Von Daumen und Schafen (oder: wie wir im Vollgefühl humanitären „Gutseins“ in die Luft fliegen)

Foto: Durch Hakan Egne/Shutterstock
Geschäftsbeziehungen zwischen Opfer und Täter? (Foto: Durch Hakan Egne/Shutterstock)

Es gibt eine Anekdote des  Genre „Schwarzer Humor“, in der ein Mann dazukommt, wie ein Freund sich wiederholt mit einem Hammer auf den linken Daumen schlägt. Auf die entsetzte Frage, was er denn da mache, antwortet der Freund: „Das Gefühl, wenn zwischen den Schlägen der Schmerz  nachlässt, ist so toll“.

Von Quo usque tandem

Analoges spielt sich in neuerer Zeit in den wirtschaftlich potenteren Staaten Europas (die einschlägigen Kreise scheinen sich nicht für Portugal oder Lettland zu interessieren) ab, wo Anhänger der primitiveren Ausprägung der islamischen Glaubenslehre mit schöner Regelmäßigkeit (und anscheinend mit der größten Leichtigkeit) terroristische Anschläge verüben, in deren Verlauf an religiösen Kontroversen völlig uninteressierte Menschen in wechselnder Anzahl getötet werden und weitere an Verletzungen und deren bleibenden Folgen für den Rest ihres Lebens zu tragen haben.

Die Abläufe nach einem solchen Ereignis gleichen sich in allen betroffenen Ländern in frappierender Weise: Ein Bürgersteig, der unter Blumen, Kerzen und Teddybärchen verschwindet, Mahnwachen, Lichterketten, von Politikern mit der angezeigten Leichenbittermine vorgetragene Worte der Trauer und des Entsetzens über die Tat, gefolgt von (nunmehr im staatstragenden Modus gehaltenen) Aufforderungen an die Allgemeinheit, vor der Bedrohung „eng zusammenzustehen“ und sich nicht „unterkriegen zu lassen“. „Zusammenstehen“? Etwa, weil allein die Wahrnehmung dieses „engen Zusammenstehens“ den nächsten potentiellen Attentäter unweigerlich von seinem verderblichen Tun abhalten wird? „Nicht unterkriegen lassen“? Wenn man mit abgerissenen Beinen auf dem Pflaster liegt, ist man „unter“ – daran führt keine noch so schöne Rhetorik vorbei.

Zu anderen Zeiten nannte man Sprechblasen der obigen Art „Pfeifen von Kindern im dunklen Wald“.

Danach? Nichts! Business as usual! Kein Umdenken in Bezug auf die Zuwanderungspolitik hin zu einem mehr selektiven System, welches die Berechtigung der Zuwanderung von dem Vorhandensein einer gewissen zivilisatorischen Grundausstattung abhängig machen würde.

Keine Initiativen, die das Ziel hätten, die sich immer weiter ausbreitenden Substrata von außerhalb von Gesetzen und Gesellschaftnormen des jeweiligen „Wirts“-Landes funktionierenden Parallelgesellschaften einzudämmen und auszutrocknen. Gerade diese Subtrata mit ihren, für das Konzept der Integration völlig verlorenen, fundamentalreligiösen, von enttäuschten Hoffnungen und Sozialneid zerfressenen Massen bilden die ergiebigsten Rekrutierungszonen für den fundamentalislamischen Terror.  Die geeigneten Mittel zu Eindämmung und Austrocknung wären eine (bereits lange fällige) Abkehr von einer, auf der Grundlage ethnischer Unterscheidungen funktionierenden „Kuscheljustiz“ sowie eine massive Intensivierung der Abschiebungspraxis.

Keine Anstalten dazu, die (in diesem Zusammenhang absurden) verfassungsmäßigen Hürden (Stichwort: Religionsfreiheit) abzubauen, die ein frühes und wirksames Vorgehen gegen Hassprediger (die erfahrungsgemäß für einen Großteil der Rekrutierung zum Terrorismus verantwortlich sind) verhindern.

Und, last-but-not-least, keinerlei Anstalten, das gegenwärtige Spiegelfechten in Sachen „Schutz der europäischen Außengrenzen“ durch wirksame Maßnahmen zu ersetzen (wozu allerdings als Vorbedingung die Akzeptanz einer realistischeren Sicht des Unterschiedes zwischen „Flucht vor realer Gefahr“ und „Flucht aus wirtschaftlichen Gründen“ unabdingbar wäre). Der Schutz vor Invasion und Terrorismus muss primär an der Außengrenze stattfinden und darf nicht ausschließlich auf (regelmäßig verfassungsbehinderte) Überwachung im Inland vertrauen.

Und  so stehen wir eben weiter immer enger zusammen, warten stoisch auf das nächste Fallen des Metzgerbeils,  füttern (und streicheln) weiter die Hand, die uns (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) töten wird,  genießen das angenehme Gefühl der „Ruhe und Geborgenheit“ zwischen zwei Anschlägen und (nicht zu vergessen) das Gefühl  gegebenenfalls, unter dem Kriterium „humanitären Verhalten“, als „Gerechter“ über den Asphalt verteilt zu werden.

Das charakteristische Verhalten von Schafen, eben oder dem Mann, der sich immer wieder selbst auf dem Daumen haut.