So multikulti sind unsere Gefängnisse

Foto: Durch Bellebellary/ Shutterstock
Bunte Welt Knast (Foto (Durch Bellebellary/ Shutterstock)

Deutschland wird täglich bunter. In Hessen spricht nach Angaben von Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) jeder zweite Gefangene kaum Deutsch. In der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden sind es sogar 75 Prozent, meldet Bild unter der Schlagzeile: „Deutsch wird im Knast zur Fremdsprache“ (über das Kanzleramt würde die Gazette dergleichen nie berichten). Hinter Gittern herrscht also bereits jene noble Vielfalt, der sich die Sachsen und andere Pöbeldeutsche draußen noch dumpf verweigern. Nachdem die Bundeswehr als Schule der Nation ausgedient hat, treten die Justizvollzugsanstalten in die zugegeben klein gewordenen Fußstapfen der längst nur noch mit ihrer Vergangenheit kämpfenden Truppe.

Von Michael Klonovsky

Aber ein paar graue Mäuse in Hessen freuen sich nicht über so viel Weltoffenheit. „Es gibt ganz klar einen Zusammenhang zwischen fehlenden Deutschkenntnissen, Scheitern im Bildungs-System, Drogen und der Chance, früher oder später in Haft zu kommen. Diesen Cocktail des Scheiterns wollen wir durchbrechen“, vertraute Kühne-Hörmann, wir raten mal nicht nach dem wievielten Cocktail, der Bild-Zeitung an.

Kann es sein, dass der eine oder andere im Bildungssystem welches Landes auch immer Gescheiterte die „Chance“, hierzulande ins Gefängnis zu kommen, nur deshalb nutzen konnte, weil ihm zuvor die Chance, unrechtmäßig nach Deutschland zu kommen, nicht verwehrt wurde? Und zwar von jener Parteispitzenfreundin Kühne-Hörmanns, die man nach diesem Urteil des Hamburger Landgerichts inzwischen – wenn auch nur in überspitzter satirischer Absicht! – als „FDJ-Schlampe“ bezeichnen darf? Aber einen Zusammenhang zwischen Masseneinwanderung und Gefängnis herzustellen, das geht zu weit, das sind Cocktails des Scheitans auf die Mühlen der Rechtspopulisten!

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