Ent-Täuschung

Am Sonntag war Wahltag! Die zweite, finale Runde in der französischen Präsidentenkür und gleichzeitig Landtagswahl im nördlichsten Bundesland.

In beiden Wahlen ist das Ergebnis nicht wirklich überraschend. In Frankreich hat das arrogante Politestablishment wieder einmal gewonnen und darf nun den Präsidenten-­Azubi Emmanuel Macron als neuen Bewohner des Elysee-Palastes bewundern. Es war kein knappes Ergebnis, was ihn dorthin getragen hat, sondern eine für uns nahezu unvorstellbare Zweidrittelmehrheit. Marine Le Pen hat als Außenseiterin von vorneherein keine wirkliche Chance gehabt – dafür haben diejenigen, die in Frankreich wie auch in Deutschland im Hintergrund an den Fäden ziehen schon, gesorgt.

Von Ulrich Abramowski

Das Wahlergebnis in Schleswig-Holstein ist ebenfalls nicht wirklich überraschend. Das Absacken der SPD war vorhersehbar, nachdem jahrelange Misswirtschaft das Land arg gebeutelt hat. Unverständlich das immer noch viel zu gute Abschneiden der Grünen, die in erster Linie für die Verwandlung einer der bezauberndsten Landschaften Deutschlands in eine von Windkraftanlagen verschandelte, künftige Industriebrache verantwortlich zeichnen. Unerwartet der immense Zuwachs der FDP, der nur dadurch erklärlich ist, dass viele Wähler den Schritt zur AfD noch nicht gewagt haben. Das Ergebnis der AfD ist nicht berauschend, aber für ein Land, dass einerseits eine immer noch viel zu starke linkslastige Wählerschaft hat, und andererseits eine ebenso starke ländlich träge, ein doch beachtlicher Erfolg der Partei, auch bei der 12. Landtagswahl nach der Parteigründung in einen Landtag einziehen zu können.

Trotzdem sind die Ergebnisse sowohl der Wahl in Frankreich, als auch der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ent-täuschend. Gern hätten wir Marine Le Pen den Schlüssel zum Elysee-Palast in die Hand gelegt gesehen, und gerne hätten wir auch im Norden feststellen können, dass der Wähler die Politik der Zerstörung unserer Gesellschaft kräftig abwatscht.

Wir haben uns getäuscht und sind jetzt ent-täuscht. Das hat etwas Gutes! Wir sollten unsere Erwartungen nicht zu hochschrauben und von Ergebnissen träumen, die nicht eintreten werden, nur weil wir uns es so wünschen.

Bleiben wir lieber auf dem Boden der Tatsachen und stellen fest, dass auch in der kommenden Bundestagswahl das „blaue Wunder“ ausbleiben wird. Die AfD wird sicherlich den Sprung in den Bundestag schaffen, aber einen Politikwechsel, so dringend er auch erforderlich ist, wird sie nicht bewirken. Es wird also ein munteres „Weiter so!“ werden, ob mit einer Angela Merkel oder einem Martin Schulz an der Spitze des Horrorkabinetts – das spielt eh keine Rolle!

Ich habe in der letzten Zeit immer mehr den Eindruck gewonnen, dass gesellschaftspolitische Veränderungen in unserem pseudodemokratischen System nicht in der Geschwindigkeit möglich sind, in der sie in der jetzigen Lage notwendig geworden sind, um den Zerfall unser abendländischen Kultur noch aufzuhalten. Gefangen in unserer eigenen Ethik, sind wir den anstürmenden Horden der islamischen Barbaren hilflos ausgeliefert. Damit ist der gesellschaftliche GAU unaufhaltsam geworden, es sei denn wir folgen dem, was die Linken schon immer predigen: „Mach kaputt, was Dich kaputt macht!“

Doch für eine Revolution sind wir Europäer noch viel zu satt – und viel zu träge!

Foto: Pixabay/ CC0 Public Domain

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