Welcome to Open House (oder: Lieb Vaterland, magst ruhig sein)

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Immer rein in die gute Stube (Grafik: Autor)

Am Sonnabend  der vergangenen Woche hatte ich ein sehr bezeichnendes Erlebnis.

Ich fuhr mit dem Auto für einen halben Tag nach Dänemark (genauer: den Süden Jütlands). Ich benutzte dabei die A7 (ich wohne in relativer Nähe zur deutsch-dänischen Grenze). An der Grenzübergangsstelle nach Dänemark waren die drei Fahrspuren auf eine solche verengt und dort wurde jedes auf dänische Hoheitsgebiet einreisende Fahrzeug kurz angehalten und visuell (von außen) durch eine militärisch gewandete Person inspiziert.

Von Quo usque tandem

Es ist mir zwar nicht ganz klar, wie eine solche externe Prüfung mögliche Terroristen enttarnen (und im Bedarfsfall unschädlich machen) soll – es sei denn bei dem Kontrolleur handelt es sich um einen Cyborg mit eingebautem Radar, Datenbank und Analyseprogrammatik. Aber immerhin können auf diese Weise aus dem Rahmen des Konventionellen fallende Erscheinungen herausgefiltert werden, wie z. B. ein Pkw, in dem statt der zulässigen fünf Personen acht solche sitzen (von denen zwei bis drei in der kleidsamen Damenmode gewandet sind, welche zur Zeit der Geburt Christi im vorderen Orient üblich war), in dem der Fahrer einen Zottelbart und ein weißes Käppchen trägt und bei dessen Anblick – um es kurz zu machen – sofort die warnende Leuchtzeile „Wohlstandstourismus“ über den geistigen Bildschirm flimmert.

Ich nehme an, dass neben dem einsamen Beobachter (und mit diesen durch Funk verbunden) back-up Personal in ausreichender Stärke in diskreter Entfernung für einen möglichen Bedarfsfall bereitstand.

Bei der Rückfahrt nach Deutschland erwartete ich ein Beispiel der Grenzkontrollen zu sehen, welche seit Monaten der Gegenstand so heißer Kontroverse in Politik- und Gutmenschenkreisen sind, aber ich wurde enttäuscht: An der Stelle, an welcher eine der blauen Hinweis-Tafeln mit den Sternen den Beginn des Hoheitsgebiets der BRD ankündigte, rollte der Verkehr mit unverminderter Geschwindigkeit in dieses hinein und es war nicht die geringste Spur einer staatlichen Präsenz zu erkennen.

Spätestens an dieser Stelle wurde mir klar, dass es Länder gibt, die sich dafür interessieren, wer in ihr Staatsgebiet einreist und andere, denen dies scheißegal ist – mit weitreichenden Folgen, wenn nicht bereits für ihre gegenwärtigen Bürger, so doch für künftige Generationen von solchen.

Wandere aus, solange es noch geht!
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