen Kliniken eine gute Versorgung erhalten. Der tatsächliche Grund kann jedoch aus einer nachfolgenden Stellungnahme der Leiterin der staatlichen Stelle  abgelesen werden. Dort heißt es nämlich über die zukünftigen Patienten: „Das ist eine Gruppe, die jetzt durch die großen Migrationsströme anwächst, und wir wollen, dass die Klinik zukünftig noch mehr Personen aus dieser Gruppe helfen kann“. Die bisher behandelten Vergewaltigungsopfer würden auch in anderen Kliniken eine gute Versorgung erhalten.

Dieser Aussage widerspricht die Klinikleitung. Man sei auf die Behandlung von Vergewaltigungsopfern spezialisiert. Es gebe nur wenige andere Institute, wo diese eine vergleichbare Behandlung erhalten könnten. Nach der Entscheidung, nur noch traumatisiere „Flüchtlinge“ zu behandelt sei es zweifelhaft, ob in Zukunft alle Vergewaltigungsopfer die Behandlung bekommen würden, die sie bräuchten. (BS)

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