„Terre des Femmes“ fordert gesetzliches Kopftuchverbot bei Mädchen

(Bild: JouWatch)
Kopftuchverbot bei Mädchen (Bild: JouWatch)

Die gemeinnützige Menschrechtsorganisation für Frauen „Terre des Femmes“ fordert, das sogenannte Kinderkopftuch im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen – sprich in der Schule –  für alle minderjährigen Mädchen gesetzlich zu verbieten.

Der gemeinnützige Verein Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau e. V., der sich seit seiner Gründung 1981 in Hamburg schwerpunktmäßig gegen geschlechtsspezifische Gewalt, insbesondere gegen die weibliche Genitalverstümmelung engangiert, hat sich auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit darauf verständigt, dass das sogenannte Kinderkopftuch im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen, für alle minderjährigen Mädchen gesetzlich zu verbieten ist.

Recht auf Kindheit

„Wir wollen, dass jedes Kind – gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sind dies alle Personen unter 18 Jahren – ein Recht auf Kindheit hat“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin Terre des Femmes zum Kopftuchverbot für Minderjährige in einer aktuellen Presseerklärung.

Verschleierung (häufig Hidschab) von Mädchen, wie sie zunehmend bereits in Kindergärten und Schulen zu beobachten sei, stehe diesem entgegen. Sie manifestiere bereits in der hochsensiblen Entwicklungsphase eine Art von Geschlechterapartheit und markiere Mädchen als Sexualwesen, als Verführerinnen, die ihre Reize vor den Männern zu verbergen haben. Dieses patriarchalische Rollenbild des weiblichen Kindes und heranwachsender Mädchen diskriminiere nicht nur sie, sondern auch den Mann als angeblich triebgesteuert und unbeherrscht.

Allen Kindern ein gesetzlicher Schutzraum zur Verfügung stellen.

Kindergärten, Schulen und andere Ausbildungsstätten müssen Orte sein, in denen sich jeder unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft und Weltanschauung entwickeln kann. Nur so kann Chancengleichheit realisiert werden.

„Alle müssen das Recht auf eine gleichgestellte Entwicklung erhalten“, fordert Stolle. Dazu gehöre auch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Weltanschauungsfreiheit. Hierfür müsse allen Kindern ein gesetzlicher Schutzraum zur Verfügung gestellt werden, in dem sie ein säkulares Gesellschaftsmodell erfahren können. (BS)

 

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