Vierzig

Zwei Tage lang lief in den Staatsmedien von Tagesschau bis taz die Meldung rauf und runter, einer Studie des „Göttinger Instituts für Demokratieforschung“ zufolge breite sich im ohnehin zivilgesellschaftlich zurückgebliebenen Osten die Buntheitsverweigerung nunmehr endemisch aus.

Von Michael Klonovsky

Immerhin die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hatte der erschüttert aufächzenden Öffentlichkeit zwar nicht gleich einen Generalplan Ost, aber immerhin eine Studie namens „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“ präsentiert, die, wie etwas genauere Leser derselben als die trendkonformen Huschelchen der Wahrheits- und Qualitätspresse feststellten, auf 40 Interviews aus zwei sächsischen Regionen fußte (hier). Nun, was ist denn gegen die Vierzig zu sagen? Vierzig lautet die Symbolzahl der Prüfung, vierzig Tage dauert im Alten Testament der Regen der Sintflut, vierzig Tage verhandelte Moses auf dem Berg Horeb mit Gott und versuchte vergeblich, ihm das sechste Gebot auszureden, vierzig Tage verweilte der von den Toten erstandene Jesus noch auf Erden, bevor er zum Himmel aufstieg, vierzig Jahre war Mohammed alt, als er die ersten Visionen empfing, vierzig ist das Mindestalter des Bundespräsidenten, vierzig Räuber rückten dem Ali Baba auf die Pelle, und nun zeugen vierzig Gerechte gegen Dunkeldeutschland, wobei sich unter den repräsentativen Vierzig auch einige grüne, linksparteiliche und asyllobbyistische Ausgewogenheitsgaranten befanden. Allerdings ist nach neueren Erkenntnissen die Symbolzahl gefährdet. ScienceFiles schreibt: „Auf der Liste der Personen, die vom Göttinger Institut für Demokratieforschung interviewt worden sein sollen, tauchen Namen von Personen in bestimmten Positionen auf, die es nicht gibt.“

Na so was! Fake News, „Hetze“ und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ vom Allerfeinsten?