Bundesagentur vermittelt jeden dritten Arbeitslosen in Leiharbeit

(Foto: über dts Nachrichtenagentur
Migrantenfrei Zone: Das Arbeitsamt. Und das wird auch so bleiben. (Foto: über dts Nachrichtenagentur)

Neues zum Thema „geschönte Arbeitslosenstatistik“:

Berlin – 33 Prozent aller Vermittlungen durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben Arbeitslose im vorigen Jahr in die Leiharbeit geführt. Diese Zahl geht aus einer Kleinen Anfrage der Sprecherin für Arbeitnehmerrechte in der Grünen-Bundestagsfraktion, Beate Müller-Gemmeke, an die Bundesregierung hervor, wie „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgabe) berichten. Demnach stammte 2016 auch ein Drittel aller offenen Stellenangebote von Zeitarbeitsfirmen.

„Die Arbeitsagentur sollte in dauerhafte Arbeit vermitteln, doch vermittelt sie nach wie vor in großem Stil in die Leiharbeit“, rügte die Grüne. Dabei habe der damalige BA-Chef Frank-Jürgen Weise vor vier Jahren noch „Fehlentwicklungen“ eingeräumt und angekündigt, die Vermittlung in Zeitarbeit zu überdenken. „Die BA hat ihre Hausaufgaben immer noch nicht gemacht“, stellte Müller-Gemmeke fest.

Zwei Drittel der Erwerbslosen, die die Bundesagentur in Leiharbeit vermittelt, haben zuvor Arbeitslosengeld I bezogen. Sie kommen also aus dem ersten Arbeitsmarkt und hatten zuvor mindestens ein Jahr lang eine Arbeitsstelle. Nur ein Drittel der vermittelten Arbeitslosen hat zuvor Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezogen.

Leiharbeitskräfte sind in der Mehrheit gut qualifiziert: Zu 57 Prozent verfügen sie über einen anerkannten Berufsabschluss – weitere acht Prozent sogar über eine akademische Ausbildung. Lediglich ein knappes Viertel aller Leiharbeitskräfte hat keine Berufsausbildung. „Es ist ein Märchen, wenn immer wieder darauf verwiesen wird, Leiharbeitskräfte seien schlechter qualifiziert“, betonte Müller-Gemmeke.

Zeitarbeit werde keineswegs nur von Menschen verrichtet, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance hätten. Vielmehr „bekommen sie dort einfach keine Chance“. Dies sei nicht akzeptabel. Zudem seien die Unterschiede bei den Löhnen „gravierend hoch“ – im Schnitt verdiene eine Leiharbeitskraft rund tausend Euro weniger als regulär Beschäftigte. „Deshalb wollen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, sagte sie. Leiharbeitskräfte müssten sogar noch einen zusätzlichen Bonus erhalten. (dts)

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