Sind die Deutschen demokratiefähig?

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In einer Demokratie muss die Mehrheit auch die anderen aushalten können (Foto: Durch Catchlight Lens/Shutterstock)

Deutschland ist – zumindest aus eigener Sicht – einer Hort der Demokratie mit Signalwirkung für den Rest der Welt. Entwicklungen der jüngeren Zeit lassen berechtigte Zweifel an diesem Anspruch aufkommen.

Von Quo usque tandem

Nehmen wir doch einmal exempli gratia den Fall der Alternative für Deutschland (AfD). Diese – in Übereinstimmung mit allen einschlägigen parlamentarischen Normen konstituierte – Partei unterscheidet sich von den sog. „Altparteien“ darin, dass auf ihrer politischen Agenda drei Ziele stehen, welche den sog. „Altparteien“ der BRD offenbar völlig am – Sie wissen schon – vorbeigehen:

  • Ein Ende der (inzwischen gar nicht mehr so) schleichenden Islamisierung Deutschlands als Folge einer verantwortungslosen Einwanderungs- und Asylpolitik;
  • Ein Ende der Opferung mehrerer Generationen von Deutschen auf dem Altar einer Chimäre namens „Vereintes Europa unter schuldensolidarischem Einschluss auch der letzten auffindbaren maroden Volkswirtschaft“;
  • Ein Ende des Bestrebens des Brüsseler Bürokratiekraken, Deutschland zum Bestandteil eines grauen, amorphen europäischen Einheitsbreis zu machen.

(Das Parteiprogramm der AfD enthält noch eine Vielzahl anderer, auf den Nägeln brennender Punkte, aber ich will mich, im Interesse der Kürze, auf die Vorgenannten beschränken.)

Eines der grundlegenden Elemente der Demokratie ist der Dialog, das Ausdiskutieren konträrer Sichtweisen mit dem Ziel einen beiderseitig akzeptablen Konsens zu finden. Die bundesdeutschen Systemparteien (und die ihnen hörigen Medien) haben nie auch nur den geringsten Versuch eines solchen Dialogs gemacht, sondern sie haben die neu auftauchende AfD von Anfang an angefallen wie tollwütige Hunde, sie mit jeglichem nur vorstellbaren Schmutz beworfen (wobei keine Anschuldigung zu absurd oder zu primitiv ist) und generell das Ziel verfolgt, beim breiten Publikum den Eindruck zu kultivieren, dass jedes AfD-Mitglied, jeder AfD-Wähler mit zwei Hörnern und einem Pferdehuf ausgestattet sei. Auch die Führungsspitzen der beiden deutschen Haupt-Kirchen sind sich nicht zu schade, um in dieses Hyänengeheul einzustimmen, indem sie – wie z. B. gewisse Fragestellungen im Zusammenhang mit dem kürzlich zu Ende gegangenen evangelischen Kirchentag gezeigt haben – implizit das Postulat in den Raum stellen, dass eine AfD-Mitgliedschaft die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft ausschließt.

Was die systemparteilichen Inhaber parlamentarischer Mandate anbetrifft, so ist diese blindwütige Blockadehaltung rein menschlich noch zu verstehen, denn – da die Anzahl solcher Mandate nicht dehnbar ist – verliert, mit jeden AfD-Kandidaten, der in ein Parlament (Bund und/oder Landes) einzieht, ein bisheriger Systemmandatsträger seine liebgewonnenen (da einträgliche und das Geltungsbedürfnis befriedigende) Erwerbsquelle – aber, was treibt die geistlichen Würdenträger an, ihr Amt in dieser Weise zu missbrauchen? Sehen sie eigentlich nicht, auf welcher Seite ihr Brot gebuttert ist und was mit ihnen bzw. ihren Nachfolgern geschehen wird, falls der Islam die Mehrheitsreligion in Deutschland wird (was bei der Fortsetzung der gegenwärtigen Zuwanderungs-Politik eine durchaus realistische Zukunftsperspektive ist)? Konzilianz? Friedliche Koexistenz der Religionen? Ein einziger Blick auf Staaten wie Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, den Sudan, Ägypten, Mali, Nigeria (um nur einige Beispiele zu nennen) genügt, um, ob solch weltfremder Vorstellungen die Hühner lachen zu hören.

Ich will hier nicht von dem Heer von Dumpfbacken reden, die (wie dies bei allen Landtagswahlen der jüngeren Vergangenheit die Regel war) mit offizieller Billigung (und möglicher Entlöhnung aus Steuertöpfen)  AfD-Wahlplakate beschädigen bzw. entwenden (was, dies nur am Rande, die Straftatbestände der Sachbeschädigung bzw. des Diebstahls erfüllt) und nicht selten auch körperliche Gewalt gegen AfD-Wahlhelfer anwenden. Diese Art von „Quasimodi der Reaktion “ ist jenseits jeglicher Hoffnung und müsste rechtens in Käfigen gehalten werden. Aber – und hier komme ich auf die in der Artikelüberschrift gestellte Frage zurück – wie ist es möglich, dass eine (immer noch)  Mehrheit einer Nation, welche (mit kurzen Unterbrechungen) seit mehr als 150 Jahren in demokratischer Tradition lebt, die über die AfD verbreitete gequirlte – na, sie wissen schon – unbesehen und vorbehaltlos frisst und ihr Verhalten – im Freundeskreis, in den nachbarlichen Beziehungen und/oder am Arbeitsplatz – danach ausrichtet.

Ich möchte, angesichts dieser Situation, diese Frage (etwas erweitert) nochmals wiederholen: Sind die Deutschen tatsächlich demokratiefähig oder sind sie mehrheitlich lediglich Herdenvieh, das willig jeder primitivdemagogischen Beeinflussung aufsitzt?

Hat Shakespeare, in Bezug auf eine Mehrheit der Deutschen recht ,wenn er sagt „O, judgement, thou art fled to brutisch beasts and men have lost their reason“ (O, Urteil, du entflohst zum blöden Vieh, der Mensch nahm Abschied vom Verstand)?

 

 

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