Schafe gestohlen – und der Staat ist besorgt wegen Volksverhetzung

Foto: Pazargic Liviu/ Shutterstock

Wie der Staat versucht, einen bestohlenen Bauern als Rassisten abzustempeln

Von Wolfgang Luley

Gibt es politisch korrekte Wutanfälle? Gewiss: eine bizarre Frage, aber leider auch notwendig. Warum? Man höre und staune: In Coswig, einer Kreisstadt im sächsischen Landkreis Meißen, werden einem Bauern sechs Schafe gestohlen. Die hiesige Lokalpresse berichtet darüber und nennt auch die Täter, es sind Asylbewerber, neudeutsch für: Migranten. Der geschädigte Bauer teilt daraufhin den Lokalbericht auf seiner Facebookseite und kommentiert ihn mit: „Drecksvolk“. Dass wiederum entdeckt ein Internetermittler der Polizei und stellt gegen den Bauern eine Anzeige wegen Volksverhetzung.

Der Bauer bekommt daraufhin einen Strafbefehl von 1.350 Euro, gegen den er Widerspruch einlegt. Deshalb kommt es, beim Amtsgericht in Meißen, zu einem Prozess.

Wer sich nun fragt, warum der Bauer von einem Internetermittler beschnüffelt wird und wie dieser Ermittler auf die Idee kommt, gegen den Bauern Anzeige zu erstatten, den beglückwünsche ich zu gesundem Verstand. Nun leben wir aber in einer Zeit, in der das Bizarre zur Normalität erhoben wird. Wie – Sie glauben es ginge nicht viel bizarrer? Erlauben Sie mir einen Moment, ich kann meinen Lachanfall nicht länger zurückhalten.

So, ich bin wieder da. Natürlich habe ich nicht speziell über Sie gelacht, mich hat nur der Umstand amüsiert, dass es Menschen gibt, die nicht so abgebrüht sind, dass sie nichts mehr schocken kann. Ein gutes Zeichen!

Was meinen Sie – wurde der Bauer wegen Volksverhetzung verurteilt? Ich kann Sie beruhigen: Nein, er kam frei. Bizarr ist der Fall aber dennoch. Die beiden Täter, zwei Nordafrikaner, wurden ebenfalls nicht verurteilt. Ja geht das denn? Ja, das geht. Dem einen Täter konnte man nichts beweisen und sein Kumpel muss wegen kriminellerer Vergehen (Körperverletzung) vor Gericht. Weshalb man das Verfahren gegen ihn eingestellt hat.

Überlegt man sich diesen Fall des Bauern, kommt man nicht umhin festzustellen, dass ein Diebstahl weniger schlimm sein soll, als eine mögliche Beleidigung der Täter wegen Volksverhetzung.

Wer ein gesundes Empfinden hat, kann nur zu einem Schluss kommen:

Kriminelle treiben bei uns ihr Unwesen und Behörden sorgen sich, ob Wutanfälle volksverhetzend sind. Auf diese Weise werden Opfer zu Tätern.

Die Sorge um politisch korrektes Verhalten nimmt totalitäre Züge an, wie das in Diktaturen üblich ist. Wir aber sind eine Demokratie – jedenfalls: noch.

http://www.bild.de/regional/dresden/landwirt/wegen-volksverhetzung-vor-gericht-51669040.bild.html

http://m.sz-online.de/nachrichten/freispruch-im-volksverhetzer-prozess-3677811.html

Foto: Pazargic Liviu/ Shutterstock

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