Will Margot, die Hirtin, ihre Schäfchen in einer Klagewelle ersaufen?

Foto Durch sysasya photography/Shutterstock
"Causa Käßmann - Die Idylle zwischen Hirte und Herde ist getrübt (Foto Durch sysasya photography/Shutterstock)

Es geht das böse Gerücht um, Margot Käßmann würde sich jetzt die Alternativen Medien und die Netzwerker vorknöpfen und abmahnen, weil sie angeblich ihr Zitat, das die Republik erschüttert hat, gekürzt wiedergegeben, aus dem Zusammenhang gerissen und damit ihre doch so gut gemeinte Aussage verfälscht hätten.

Eine Trauerpredigt von Thomas Böhm

Eigentlich dürfte sich Frau Margot Käßmann gar nicht so aufregen, denn wäre es tatsächlich so, wie sie behauptet, hätten diese Alternativen Medien lediglich das gemacht, was die Mainstreammedien jeden Tag machen – wenn es um die AfD geht: Zitate kürzen. Nur dass die etablierten Journalisten gerne ihren Interviewpartnern von der „rechten“ Seite das Wort noch im Mund umdrehen.

Für Frau Käßmann also eigentlich etwas ganz Normales. Es gibt in ihren Kreisen sogar Prediger, die Zitate aus der Bibel verkürzt wiedergeben, um diese dann in ihrem Sinne zu interpretieren – und, gab es hier schon mal eine Klage vom lieben Gott?

Das Ganze klingt, wenn es denn wahr sein sollte, schon ziemlich nach einem Ablenkungsmanöver einer störrischen „Ziege“, die einfach nicht wahrhaben will, dass sie da etwas ganz Schlimmes in den Raum geworfen hat und nun nicht die Größe hat, oder die Milde zeigen kann, sich öffentlich zu entschuldigen und bei den vielen AfD-Mitgliedern um Verzeihung zu bitten.

Doch sie scheint so viel Weinschaum vor dem Mund zu haben, dass sie nur noch wütend um sich treten kann.

Schützenhilfe bekommt sie selbstverständlich von den selbsternannten Wächtern der Wahrheit, wie zum Beispiel „Mimakama“, die dann ausgerechnet noch die „Faktenfinder“ der staatliche Propagandamaschine „Tagesschau“ hinzuziehen, um Frau Käßmann politisch korrekt unter die Arme zu greifen:

Die prominente evangelische Theologin Margot Käßmann ist Opfer eine Falschdarstellung geworden. Sie hatte beim Kirchentag die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate kritisiert. Diese Äußerung wurde in den Sozialen Netzwerken aus dem Kontext gerissen.

Die Theologin Margot Käßmann ist Ziel einer Kampagne in den Sozialen Medien geworden. Käßmann hatte in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD scharf angegriffen. Deren Forderung nach einer „Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung“ entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten: Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern – da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht“, so Käßmann auf der Veranstaltung. Diese Aussagen waren demnach direkt auf das familienpolitische Programm der AfD bezogen…

Vielleicht ein interessanter Hinweis für diese Faktenfinder:

Unter dem Begriff „einheimische Bevölkerung“ versteht man die Gruppe von Menschen, die in dem Land geboren sind, in dem sie leben. Also zum Beispiel in Deutschland dann auch jede Menge Bürger mit Migrationshintergrund.

Was also an der Forderung nach einer Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung „nationalsozialistisch“ sein soll, erklären uns die Aufklärer nicht.

Welche, wenn nicht die einheimische Bevölkerung sollte sich denn hier vermehren? Die ausländische?

Natürlich legen die Postfaktischen noch nach:

Der Satz „‚Biodeutsche‘ mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern” wurde bereits einen Monat früher genutzt, und zwar durch den AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber. Hierzu schrieb der Nordkurier am 25. April 2017 [3]:

„„Biodeutsche” mit nicht weniger als zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern sollen dafür sorgen, dass auch in 30 Jahren eine deutsche Leitkultur fortbesteht. Das verlangt der vorpommersche AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber.“

Nun ist es wohl ziemlich egal, welcher Heini wann und wo was gesagt hat, entscheidend zur Be- bzw. Verurteilung der AfD als Ganzes kann ja wohl nur das Grundsatzprogramm sein.

Außerdem – was ist eigentlich an dem Begriff „Biodeutscher“ zu mäkeln?

Fragen wir doch mal die „taz“, die ja nun gewiss nicht zu den „rechten“ Medien in diesem Land zählt:

Die Vokabel biodeutsch stammt nicht von Rechtsextremen, sondern, so weit ich weiß, von dem Grünen Cem Özdemir. Der hat biodeutsch eher spielerisch benutzt, um den Unterschied zwischen Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund zu markieren. Biodeutsch ist also ein Versuch, nicht bloß unscharf von Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten zu reden, sondern diese Differenz genauer zu beschreiben. Der Versuch von Migranten, dafür die Worte „altdeutsch“ und „neudeutsch“ zu benutzen, darf als gescheitert gelten.

Es ist so, wie es ist, die Aussage von Frau Käßmann ob mit oder ohne Nebensatz und Komma, ist ein Skandal!

Kann sein, dass Frau Käßmann vor dieser sagenumwobenen Bibelstunde auch ein oder zwei Gläschen Rotwein zu viel genossen und dann die Bibel mit dem Koran verwechselt hat. In einem Beitrag in der „Welt“ gibt uns Hamed Abdel Samad einen Hinweis darauf, dass diese Theorie tatsächlich stimmen könnte:

Bis heute gibt es im Freitagsgebet in Mekka immer den Satz: „Möge Allah ihre Kinder verwaisen lassen und ihre Frauen verwitwen lassen.“

Das klingt doch auch verdammt nach weniger „Biodeutschen“!

Irgendwie sieht es so aus, als ob Frau Käßmann und ihrer fleißigen Helfer in den Medien immer wieder in die eigene Falle stolpern.

Vielleicht macht sie das so wütend.

Bevor also Frau Käßmann tatsächlich ihre Schäflein mit einer Klagewelle ersaufen will, empfehlen wir ihr, vorher mal auf evangelisch.de nachzuschauen. Dort steht etwas ganz Interessantes zum Thema „vor Gericht zerren“ und „in die Steinzeit verklagen“:

Auch Jesus forderte die Menschen auf, alle Unstimmigkeiten mit den Mitmenschen zu beseitigen und sich zu versöhnen, bevor man Gott entgegentritt: „Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.“ Außerdem rät er, sich nach einem Streit schnell um Versöhnung zu bemühen und ihn nicht erst eskalieren zu lassen: „Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantwortet und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen wirst.“

Zitat – aus dem Zusammenhang gerissen: „Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist.“

Sollte sich Frau Käßmann trotzdem nicht einkriegen, empfehlen wir ihren „Opferlämmern“, sich an die JouWatch-Anwälte zu wenden.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...