„Flüchtlingsprotest“: Unterkunft ist schlecht, Security unfreundlich

(Bild: Fridolin freudenfett (Peter Kuley); CC BY-SA 3.0; siehe Link)
Altes Rathaus in Wilmersdorf, das seit 2015 als Immigrantenunterkunft genutzt wird (Bild: Fridolin freudenfett (Peter Kuley); CC BY-SA 3.0; siehe Link)

Berlin-Wilmersdorf – Nachdem es bei den Flüchtlingsindern in Selms so wunderbar funktioniert hat, protestieren nun auch „Flüchtlinge“ in Berlin Wilmersdorf gegen die schlimmen Bedingungen in ihrer Unterkunft.  Sie wollen Privatsphäre und  besseres Essen. Außerdem nervt das Sicherheitspersonal.

Zehn „Flüchtlinge“ aus Indien traten im nordrhein-westfälischen Selms letzte Woche in den Hungerstreik, weil sie nicht das bekamen, was ihnen angeblich versprochen wurde: Normale Häuser zum Wohnen, das Essen selbst kochen und eine Sikhtempel in der Nähe (JouWatch berichtete).

„Wir möchten Menschen, die in der Schule gelernt haben, wie man andere mit Respekt behandelt“

Der Protest der „Schutzbedürftigen“ wurde sodann vom zuständigen Bürgermeister erhört. Der SPD-Mann sorgt nun dafür dass der Caterer, der die Unterkunft mit Essen versorgt, indische Mahlzeiten zubereitet. Und in Kochkursen dürfen die Vollrundumversorgten einmal die Woche selbst kochen, so der WDR.

Dem gut funktionierenden Beispiel folgend, protestieren nun auch „Flüchtlinge“ in Wilmersdorf, die im ehemaligen  Rathaus des Berliner Stadtbezirks untergebracht sind. In einem anklagenden Sitzprotest vor dem Rathaus taten sie ihrem Unmut kund. Ein Afghane beschwert sich, dass das Essen nicht gut sein, die Zimmer der Unterkunft, auf die man aus hygienischen Gründen kein Essen mitnehmen darf, nicht abschließbar und die Security sei zudem unfreundlich. Ein junger Syrer bestätigt das Gesagte seines Leidensgenossen: „Wir wollen keine Sicherheitsleute, die jeden Tag ,Herzlich willkommen’ sagen, aber wir möchten Menschen, die in der Schule gelernt haben, wie man andere mit Respekt behandeln.“

In einen anderen Bezirk will man dann doch nicht

Wie der Tagesspiegel berichtet, äußert sich der Heimleiter der Immigrantenunterkunft, die vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betrieben wird, dahingehend, dass „krude Anschuldigungen“ sich mit „substanziellen Beschwerden“ vermischen würden und es schwer sei, zwischen Wahrheit und Phantasie zu unterscheiden.

Den Forderungen der Schutzbedürftigen nach einer eigenen Küchen könne leider nicht sofort nachgekommen werden, da diese Investition mehrere 100.000 Euro kosten würden, so ein Sprecher des Landesamts für Flüchtlinge (Laf). Andererseits werde das Angebot, die unter der offensichtlich unerträglichen Situation Leidenden in andere Einrichtungen zu verbringen, nicht wirklich angenommen. In einen anderen Bezirk oder gar aufs flache Land wollen die Protestierenden dann doch nicht.

Dennoch ist Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke), die die Situation für die „Flüchtlinge“ als „nicht hinnehmbar“ gegenüber dem rbb einstufte, mehr als bemüht, neue Gemeinschaftsunterkünfte schnellst möglich zu eröffnen. (BS)

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