Italien: Aufnahmekapazität erschöpft

Foto: Stefano Garau/ Shutterstock
Damit ist jetzt Schluss! (Foto: Stefano Garau/ Shutterstock)

Vom ersten Januar bis gestern sind 43.235 Migranten nach Italien eingewandert. Das ist ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das italienische Innenministerium rechnet bis zum Ende des Jahres mit einer Gesamtzahl von 200.000. Die Regierung setzt daher auf einen neuen Verteilungssschlüssel, der die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der verschiedenen italienischen Regionen berücksichtigt.

Die Einwanderung geht mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Heute legte das italienische Marineschiff „Sirio“ im Hafen von Catania an. An Bord sind 541 Migranten, die wenige Stunden zuvor im zentralen Mittelmeer gerettet worden sind. Im Hafen von Vibo Valentia liegt die „Vos Hestia“ mit 548 Migranten an Bord, die vor der libyschen Küste aus dem Wasser gezogen worden sind. Wegen der großen Zahl von Neuankömmlingen in den letzten Tagen mußte das Innenministerium seine Prognosen für 2017 nach oben korrigieren.

Hier die Liste der Länder, aus denen die Geretteten kommen, absteigend geordnet nach Zahlen:

  1. Nigeria (5.261)
  2. Bangladesch (4.465)
  3. Guinea (4.206)
  4. Elfenbeinküste (3.942)
  5. Gambia (2.852)
  6. Senegal (2.590)
  7. Marokko (2.429)
  8. Mali (1.880)
  9. Pakistan (1.114)
  10. Eritrea (1.044)

Italienische Behelfsunterkünfte und Aufnahmeeinrichtungen sind auf eine Gesamtkapazität von 180.000 Personen ausgelegt. Mit 179.000 Migranten aktuell ist die Kapazitätsgrenze bereits fast erreicht. Wo die für 2017 hochgerechneten 200.000 neuen Migranten unterkommen sollen, weiß kein Mensch. Dennoch werden sie von der Regierung nach wie vor herzlich Willkommen geheißen.

http://www.ilgiornale.it/news/politica/migranti-nuovo-piano-viminale-regioni-dovranno-ospitare-pi-1394581.html

… und weil das kein Mensch weiß, ist ein lascher Umgang der italienischen Behörden mit der Drittstaaten-Regelung auch kein Wunder. Jeder Migrant, der sich auf den Weg nach Norden macht, ist ein italienisches Problem weniger. Über die deutschen Grenzen kamen dieses Jahr aus Italien bereits mehr Migranten, als es über die italienischen Grenzen Einreisen in die EU gegeben hat.

 

 

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