Trump soll schon wieder ein Problem haben

Max Erdinger Foto: JouWatch

Die Süddeutsche Zeitung fabuliert von einem neuen Problem, das Trump angeblich haben soll. Der amerikanische Präsident hat wohl Geheimdienstinformationen eines befreundeten Dienstes, ohne von diesem dazu autorisiert gewesen zu sein, an den russischen Außenminister Lawrow und den russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, weitergegeben. Es habe sich um Informationen über den Islamischen Staat gehandelt. Das Ganze sei bei einem Besuch der beiden Russen im Weißen Haus passiert.

Von Max Erdinger

Zitat:

  • US-Präsident Trump soll US-Medien zufolge streng geheime Informationen an Mitglieder der russischen Regierung weitergegeben haben.
  • Sein Nationaler Sicherheitsberater bezeichnet die Geschichte als „falsch“.
  • Trump hat jedoch schon in der Vergangenheit bewiesen, dass ihm das Gespür für den Umgang mit hochsensiblen Informationen fehlt. – Zitatende.

Wenn ich jemals König von Deutschland werden sollte, werde ich die Süddeutsche Zeitung dazu zwingen, sich in „Hinterfotzige Zeitung“ umzubenennen. Was für eine Methode! Erst SOLL Trump, dann HAT sein Sicherheitsberater – und zum Schluß ist fehlendes Gespür in der Vergangenheit der Grund dafür, daß wahrscheinlich stimmt, was Trump in der Gegenwart gesollt haben soll. Wahnsinn.

Zitat: „Von Thorsten Denkler, New YorkDiese an Seltsamkeiten ohnehin schon reiche Präsidentschaft von Donald Trump hat jetzt eine neue Facette bekommen. Der US-Präsident soll nach gleichlautenden Informationen von Washington Post und Buzzfeed vergangene Woche streng geheime und hochsensible Informationen über den sogenannten Islamischen Staat an zwei russische Überraschungsgäste weitergegeben haben.“ – Zitatende

So-so, reich an Seltsamkeiten also, diese Präsidentschaft. Das passt, Herr Denkler. Wozu das passt? Das passt zu der Berichterstattung der Süddeutschen über den US-Wahlkampf letztes Jahr. Die war nämlich so reich an Seltsamkeiten, daß Trump, der seltsamerweise trotz der Süddeutschen Zeitung Präsident geworden ist, noch lange seltsam sein kann, bis er die Prantl-Prawda mit ihren Seltsamkeiten eingeholt hat. Im Grunde genommen müssten bei der Süddeutschen alle vor Scham rot anlaufen, wenn der Name Trump fällt, – und sich sofort krankmelden.

Was jetzt diese hochsensiblen und schwer geheimen Informationen angeht, die übrigens nicht von einem ungenannten Dienst stammen, sondern von Israel, sieht es ja wohl so aus: Putin hat dem Islamischen Staat ein paarmal kräftig eine über den Schädel gezogen und dafür den Beifall Trumps bekommen. Meinen ebenfalls. Es heißt auch „Islamischer Staat“, nicht „sogenannter Islamischer Staat“. Ein Korrespondent der Süddeutschen in New York stellt sich schließlich auch mit: „Guten Tag, ich bin Herr Denkler“ vor – und nicht mit „Guten Tag, ich bin der sogenannte Herr Denkler.“ Der Islamische Staat wird sich ja wohl wenigstens noch selber so nennen dürfen, wie er will, ohne deswegen von einem sogenannten Herrn Denkler korrigiert zu werden. Natürlich ist klar, was dieses „sogenannte“ vor „Islamischer Staat“ soll: Bei der Prantl-Prawda will man nicht wahrhaben, daß der Islamische Staat verdammt viel mit dem Islam zu tun hat. Religion des Friedens, Dialog, Vorurteil, Islamophobie und so weiter …

„Überraschungsgäste“ ist auch gut. Wie muß der Leser sich das vorstellen? Trump kommt nach dem Frühstück nichtsahnend ins Oval Office, will gerade noch ein Bäuerchen machen – und eiderdaus – lümmeln da einfach Lawrow und der russische Botschaft auf dem Kanapee herum. Wer sie wohl reingelassen hat? Überraschungsgäste …

Zitat: „Bei dem Termin anwesend waren auch einige Regierungsmitarbeiter, sowie Vertreter der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass.“ – Zitatende.

Aha. Termin mit Überraschung also. Sachen gibt´s?

Zitat: „Russland steht im Kampf gegen den Islamischen Staat wegen der engen Bande des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum syrischen Machthaber Baschar al-Assad im Konflikt mit den USA.“ – Zitatende

Das ist ja jetzt ganz falsch, sogenannter Herr Denkler. Mitnichten stehen die USA mit Putin im Konflikt, weil der den legitimen syrischen Präsidenten und dessen Armee im Kampf gegen die sogenannte Terrormiliz unterstützt. Vielmehr stehen die Amerikaner mit Trump an der Seite der Russen, die den IS bekämpfen. Mit Russen, die enge Bande zu Assad haben, steht „Soros“ im Konflikt – und sonst niemand. Bereits im Januar, zwischen seiner sogenannten Wahl und seiner sogenannten Vereidigung nannte Trump den Herrn Soros eine „Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten“. Daß nun der Herr Soros im Konflikt mit Putin steht, ist ein alter Hut. Herr Putin hält nämlich nichts von Herrn Soros´sogenannten guten Ideen. Der Herr Orban übrigens auch nicht. Und eine ganze Reihe anderer Staatsmänner ebenfalls nicht. Präsident Duterte von den Phillippinen sagte neulich sogar, daß er Herrn Soros an seinen sogenannten Eiern aufhängt, sollte der jemals phillippinischen Boden betreten. Außerdem ist Soros ist noch nicht die USA. Jedenfalls noch nicht ganz.

Zitat: „Das Weiße Haus hat die Geschichte inzwischen dementiert. Die Story sei „falsch“, erklärten der Nationale Sicherheitsberater H. R. McMaster und seine Stellvertreterin Dina Powell.“ – Zitatende.

Ich glaube den Herrschaften. Jedenfalls mehr als der Süddeutschen Zeitung. Die SZ hat früher schon „das Gespür für den Umgang mit hochsensiblen Informationen“ vermissen lassen. Aber eine Idee zum Stopp des galoppierenden Auflagenverlustes hätte ich: Süddeutsche Zeitung dreilagig.