Frauke Petry kann es nicht lassen

Frauke Petry (Bild: JouWatch)
Für Frauke Petry gibt es eine Parteilinie nur, wenn es nach ihrer Vorstellung läuft (Bild: JouWatch).

In der Bundespressekonferenz wird dank der Parteisprecherin die Debatte um „Protestpartei“ und „Realpolitik“ munter fortgesetzt. Petry sieht die AfD zum „Kampf gegen Rechts“ aufgerufen. Ein absurder Auftritt einer Parteispitze, die von ihrer Sprecherin immer wieder torpediert wird.

Von Christian Jung

Die Wähler wüssten nicht wofür die AfD stehe, erklärte Frauke Petry in der Bundespressekonferenz zum Wahlausgang in NRW. Anstatt den bescheidenen Wahlerfolg für das Setzen einer positiven Botschaft zu nutzen, führte die Parteispitze den internen Streit auf offener Bühne fort, der mit dem Parteitag in Köln entschieden schien.

Regeln für alle Anderen, Ausnahmen für Petry

Petry, die vor ihrer Niederlage von der Bühne im Kölner Maritim Hotel noch erklärt hatte, welche Seite auch immer durch die Entscheidung des Bundesparteitages unterliege, müsse diese akzeptieren. Mehr noch: Die so gefundene Position müsse gemeinsam nach außen vertreten werden.

Allerdings gilt für Petry, was auch schon für Lucke galt: Für Euch die Regeln, für mich die Ausnahme.

Der Erfolg hätte größer ausfallen können, wenn sie beim Wähler nicht als Protestpartei wahrgenommen würde, griff die Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag ihren künstlich erzeugten Gegensatz von „Protestpartei“ und „Realpolitik“ wieder auf.

Uns so ließ sie die Journalisten der Bundespressekonferenz wissen: Das auch Inhalte mit der AfD verbunden wären, könne jetzt die Fraktion in NRW beweisen. Das müsse die AfD jetzt auch im Bundestagswahlkampf tun, die sich auch klar von den extremen Rändern abgrenzen müsse.

Abgrenzung von vermeintlichen Extremisten als Parteiinhalt

Dieser Weg der „Abgrenzung zu den Extremen“ müsse weiter beschritten werden. Petry bezeichnet den Beschluss des Bundesvorstandes zum Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke als richtig. „Es muss klar sein, wo Schluss ist“, ließ sie die Journaille wissen.

Pretzell erklärt auf die Frage, wie es mit Islamhassern und Antisemiten in der AfD steht, man habe da in NRW schon vorher aufgepasst. „Sie werden keine abseitigen Positionen in der NRW-Fraktion finden.“ Dafür habe man zuvor – sprich bei der Listenaufstellung – schon gesorgt.

Kein Wunder also, wenn die AfD beständig nach ihrem internen Kampf gegen vermeintliche Extremisten gefragt wird, wenn Teile der Parteispitze selbst diese Debatte immer wieder befeuern. Wie die Alternative für Deutschland auf diese Weise in den Köpfen der Wähler „mit Inhalten verbunden“ werden soll, wird Petrys Geheimnis bleiben.