Die „Zeit“ und ihr Lieblingsislamterrorist

Für die Zeit war Hesham Shashaa alias Abu Adam „…eine schillernde Figur“, die New York Times pries ihn in einem großen Portrait als Kämpfer gegen den radikalen Islam. Nun wurde der Vorzeigeimam im spanischen Alicante unter Terrorverdacht verhaftet.

Von Marilla Slominski

Die Vorwürfe wiegen schwer: Abu Adam soll mit dem IS zusammengearbeitet, Kämpfer rekrutiert und ihn finanziell unterstützt haben. Weiterhin habe er „Geld aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten und damit in Europa ein Firmengeflecht aufgebaut. Damit sollen diverse Immobilien gekauft worden sein, unter anderem eine Moschee in Alicante für 20.000 Euro. Auch in Deutschland sei Geld an eine Vereinigung geflossen, heißt es. Zu diversen Islamisten – auch aus Deutschland – habe er Kontakt gehalten“ berichtet der Bayrische Rundfunk.

In Alicante habe er mitgeholfen, Islamisten aus Syrien und dem Irak Unterschlupf zu bieten, radikales Gedankengut bis nach Deutschland zu verbreiten und Anschläge in Europa zu planen.

Der deutsche Anwalt Abu Adams könne sich das „alles nicht vorstellen“. Der Imam sei ein entschiedener Gegner der Terrormiliz IS, so der BR.

Das dürfte dem Autor des zweiseitigen Zeit-Artikels Yassin Musharbash ähnlich gehen. Für ihn war der Islamgelehrte ein Vorzeigeimam, der radikalisierte junge Muslime davon überzeugte, dass sie den Koran falsch verstanden haben und er Frieden und nochmals Frieden lehrt.

Er sieht in ihm einen „mehrfach diplomierten Theologen… Aufgewachsen in Ägypten, hat der staatenlose Palästinenser Koranwissenschaften und islamisches Recht studiert, in Ägypten, Libyen, Saudi-Arabien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.“

Dass die Verfassungschutzbehörde ihn bereits 2012 als „Salafisten“ einstuft, relativiert der Zeit-Journalist sofort, indem er schnell eine Frau aus dem Hut zaubert, die auf den „De-Radikalisierungs-Imam“ nichts kommen lässt: „Ich kenne Abu Adam lange und halte die Vorwürfe für Fehlinterpretationen“, sagt Claudia Dantschke, eine der besten Kennerinnen der muslimischen Szene in Deutschland und Leiterin der Beratungsstelle Hayat, die Familien hilft, deren Kinder sich radikalisiert haben. Hayat unterstützt Abu Adams Arbeit, auch finanziell, durch Honorare“, so die Zeit.

Auch die in Deutschland so hoch angesehene New York Times ging dem beliebten deutschen Vorzeigeimam auf „Friedensmission“ auf den Leim.

Äußerlich ähnele er mit seinem Bart und seinem bodenlangen Gewand zwar Osama Bin Laden doch „seine Philosophie sei eine komplett gegensätzliche“, wusste die NYT zu berichten.

Für sie war er der Vertreter des friedlichen Islam, der sich mit den radikalen Muslimen von Pakistan bis München anlegte und Bodyguards brauchte, weil er Drohungen aus den eigenen Reihen erhielt, gut vernetzt mit deutschen Sicherheitsbehörden, die voll des Lobes über sein Engagement waren.

Sogar Humor bescheinigten sie ihm: „Er geht mit einem Lächeln durch die Straßen und grüßt die Passanten mit `Grüß Gott` mit bayrischem Akzent,“ jubelt seinerzeit die NYT und endet in ihrem Artikel mit der vielsagenden Aussage des inzwischen nun doch nicht mehr ganz so friedlichen Imam: „Ich bin nicht Osama bin Laden. Ich bin Hesham Shashaa.”

Ins Visier der BILD geriet die optische Mischung aus Osama und Jesus dagegen, als eine seiner drei Frauen ihm vorwarf, sie verprügelt zu haben. Sie erlitt diverse Knochenbrüche, der Imam wurde verhaftet. Die Frau widerrief später ihre Aussage und bekam die ganze Härte des deutschen Gesetztes zu spüren –gegen sie wurde Haftbefehl erlassen wegen Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung.

Wieder durften zwei Autoren von Zeit und New York Times mit ihrem Kopf hart auf dem Boden der Realität aufschlagen, fällt ihre These vom friedensstiftenden Imam mit der Verlässlichkeit eines Soufflés in sich zusammen. Ob sie sich nun schämen und deswegen so laut schweigen, wissen wir nicht!

Für den Leser gilt: Vorsicht beim Genuss von Zeit und Co. Es könnte sich um Fake-News handeln!

Foto: Sreenshot/youtube

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