Schweden lässt Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange fallen

Bald ein wirklich freier Mann? Julian Assange (Foto: ビッグアップジャパン/Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
Bald ein wirklich freier Mann? Julian Assange (Foto: ビッグアップジャパン/Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Stockholm/London – Die Vergewaltigungsvorwürfe der schwedischen Justiz gegen Julian Assange wurden fallengelassen, das Verfahren gegen den Australier eingestellt, wie die Welt berichtet. Der WikiLeaks-Gründer sitzt wegen eines schwedischen Auslieferungsantrages seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Die USA werfen ihm Verrat von Staatsgeheimnissen vor, die Briten wiederum einen Verstoß gegen Kautionsauflagen. Daß in Großbritannien ein Auslieferungsantrag der USA gegen Assange vorliegt, wollten die Briten weder bestätigen noch dementieren. Aus den USA hieß es, man wolle sich derzeit nicht zum Fall Assange äußern.

Der prominente Botschaftsasylant reagierte auf die Nachricht seiner Verfahrenseinstellung in Schweden angriffslustig. „7 Jahre lang ohne Anklage festgehalten (…), während meine Kinder großgeworden sind und mein Name verleumdet wurde“, schrieb Assange auf Twitter. „Das kann ich nicht vergeben und nicht vergessen“, sagte er in London. Der Kampf gehe erst jetzt richtig los. Die schwedische Justiz hatte vier lange Jahre gebraucht, ehe sie sich dazu entschloß, Assange in der Botschaft Ecuadors zu vernehmen, anstatt weiterhin auf seiner Auslieferung nach Schweden zu beharren. Auf dem Balkon der Botschaft in London dankte Assange Ecuador für den Schutz, den ihm das Land gewährt hatte.

Der ecuadorianische Außenminister Guillaume Long erklärte unterdessen in Quito, daß der europäische Haftbefehl gegen Assange nicht länger mehr gelte und forderte von den britischen Behörden freies Geleit, damit Assange die Botschaft zur Ausreise aus Großbritannien verlassen könne. Der Anwalt des WikiLeaks-Gründers äußerte die Vermutung, daß sich Assange wohl in Ecuador niederlassen wolle.