AfD-Bashing: Gesellenprüfung wird zur Gesinnungsprüfung

Foto: Durch Chompoo Suriyo/Shutterstock
Die Gesellenprüfung wird in Deutschland immer mehr zur Gesinnungsprüfung (Foto: Durch Chompoo Suriyo/Shutterstock)

Baden-Württemberg – Diffamierende Äußerungen über die AfD scheinen längst fester Unterrichtsbestandteil an staatlichen Schulen zu sein. Dass jedoch die politische Ausrichtung der AfD ein prüfungsrelevanter Moment ist und über das Bestehen einer Gesellenprüfung entscheiden kann, das dürfte eine neue Dimension im AfD-Bashing sein.

Um im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg laut Handwerksordnung (HwO) den erfolgreichen Abschluss einer Lehre im Handwerk Maler und Lackierer nachzuweisen, legt man auch dort eine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Seine Befähigung hat der angehende Geselle in einer theoretischen und einer praktischen, durchaus anspruchsvollen Prüfung unter Beweis zu stellen. Um dem heutigen eher ganzheitlichen, handlungsorientierten Prüfungsansatz gerecht zu werden, werden im theoretischen Teil sowohl Fachkenntnisse als auch Kenntnisse im Fach Gemeinschaftskunde abgefragt.

Weites Feld der gesellschaftspolitischen Fragen

Das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg, zuständig für die Erstellung dieser Prüfungsaufgaben sowie der Organisation und Durchführung von Prüfungen durch die öffentliche und privaten Berufsschulen, übersandte auf Presseanfrage von JouWatch den Fragenkatalog der diesjährigen theoretischen Gesellenabschlussprüfung (Sommer 2017) für Maler und Lackierer im Fach Gemeinschaftskunde.

Gesellschaftspolitische Fragen mussten ebenso beantwortet werden wie solche  zum Thema „Industrie 4“. Abgefragt wurden Begriffe wie „Parlamentarische Demokratie“ genauso, wie die Nennung von Konfliktursachen, die einen Flüchtlingsstrom auslösen können. Der angehende Maler- und Lackierergeselle hatte seine Positionen zu „Ehe und Familie“ ebenso darzulegen, wie aus einem Text der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema „Demokratie in Deutschland“ die Kernaussage herausarbeiten und zusammenfassen. Alles Fragen, die das weite Feld von gesellschaftspolitischen Themen widerspiegeln und dessen Beantwortung die Kenntnisse im Fach Gemeinschaftskunde abbilden können.

AfD – ein prüfungsrelevanter Umstand

Wenig bis überhaupt nicht erschließen sich deshalb die Fragen auf dem vierten Prüfungsbogen. „GK 4 Demokratie in Deutschland“, die sich  neben allgemeinen Fragen – ausschließlich nur mit einer Partei beschäftigen. Nein, keine Fragen zur Politik von CDU/CSU, den Sozialdemokraten oder deren grüne Genossen. Ebenso wenig will das zuständige Kultusministerium im Ländle wissen, was der Prüfling über die FDP oder die immer mal wieder im Verfassungsschutz auftauchenden Linken, ihre Kommunistische Plattform oder sonstige Linksextremisten in der SED-Nachfolgepartei so denkt.

Ausschnitt Fragenkatalog der diesjährigen theoretischen Gesellenabschlussprüfung (Sommer 2017) für Maler und Lackierer im Fach Gemeinschaftskunde.

In 4.1. hat der Prüfling drei Aufgaben der Parteien im deutschen politischen System zu beschreiben. In 4.2 soll er anhand von drei Beispielen erläutern, was im Grundgesetzartikel 21 (2)  (2) unter der „freiheitlich demokratischen Grundordnung“ zu verstehen ist. An dieser Stelle stellt die Verfassung fest: „Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.“

Finde alles zur Verfassungsfeindlichkeit der AfD

Sodann, in Aufgabe 4.3, hat unser politisch-handwerklicher Prüfling aus einem Artikel des Handelsblatts herauszuarbeiten, welche Beschlüsse der AfD verfassungswidrig sein könnten. Das dürfte nicht schwer fallen, stellt doch schon die Überschrift des Handelsblatt-Artikels klar: „STAATSRECHTLER ZUM AFD-PROGRAMM – Anti-Islam-Beschlüsse teilweise verfassungswidrig“.

„Die AfD konnte bei allen Landtagswahlen 2016 große Gewinne verbuchen. Beschreiben Sie drei mögliche Ursachen für diese Zugewinne“, so die Aufgabenstellung in Punkt 4.4, um im Fragekomplex rund um die AfD abschließend unter 4.5 eine Karikatur von Paolo Calleri zu beschreiben und die Aussageabsicht des Künstlers zu erklären. Der stellt eine Prinzessin mit CDU-Bauchbinde dar, die in Richtung des „AfD-Frosch“ die Worte richtet: „Sowas wie Dich küss ich nicht!“ Der döslig dreinblickende AfD-Quaker gibt zurück: „Vielleicht will ich ja gar nicht entzaubert werden!“

Entzaubern will sich jedoch offensichtlich das Kartell der Altparteien. Die Schule einmal mehr als Hort der Erziehung zum Klassenbewusstsein. Wenn das nicht im Sinne der „Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung“ ist. Jedenfalls in einer Prüfung sollte man dies nicht anzweifeln. Denn „Nazis“ dürfen keine Gesellen werden. Nicht bei diesem Meisterstück der Staatspropaganda. (BS)

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