JouWatch exklusiv: Interview aus Prien – „Meine Schwester musste sterben, weil sie Christin war“

Somi Azemi trauert um ihre Schwester, die von einem afghanischen Muslim ermordet wurde, der aus Deutschland abgeschoben werden sollte (Bild: JouWatch)

„Manche Leute haben mir gesagt, ich soll nicht mit Ihnen reden, es sei zu gefährlich“, sagt uns die Schwester der ermordeten Farimah Seadie am 27.5. in Prien. „Aber die Welt muss erfahren, was passiert ist. Ich muss das für meine Schwester machen.“

Von Collin McMahon

Die afghanische Christin Farimah Seadie (39) wurde am 29.4.2017 nach Zeugenaussagen von ihrem moslemischen Landsmann Hamidullah Moradi (29) vor den Augen ihrer Kinder brutal erstochen (JouWatch berichtete). Einen Monat später, am 27.4. ist ihre Schwester Somi Azemi (31, aus Essen) wieder nach Prien gekommen, um die Halbwaisen (5 und 11) zu besuchen, die nun bei ihrem Vater wohnen.

Somi ist eine unglaublich mutige und starke Frau, die im Angesicht dieses schrecklichen, feigen Mordes manchmal um Fassung ringt, sie aber nie verliert. Ihr Glaube hilft ihr, den sinnlosen Verlust ihrer geliebten älteren Schwester zu verdauen: „Farimah ist für Jesus gestorben. Es ist ein Verdienst, sie hat damit Jesus geehrt.“

Wenn man in Afghanistan zum Christentum konvertiert – eine Todsünde im Islam – muss man schon ziemlich überzeugt von seinem Glauben sein. Somi und Farimah sind vor sieben Jahren in den Iran gefahren, um sich dort von einem Dekan heimlich taufen zu lassen. „Davor kannten wir nur den Koran. Als wir Jesus und die Bibel kennengelernt haben, war es wie wenn man immer nur Zucker kennt, und dann plötzlich Honig schmeckt“, erklärt Somi ihre Bekehrung durch Farimah.

In Afghanistan mussten sie ihr Christentum heimlich praktizieren. Vom islamischen Teil der Familie wurden sie verstoßen. Ihre Ehemänner konnten Farimah und Somi dazu bringen, zu konvertieren. Aufgrund der Bedrohung in Afghanistan beschlossen sie vor fünf Jahren zu fliehen. „Farimah war damals schwanger mit ihrem Jüngsten. Wir sind auf Pferden durch den Nordiran in die Türkei geritten. Dort sind wir nach Istanbul geflogen, und von dort nach Griechenland. Ich bin mit den Kindern in einer Wohnung in Griechenland geblieben, und Farima ist nach Deutschland weiter, um Asyl zu beantragen. Dann hat sie uns alle nachgeholt.“

Farima war in Prien gut integriert, sie arbeitete im Lager in der Modekette „Villa Gaia“. Ihr Leben hätte eine Geschichte mit Happy End sein können – bis der mutmaßliche Mörder Hamidullah Moradi sie ohne Warnung von hinten abstach. „Dieser Mann hatte Abschiebung nach Afghanistan, deshalb wollte er vorher einen Christen umbringen, bevor er nach Hause gehen muss. Dann hat er seinen Jihad gemacht und wenn er stirbt, kommt er in den Himmel.“

Die Staatsanwaltschaft Rosenheim stufte Hamidullah als psychisch gestört ein und ließ ihn in den Maßregelvollzug einweisen. Somi bestreitet jedoch, dass sein Verhalten in Afghanistan ungewöhnlich erscheinen würde: „Das ist ganz normal. Im Koran steht, wenn jemand vom Islam abfällt, muss er getötet werden. Das ist das Gesetz. Wenn man diesen Mann nach Afghanistan schickt, wird er keinen Tag im Gefängnis sitzen. Alle werden verstehen, warum er das getan hat. “

Somi fällt es schwer, über den Tathergang zu sprechen. Zuerst will sie es nicht, dann erzählt sie es uns doch.

Dann geht sie zu ihrer Nichte und ihrem Neffen, um das Wochenende mit ihnen zu verbringen. „Es geht ihnen ganz gut bei ihrem Vater. Ich werde versuchen, sie einmal im Monat zu besuchen. Ich hoffe ich kann bald den deutschen Führerschein machen, denn der Zug ist sehr teuer.“ Mit den Kindern kann sie aber nicht über den Mord an Farimah sprechen. „Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich weiß nicht, wie ich ihnen das erklären soll. Warum musste das passieren?“

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