Gestern, Heute, Morgen: Schön, ist es auf der Welt zu sein..

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Will von der Wahrheit nichts wissen: Bild (Foto: Collage)

„Vereinigte Staaten von Europa“ … Macron, Madame und die Schokolade … BILD, Berlin und die Migranten … Drei Geschichten aus dem Leben. Dreimal seufzen, schmunzeln, lachen… Trost? Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Wählertach?? Wer glaubt, dass sich an Rhein und Ruhr, in NRW was ändert, glaubt auch an den Weihnachtsmann … 

Von Oliver Flesch

Brüssel, das Babylon der EU –  ich kann es nicht mehr hören! Seht doch endlich mal die positiven Seiten der europäischen Union! Was uns die offenen Grenzen alles gebracht haben: Urlaubsfeeling im eigenen Land zum Beispiel. Wie weit mussten wir früher bitte schön reisen, um einem Taschendieb zum Opfer zu fallen?! Heute reicht eine Fahrt auf der Rolltreppe im nahegelegenen Einkaufszentrum…

Die vielen Einbrüche? Auch hier mal ehrlich,Leute – dafür mussten wir noch vor zwanzig Jahren ein teures Hotelzimmer im Ausland buchen, damit die Knackis sich daheim in unsere verwaiste Wohnung trauten. Heute werden uns die Einbrecher frei Haus geliefert. Mit etwas Glück können wir sogar live dabei sein, wenn sie uns die Bude leerräumen; mit noch mehr Glück werden wir dabei von unseren rumänischen Freunden (Ceausescus späte Rache) mit unseren eigenen Möbeln vermöbelt. Also halblang, Leute – endlich mal ein bisschen ÄKTSCHN, im einst so langweiligen Deutschland, deshalb: Ein dreifach Hoch auf die EU!

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Wo wir grad bei der EU sind – sind wir nicht nur noch einen Steinwurf von den „Vereinigten Staaten von Europa“ entfernt?  Die hat mein Kumpel, der Bestsellerautor Oliver Janich, ja bereits 2013 in seinem gleichnamigen Buch angekündigt. Prompt schlägt Frankreichs neuer Präsident Emmanuell Macron jetzt schon mal „gemeinsame Schulden“ vor. Auf gut Teutonisch: Von Griechenland über Italien bis Fronkreisch wird gelebt – die fleißigen Deutschen zahlen. Und Martin, das Froschauge der  SPD, kriegt sich vor Begeisterung nicht mehr ein. Klar, im Gegensatz zu den NRW-Sozen hat er SEINE, in EU-Babylon gemachte Million, längst im Trockenen. Der Wichtel aus Würselen braucht weder Malta, noch die Banken seines Luxemburger Freunds und  Junkers …

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Manche nennen Macron ja Grabräuber. Erstens klingt das für mich viel zu martialisch, zweitens ist es gemein:  Für mich ist Emmanuell(e) Macron einfach nur ein Waschlappen. Wunderbar in der Dokumentation „Les Coulisses d’une Victoire“ zu sehen. Als er nach der stressigen TV-Debatte gegen Marine Le Pen um ein Stück Schokolade bat, bekam er von seiner Mutter…, nee, ich komm da immer durcheinander, von seiner Lehrerin…, schon wieder … also:von seiner Frau Madame Schimpfe; er solle gefälligst nichts Ungesundes essen! (spontan dachte ich noch: Kann Madame doch egal sein, er wird sie eh überleben…) Doch wie reagiert das Jüngelchen Président? Statt zu sagen: „Das lass mal schööön meine Sorge sein, Muddi!“, und sich direkt eine ganze Tafel reinzuziehen (welcher Mann isst nur EIN Stück Schokolade, bitteschön?), bat er artig um ein Glas Wasser!

Soll Muddi’s Söhnchen  mir jetzt leidtun? Ein „Mann“, der sagt: „Terrorismus gehört zum Alltag der Franzosen. Die wahren Feinde Frankreichs sind die Anhänger von Le Pen“, hat diese Muddi verdient. Auch wenn Tatter-Timpetu F.J.Wagner von BILD wegen dieser ältlichen Brischitt womöglich die Prostata wiedererweckt hat…

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Berlin, die Stadt, in der ich sechs Jahre lebte, nenne ich nur noch wehmütig „meine kleine Heimatfront“. Da kannste deine Frau noch nicht mal mehr guten Gewissens U-Bahn fahren lassen. Selbst wenn du sie dabei an die Hand nimmst. Für den, der keinen schwarzen Gürtel in irgendwas hat, kann eine U-Bahn-Fahrt schnell zum Selbstmordkommando werden. So berichtete BILD gestern (Anfang Mai!), dass es Anfang März (!) wieder mal eine „Attacke aus „nichtigem Grund“ gab, „wieder TATORT Berliner U-Bahnhof“ …  „Mann gegen Kopf getreten, als er schon wehrlos am Boden lag“.

Früher war alles besser? Nö. In meiner Jugend gab’s auch Schlägereien, nur: Lag einer am Boden, war der Kampf vorbei. Einem Wehrlosen gegen den Kopf treten? Deutscher, kommst Du nach Deutschland … BILD: „Zu der Attacke soll es am 4. März gegen 4 Uhr in Kreuzberg gekommen sein. Aus nichtigen Gründen … kam es auf dem U-Bahnhof Mehringdamm zu einer Auseinandersetzung, bei der dem 33 Jahre alten Mann zunächst von einem Täter ins Gesicht geschlagen wurde…Anschließend eilten zwei weitere Männer herbei und schlugen dem Opfer ebenfalls ins Gesicht, so dass dieses zu Boden ging. Am Boden liegend traten sie gegen den Kopf des 33-Jährigen.“

Und (wirklich!) weiter: „Während die 33-jährige Frau leichte Verletzungen erlitt, die medizinisch nicht versorgt werden mussten, kam der Mann mit schweren Verletzungen zur stationären Behandlung in eine Klinik.“Die Polizei bittet nun um Hinweise zu den Tatverdächtigen (südosteuropäisches Aussehen, 17 bis 20 Jahre alt).

Mal abgesehen von dem BILD-Text, der wahrscheinlich den Literaturnobelpreis für Wachbücher bekommen wird ( „eilten zwei Männer herbei … während die Frau medizinisch nicht versorgt werden mußte … so dass dieser zu Boden ging …) Warum fahndet die Polizei eigentlich erst jetzt? Sie hat seit über zwei Monaten gestochen scharfe Fotos der Überwachungskameras! Was sollen die Täter denn noch machen, um ihr die Arbeit zu erleichtern? Pässe in die Kamera halten? Ach so, haben sie ja weggeworfen… Trotzdem!

Und BILD? Früher gab es da Polizeireporter, die viele Fälle oft noch vor der Polizei aufklärten. Heute scheinen die Herr/Innen nur noch als Laptop-Helden die Zeit abzusitzen. Auf die Straßen trauen sich wahrscheinlich längst nicht mehr. Gut, das ist verständlich…Trotzdem!

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