Italien: Der Sikh muß zahlen

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Gerechtigkeit (Foto: Michal Kalasek/Shutterstock

Rom – Wie die Zeitung „Il Giornale“ berichtet, bestätigte der oberste Kassationsgerichtshof in Rom das Urteil gegen einen indischen Sikh, der wegen des offenen Tragens eines sogenannten heiligen Messers mit einer fast zwanzig Zentimeter langen Klinge zu 2.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war. Der Inder war in Berufung gegangen und hatte angeführt, daß das offene Tragen eines solchen Messers Teil seiner religiösen Tradition sei. Die wiederum sei vom Recht auf freie Religionsausübung geschützt. Der Kassationsgerichtshof widersprach dieser Rechtsauffassung und begründete sein Urteil u.a. damit, daß von Einwanderern nach Italien zu verlangen sei, sich den Regeln und Werten des aufnehmenden Gastlandes anzupassen. Das Recht auf freie Religionsübung decke keinesfalls eine Verletzung italienischer Gesetze. Der Sikh muß zahlen.

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Es ist erstaunlich, welche Selbstverständlichkeiten erst bei einem Gang durch die gerichtlichen Instanzen geklärt werden müssen. Man stelle sich vor, worauf sich Moslems hätten berufen können, wäre das Urteil des obersten italienischen Gerichts anders ausgefallen.