Syrer bringt die Provinz zum Kochen – Polizei greift durch – und kontrolliert die einheimischen Autofahrer

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Die Vorfälle auf einem Polizeirevier im kleinen Naumburg – jouwatch berichtete – sorgen mittlerweile auch überregional für Schlagzeilen.

Von Marilla Slominski

In Sachsen-Anhalt hat die AFD bei den Wahlen im vergangenen Jahr mit rund 24 Prozent aus dem Stand ihr bisher stärkstes Ergebnis eingefahren. Nun mühen sich Lokal- und Landespolitiker der CDU die aufgebrachte Bevölkerung wieder zu beruhigen. Die Stimmung reicht in der kleinen Stadt, die sich mit ihrem berühmten Dom um den UNESCO-Weltkulturerbe-Titel bemüht, von komplettem Unverständnis bis hin zu blanker Wut. Ein Naumburger Landtagsabgeordneter der CDU schlug als erster die Alarmglocken und durfte die Beruhigungspille „Mehr Polizeipräsenz nach Übergriff in Naumburg“ aus Magdeburg mit nach Hause nehmen.

Schenkt man Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) Glauben, so sind die Aktivitäten der syrischen Familie schon seit einem halben Jahr Gesprächsthema. „Diese Entwicklung ist erschreckend,“ sagte Küper. Er schätze die Vorfälle als „organisiert“ ein, so Küper.

Seither übertreffen sich vor allem die CDU-Politiker mit starken Sprüchen – um zu suggerieren: alles unter Kontrolle auf der Andrea Doria. „Großstädtische Verhältnisse dürfen nicht entstehen“, tönt Landrat Götz Ulrich (CDU) in der Mitteldeutschen Zeitung. 

Auch Innenminister Holger Stahlknecht lässt es sich nicht nehmen, mit markigen Worten dabei zu sein: „Es darf keine Parallelgesellschaft entstehen. Wir werden mit allen Mitteln des Rechtsstaates robust durchgreifen“, lässt auch er sich in der MZ zitieren.

Als wenn es die Parallelgesellschaften nicht schon überall im Land geben würde.

Bei so viel „konservativer“ Manpower darf natürlich auch die Linke im Pulk der Schlaftablettenverteiler nicht fehlen. Eilig meldet sich Innenpolitikerin Henriette Quade zu Wort, den wahren Feind wie gewohnt fest im Blick: „Nach allem, was man jetzt liest, war eine Eskalation absehbar. Darauf muss man vorbereitet sein, da darf man nicht in Unterzahl losfahren“, nagelt sie in der MZ die Polizei an die Wand.

Der eigentliche Skandal, dass nämlich wieder einmal die Justiz es nicht für nötig hält, den randalierenden Syrer Ahmed A., der Polizeibeamte mit dem Tod bedroht, in Haft zu nehmen, fällt dabei geflissentlich unter den Tisch. Der 21-jährige Tatverdächtige hat einen befristeten Aufenthaltstitel – den sogenannten subsidiären Schutz – der im November ausläuft. Eine Abschiebung muss er wohl nicht befürchten, da in Teilen Syriens immer noch Bürgerkrieg herrscht.

Naumburger Bürger dürfen sich jedenfalls über eine erhöhte Polizeipräsenz freuen – die Polizei kontrollierte erst mal mehr als 200 Kraftfahrzeuge. „Die eigens dafür eingesetzten 13 Polizisten stellten zehn Geschwindigkeitsüberschreitungen fest, drei Autoinsassen, die nicht angegurtet waren, sowie einen Fahrer, der mit dem Handy beschäftigt war“, meldet die MZ. Sozusagen ein Erfolg auf ganzer Linie. Die Stadt wird sicher!

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