Katalonien stimmt im Oktober über Unabhängigkeit ab

(Bild: Serguei; estelada; CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)
Die Estelada - offiziellen Flagge der autonomen spanischen Region Katalonien (Bild: Serguei; estelada; CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)

Kataloniens Regionalregierung treibt die Abspaltung von Spanien weiter voran. Die Bürger der spanischen Region sollen am 1. Oktober über die Unabhängigkeit abstimmen. Die spanische Zentralregierung sperrt sich mit allen Mitteln gegen die Sezessionsbewegung.

Gegen den anhaltenden Widerstand der spanischen Zentralregierung setzte Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont die Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien am 1. Oktober an. Die Regierung in Madrid erklärte, sie werde ein solches Referendum nicht zulassen.

„Möchten Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat im Form einer Republik sein soll?“, so die alles entscheidende Frage über die Zukunft der spanischen Region, die über einen Volksentscheid ihre Abspaltung von der spanischen Zentralregierung seit Jahren versucht voran zu treiben.

Ausbeutung ein Ende bereiten

Die autonome Provinz Katalonien liegt im Nordosten der iberischen Halbinsel zwischen der Mittelmeerküste und den Pyrenäen. Die Hauptstadt ist Barcelona. Die 7,5 Millionen Katalanen bewohnen 6,3 Prozent der Fläche Spaniens. Bis 1714 war Katalonien unabhängig. Die Katalanen pflegen ihre eigene Sprache, die, wie das Baskische, nicht etwa ein Dialekt des Spanischen ist, sondern tatsächlich eine eigene Sprache mit eigenem Vokabular und eigener Grammatik. Unter der Diktatur Francos wurden Katalanen und Basken gezwungen, ihre Sprache und Kultur mehr oder weniger aufzugeben. Die Verbrechen Francos haben sich im Norden Spaniens ähnlich tief ins kollektive Bewusstsein der Bürger eingeprägt, wie im Süden die jahrhundertelange Unterdrückung durch die Mauren.

Seit 1978 besitzt Katalonien neben dem Baskenland, Galicien und Navarra den Status einer autonomen Region innerhalb des spanischen Staates. Aufgrund der historischen, sprachlichen und kulturellen Unterschiede zum übrigen Spanien bezeichnen viele Einwohner Katalonien als eine eigene Nation. Darüber hinaus beklagt sich das dynamische Katalonien, das als wirtschaftsstärkste autonome Region Spaniens gilt, über die hohen Transferleistungen an Madrid. Ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts wird in dieser Region erwirtschaftet.

Referendum auch ohne Erlaubnis aus Madrid

Regionalpräsident Puigdemont kündigte bereits zum Jahreswechsel an, ein rechtlich bindendes Referendum über die katalonische Unabhängigkeit abhalten zu wollen und das auch ohne die Erlaubnis der spanischen Zentralregierung in Madrid. „Das Ergebnis – ob es nun Ja oder Nein lautet – wird diese Regierung als Mandat akzeptieren“, so Puigdemont. Ministerpräsident Rajoy hatte klar gemacht, dass es solch ein Referendum nicht geben werde, sagte aber laut Medienberichten nicht, wie er ein solches zu verhindern gedenke.

Denkbar wäre, dass Rajoy zur Verhinderung Puigdemont wegen Ungehorsams suspendieren könnte, die Autonomie der Region außer Kraft setzen oder auf Beamte in Katalonien Druck ausübt. Nach jüngsten Umfragen befürworten drei Viertel der Katalanen ein Referendum. (BS)

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