Europa begeht Selbstmord!

Foto: Collage
Europa droht der Untergang. Die Fahne der Eroberer ist schon gehisst (Foto: Collage)

Mit seinem neuen Buch “The Strange Death of Europe“ zündet der bekannte britische Journalist und Autor Douglas Murray eine Handgrante und wirft sie mitten in die Einwanderungs- und Identitätsdebatte, die überall auf dem Kontinent an Fahrt gewinnt.

Von Marilla Slominski

“Europa begeht Selbstmord”, schreibt der 37jährige Murray. „Oder zumindest seine Führer haben diesen Selbstmord beschlossen…Das Ergebnis: am Ende ihres Lebens werden viele der jetzt lebenden Menschen feststellen, dass Europa nicht mehr Europa ist und die Europäer den einzigen Platz auf der Welt verloren haben, den sie ihr Zuhause nennen.“

Dafür gibt es seiner Meinung nach zwei Gründe. Zum einen stimmten die europäischen Politiker wissentlich einer Masseneinwanderung von Menschen zu, „die die kalten und regnerischen nördlichen Städte mit Leuten füllt, deren Kleidung eher auf einen Gebirgspass Pakistans oder in die arabischen Sandstürme“ passt.

Zum anderen hätten die europäischen intellektuellen und kulturellen Eliten ihr Vertrauen in den Glauben, die Traditionen und die Rechtmäßigkeit verloren. Gelähmt von Schuld und Wiedergutmachung, hätten sie ihren Blick von den historischen christlichen Werten abgewandt, von denen die Menschen erwarten, dass sie sie verteidigen.

Ein Ergebnis ihres Utopismus sei, so Murray, dass Europa aufhören wird, Europa zu sein. Die europäische Kultur, so wie sie Generationen begriffen haben, die Kultur geprägt von Größen wie Michelangelo, Mozart, Shakespeare, Goethe, Bach und Wagner sei dem Untergang geweiht.

“Anstatt dass Europa ein Zuhause für die Europäer bleibt, haben wir entschieden ein „Utopia“ im ursprünglichen Sinn des griechischen Wortes zu werden, ein „Nicht-Ort“, so der Autor.

Die Elite schlägt ob der bitteren Zukunftsvisionen in gewohnter Manier zurück: für den britischen The Guardian ist Murrays Werk „bürgerliche Xenophobie“ und „eine schicke Version von nacktem Rassismus“, der Autor findet sich – wo sonst – in der rechten Ecke wieder und alle Leser gleich mit ihm.

Doch ein Blick zurück am Beispiel Großbritanniens unterstützt die Sicht des Autors Murray und zeigt das Ausmaß der Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten.

Die Labour-Regierung erlaubte in der Zeit von 1997 bis 2010 2,2 Millionen Menschen, sich im Land niederzulassen. Das entspricht größenmäßig zweimal einer Großstadt wie Birmingham oder Köln.

Unter David Cameron versuchten die Tories die Zahlen einzudämmen, im Augenblick liegen sie bei 273.000 pro Jahr entsprechend einer Stadt wie Hull  – oder in Deutschland Wiesbaden.

The Strange Death of Europe von Murray, Douglas
The Strange Death of Europe
von Murray, Douglas

Es ist kein Geheimnis, dass Zuwanderung auch in der Vergangenheit nie auf eine große Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen ist. Aber es ist unbestreitbar, dass niemals zuvor Politiker in ganz Europa so gegen den Willen ihrer Bürger gehandelt haben, wie in den letzten Jahren.

An diesem Punkt werden die Befürworter der Masseneinwanderung das Argument in den Raum werfen, dass Großbritannien schon immer ein Einwanderungsland gewesen sind, alle von irgendwoher kommen, alle irgendwie ausländischen Wurzeln haben und man schon deshalb die Tore nicht schließen könne.

Doch Douglas Murray zeigt in seinem Buch, dass diese Argumentation historisch falsch ist. Großbritannien ist in der Vergangenheit nie ein klassisches Einwanderungsland gewesen. Selbst die normannischen Eroberer stellten nur einen winzigen Teil an der Bevölkerung.

So unbeirrt europäische Medien wie BBC die ARD auch weiterhin behaupten mögen, Europa sei schon immer so „vielfältig“ gewesen, die Wahrheit ist, dass bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts die überwältigende Mehrheit in ihren Ländern, wie Großbritannien, Italien oder Deutschland geboren wurden. Es reicht ein Blick auf beliebige Straßen-Fotos aus vergangenen Zeiten, auf denen das sichtbar wird.

Auch das Beispiel der Diversitäts-Verfechter, die Flucht vor Verfolgung der französischen Hugenotten, ist schnell entkräftet, betrachtet man die Zahlen.  Denn in den 1680 Jahren flohen ganz 50 000 von ihnen nach Deutschland und ca. 50 000 nach Großbritannien.

Sie waren verfolgte Protestanten, teilten also die christliche Kultur ihrer neuen Heimat und sorgten in den Ländern, in die sie immigrierten, durch ihren Fleiß oft für eine Blüte der Wirtschaft insbesondere in der Landwirtschaft.

Die europäischen Eliten lieben es, ihre Gesellschaften als so verstaubt und langweilig anzusehen, so dass sie ihrem Willen nach, dringend einen Schuss „Farbe“ benötigen. Seltsamerweise fordern sie eine solche „Auffrischung“ nie für Länder wie Burkina Faso oder Bhutan.

Wohin diese Haltung führt, zeigt Douglas Murray am Beispiel von Schweden. Der Premierminister von 2006 bis 2014 Fredrik Reinfeld, glühender Verfechter der Masseneinwanderung, fand seine Schweden „langweilig“, Grenzen waren für ihn „fiktionale Konstrukte“, für ihn war nur „die Barbarei wirklich schwedisch“.

In den folgenden Jahren nahm Schweden im Verhältnis zu seinen 10 Millionen Einwohnern mehr „Flüchtlinge“ auf, als jedes andere Land in Europa.

Mit steigenden Kriminalitätszahlen, wurden die Diskussionen um das Für und Wider immer heftiger und ermöglichten einer Partei wie den Schwedendemokraten einen rasanten Aufstieg. Sie sind seit zwei Jahren führende Oppositionskraft und das in einem Land, das als der toleranteste der Welt galt.

Inzwischen versuchen die politischen Eliten in Europa verzweifelt, ihre Gegner zum Schweigen zu bringen.

Zwei Geschichten aus dem Buch “The Strange Death of Europe“ zeigen, welches Ausmaß das bereits angenommen hat.

Die erste spielt im September 2015, als Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Facebook Gründer Mark Zuckerberg anfragt, was er machen könne, um die Kritiker ihrer Politik der offenen Grenzen zu stoppen. „Arbeiten Sie daran?“ fragt sie ihn und er antwortet, Ja, das tue er.

Die zweite kommt ebenfalls aus Deutschland und ereignet sich nur einen Monat später in Kassel. 800 Migranten sollen ankommen und die Stadt hält eine Informationsveranstaltung für die Bürger ab. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke ist vor Ort und sieht sich mit den Bedenken und dem Unmut der Einwohner ob seiner Willkommenskultur konfrontiert. Er verkündet den empörten Steuerzahlern „Wer diese Werte nicht vertritt, kann jederzeit dieses Land verlassen“.

Für manch einen, mag Douglas Murray die Zukunft zu schwarzmalen, doch Europa braucht Stimmen wie ihn. Wo es enden kann, wenn sie verstummen, hat dieser Kontinent in der Vergangenheit bitter durchleben müssen.