In der ZEIT: Donald Trump bereit zum Eid

Max Erdinger Foto: JouWatch

Wie ich hier schon einmal belegt hatte, ist Donald Trump nicht nur amerikanischer Präsident, sondern außerdem noch die Obsession deutscher Mainstreammedienmenschen. Diese Obsession flaut auch nicht ab.

Von Max Erdinger

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimavertrag bezog Trump ausschließlich Prügel in der deutschen Mainstreampresse. Kaum irgendwo fiel ein positives Wort. Seit Januar phantasiert die deutsche Presse durchgehend von einem vorzeitigen Ende der Präsidentschaft Donald Trumps. Sogar das hässliche Wort „Impeachment“ (Amtsenthebungsverfahren) geisterte eine zeitlang durch die Gazetten – und zwar nur durch die Gazetten. Politische Schritte zu einer Amtsenthebung des US-Präsidenten gab es zu keiner Zeit. Nun soll es der entlassene FBI-Chef Comey richten. Die ZEIT berichtet.

Zitat: „US-Präsident Donald Trump hat zentralen Vorwürfen aus der Senatsanhörung von James Comey widersprochen und den früheren FBI-Chef der Lüge bezichtigt. Der Präsident erklärte sich bereit, seine Aussagen auch unter Eid zu wiederholen. Anders als Comey behaupte, habe er diesen nicht gebeten, Ermittlungen des FBI gegen den früheren nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Russland-Kontakten einzustellen, sagte Trump am Freitag. Er habe von Comey auch kein Loyalitätsversprechen verlangt, wie dieser ausgesagt hatte.“ – Zitatende.

Man muß sich das einmal vergegenwärtigen: Es geht dabei um Anschuldigungen Comeys gegen Trump, die auf nichts anderem fussen, als der Behauptung, Trump habe Comey in einem Vier-Augen-Gespräch (!) gebeten, die Ermittlungen gegen Flynn einzustellen. Trump bestreitet das. Sein Wort als US-Präsident zählt so wenig, daß er sich inzwischen genötigt fühlt, einen diesbezüglichen Eid abzulegen. Dabei stehen sich hier lediglich zwei Aussagen aus einem privaten Gespräch gegenüber. Die ZEIT entblödet sich nicht, wegen eines solchen Kokolores ein Faß aufzumachen – und zwar ganz so, als ob politisch motivierte Ermittlungen eine exclusiv amerikanische Spezialität wären, die in Deutschland undenkbar sind. Dabei würde es sich durchaus lohnen, vor der eigenen Tür zu kehren. Es ist ja nicht so, daß deutsche Gerichte nicht zunehmend Gesinnungstribunalen glichen. Und es ist auch nicht so, daß sich das nicht hundertfach belegen liesse. Von „Behinderung der Justiz“ ist im Fall Comey vs. Trump die Rede. Da entringt sich meinemeinem nur der folgende Stoßseufzer: Wenn doch nur endlich jemand die deutsche Justiz behindern würde!

Und dann das, ganz weit unten im Text – Zitat: „Er (Anm.: Comey) untermauerte aber Vorwürfe einer Einflussnahme des Präsidenten auf die FBI-Ermittlungen. Er habe sich von Trump unter Druck gesetzt gefühlt, die Ermittlungen gegen Flynn fallen zu lassen, sagte Comey.“ – Zitatende.

Warum eigentlich noch einen ZEIT-Artikel darüber, was Comey gefühlt haben will? Was soll das? Es dürfte ja schon schwierig genug sein, Trump nachzuweisen, daß er Comey bei einer Privatunterhaltung unter Druck gesetzt hat! Aber Trump dafür ans Bein zu pinkeln, daß Comey irgendwelche Gefühle hatte – und einen solchen Bullshit herzunehmen, um daraus eine aufmerksamkeitserheischende Meldung im vormaligen Intellektuellenblättchen der Republik zu stricken, zeigt nur, wozu die „seriöse Presse“- und das ganze Deutschland im Jahre zwölf nach Merkels Kanzlerinnengeburt herabgesunken sind: Zu einer veritablen Gesinnungsdiktatur, in der Anstand und gesunder Menschenverstand drastisch an Bedeutung verloren haben. Das wäre mal ein Thema für die ZEIT!

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