Der Hessische Rundfunk ist immer ganz neutral, oder?

Foto: Collage
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Am Sonntag, den 28.05. 2017 um 18:00 Uhr strahlte der Hessische Rundfunk in seinem dritten Fernsehprogramm die Sendung „de facto“ aus, also Fakten, Fakten, Fakten, wie ein Chefredakteur mal so eindringlich warb.
Und, wie es im ÖR ja so üblich ist, alles ganz streng neutral und nur auf Information bedacht.
Dachte ich!
Ich werde anscheinend nie klug.

Von Michel Zornickel

Gleich der erste Beitrag beschäftigte sich mit einem armen abgeschobenen ehemaligen „Flüchtling“ aus dem Kosovo, welches ja von unserer Regierung zum sicheren Herkunftsland erklärt wurde.

Was geht dem armen Flüchtling nur so gegen den Strich?

Wir erfahren es: er gehört zu der seltsamerweise immer schneller wachsenden Gruppe von psychisch Kranken, seit er im Krieg (wie lange ist der nun her?) gezwungen wurde, Leichen aufzuladen. Natürlich nicht angenehm, aber krankmachend? Das haben auch die Macher des Beitrags wohl erkannt und sofort wurde hinterhergeschoben, daß – falls es sich verweigert hätte – er hätte möglicherweise erschossen werden können (seine beteiligten Freunde hat er nicht mehr wiedergesehen, welch schlüssiger Beweis, nicht wahr? Vielleicht sind die ja alle ohne Papiere in Deutschland?)

Und so wurde er in Deutschland natürlich psychiatrisch behandelt. Weil er den Lebensmut verloren hatte und suicidal gefährdet war!

Und nun sitzen er und seine Familie nach der Abschiebung ohne Betreuung in einer leeren 12 m² Wohnung herum und warten – Originalaussage im Beitrag! (ja, worauf denn?).

Er traut sich nur in Begleitung seiner Kinder für maximal 5 Minuten aus dem Haus (gleich kommen die Serben wieder um die Ecke zum Leichenaufladen, oder warum?). Natürlich beklagt er sich als nächstes, daß er sich die teuren Medikamente jetzt nicht mehr leisten kann.

Doch damit nicht genug, auch die kleinere der zwei Töchter ist an Asthma erkrankt und kann deswegen auch in dem „engen Raum“ nicht schlafen.
Wie auf Knopfdruck jammert sie, (dabei fließen natürlich auch die obligatorischen Kindertränchen) sie wäre lieber in Deutschland geblieben, dort hätten sie draussen gespielt, hier (im Kososvo) würde sie nur drin sitzen! (warum das? Wegen der ethnischen Zugehörigkeit?).

Und dann müssen sie auch noch mit 85 Euro kosovarischer Sozialhilfe auskommen, die kaum zum Essen reichen (wie viel anderen Kosovaren mag es genauso gehen?). In Deutschland war das natürlich ohne arbeiten zu müssen besser: Vollversorgung rundum.

Doch dann kommt der Höhepunkt dieser gar nicht manipulierenden Sendung, die ja „de facto“ öffentlich-rechtlich-gemäß ganz neutral und nur reiner Bericht ist:

Zum Abschluß ist ein „Experte“ eingeladen, und woher kommt der? Man glaubt es kaum, welche Anstrengungen der hr in Sachen neutraler Berichterstattung unternimmt – der „Experte“ kommt von PRO ASYL!

Natürlich räsoniert dieser „Experte“ darüber, daß die privaten Ärzte (also auch der ehemals in Deutschland behandelnde Arzt, alle ganz neutral sind und immer und überall nur sachgemäß beurteilen, dieser hatte einer Abschiebung widersprochen, aber er drang nicht durch mit seiner Expertise).

Im Gegenzug sind die Amtsärzte natürlich alle dem politischen Willen unterworfen und gehorchen nur diesem, nie dem hypokratischen Eid! (weil Amtsärzte eine Abschiebung befürwortet hatten!) Ausserdem hätten diese oft gar nicht die nötige Spezialausbildung und würden – ob ihrer willfährigen Meinung – durch die Republik gekarrt, um ihre Befunde zur Abschiebungstauglichkeit abzugeben. Sowas aber auch.

Und der Richter, der letztendlich über die Abschiebung entschieden hat, war natürlich auch politisch gesteuert und nicht unabhängig!
Dabei hatte ich immer den Eindruck, daß die Politik, allen voran unsere Mutti Angie, doch alle hier haben will, und die Abschiebungen politisch ausgebremst werden. Komischer Widerspruch, oder?
Den löst der neutrale hr natürlich nicht auf!

Da frage ich mich nur, wieso der hr einen „Experten“ von PRO ASYL einlädt, denn wenn der die Abschiebung für richtig erklären würde, grübe er doch seiner eigenen Organisation das Wasser ab?
Seine „Expertise“ war also vorher abzusehen.

Dazu: Warum schickt ihm nicht PRO ASYL einfach die Medikamente und zur Not noch zwei Betten in das Kosovo? Weil dann der Heiligenschein nicht mehr so hell glänzt? Oder weil sich damit weniger für PRO ASYL verdienen läßt?

Des Weiteren: Millonen Amerikaner haben genauso wie diese Familie keine Krankenversicherung ( die berühmte Obamacare ). Müssen wir die nun alle in Deutschland versorgen, von den afrikanischen Staaten mal ganz abgesehen? Auf des deutschen Beitragszahlers Kosten selbstverständlich?

Ganz zum Schluß kam noch etwas ganz leise und unauffällig im Beitrag: Der Mann gehört zu den Roma, ehemals Zigeuner genannt, (Das ist ja qua dictum nicht mehr PC, wie lange dauert es jetzt bis „Roma“ auch nicht mehr PC ist? Irgendetwas findet sich doch immer!)

Sollte sich der Mann deswegen im Kosovo nicht so ganz wohlfühlen, oder sind die Roma da plötzlich so beliebt?

Aber der so neutrale hr hat ja so neutral berichtet: Für meine GEZ-Gebühren. DANKE!

 

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