ARD: Trump-Obsession statt Objektivität

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Obsession der ARD - Donald Trump Foto:Erkan Atay / Shutterstock.com

Das Shorenstein Center für Medien, Politik und politische Berichterstattung an der Harvard Kennedy School analysierte die Medienberichterstattung über Donald Trumps erste 100 Tage im Weißen Haus. Am Donnerstag gab es den entsprechenden Bericht dazu.

Untersucht worden waren die Nachrichten in der Druckausgabe der New York Times, des Wall Street Journals, der Washington Post, die Hauptnachrichtensendungen von CBS, CNN, Fox News, NBC und drei europäischen Nachrichtenkanälen (die britische Financial Times, die BBC und Deutschlands ARD).

Bei der ARD, dem größten deutschen Nachrichtensender, ist Trumps Eignung für das Amt das führende Thema bei der Berichterstattung über den amerikanischen Präsidenten gewesen. Ein volles Fünftel der Meldungen bezog sich darauf. Im Februar sind es dann immer noch 18 Prozent gewesen. Trumps Eignung bekam dann weniger Aufmerksamkeit im März und im April, war aber immer noch gut für ungefähr 10 Prozent der Berichterstattung über den POTUS. Selbst diese Zahl übertraf alles, was irgendeiner der untersuchten US-Sender aufzuweisen hatte. Außerdem war bei den ARD-Journalisten eine unvergleichlich große Einigkeit in der Beurteilung der Eignungsfrage zu beobachten. Satte 98 Prozent ihrer Kommentare sind negativ gewesen, nur 2 Prozent waren von Wohlwollen getragen.

Die neueste Hinterfotzigkeit in der Methodik fand sich gestern – ohne daß ich mich darauf festnageln lassen würde – entweder auf der Startseite von web.de oder bei den MSN-News. Die fiese Schlagzeile habe ich kurz wahrgenommen, ohne den Bericht dazu zu lesen. Dort hieß es sinngemäß: „Impeachment …“, also Amtsenthebungsverfahren, „Trump berät sich bereits mit Experten im Weißen Haus.“ Nun ist es ja nicht so, daß es schon irgendwelche relevanten Schritte zur Amtsenthebung des amerikanischen Präsidenten gegeben hätte. „Impeachment“ spukt durch die Köpfe der trumpfeindlichen Presse und durch sonst keine. Die Presse wiederum kann aber ein solches Verfahren nicht durchführen. Das heißt also, daß die Presse zunächst den Begriff in Umlauf bringt und als nächstes einen Pseudobeleg nachschiebt: Trump berät sich bereits mit Experten.

Tatsächlich ist aber nichts anderes passiert, als daß Trump sich Rat geholt hat für den Fall, daß das medial inszenierte Thema politische Relevanz bekommen sollte, was es aber bis dato nicht hat. Insinuation: Trump rechnet selbst schon mit einem Impeachment. So werden in Deutschland Lügen gestrickt. (ME)

 

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