Bizarr: Linke verteidigen „Urheberrechte“ der Nazis

Von Max Erdinger

Was der Obernazi gerne gegessen hat, darf heute im Fernsehen nicht nachgekocht werden. Das glauben Sie nicht? Im Jahre 2008 ist es gewesen, als der belgische Fernsehkoch Jeroen Meus, damals 30, in seiner Sendung „Plat Préféré“ Forelle in Buttersoße zubereiten wollte. Das wäre auch anstandslos gegangen, wenn dem Obersturmküchenmeister nicht der Fauxpas unterlaufen wäre, seine Kochpläne mit den Worten anzukündigen, daß er Hitlers Lieblingsspeise nachkochen wolle. Ein Sturm der Entrüstung setzte ein, Meus wurde schwer gerüffelt und kochte dann etwas anderes. Forelle mit Buttersoße, so lernten wir damals, darf man nur nachessen, wenn man keine Ahnung davon hat, daß sie einem der GröFaZ glatt vom Teller stibitzen würde, wenn er noch am Leben wäre. Sie glauben es immer noch nicht? Hier bitte, der Link zur entsprechenden Meldung der BILD-Zeitung vom 27.10.2008 –>

http://www.bild.de/news/vermischtes/belgische-tv-show-plat-prefere-kocht-sein-leibgericht-6288630.bild.html

Auch andere Medien berichteten damals über die bizarre Ungeheuerlichkeit, darunter die deutsche WELT, der schweizerische „Blick am Abend“ und das Magazin „Vice“.

Nun gab es heute eine Meldung bei rp-online, die ihres bizarren Gehalts wegen mit der alten Fischmeldung aus der BILD durchaus gleichzusetzen ist. Was nämlich dem Einen des Braunauers Leibgericht, das ist dem Anderen dessen Muttersprache. Ich setze schon mal den Link –> http://www.rp-online.de/nrw/panorama/koelner-hauptmann-und-afd-politiker-soll-ns-parole-getwittert-haben-aid-1.6807113

Was war passiert? Einem von den ganz Verkehrten, einem AfD-Politiker nämlich, seines Zeichens Hauptmann bei der Bundeswehr und dort auch noch beim Militärischen Abschirmdienst (MAD), unterlief ein ganz fürchterlicher Sprachgebrauchsfehler. Er hat eine „umstrittene“ Äußerung getätigt, und zwar bei Twitter. Am 29. Januar dieses Jahres soll er eine Meldung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, mit den Worten „Deutschland erwache“ kommentiert haben. Das hat zwar etlichen Rotlinken nicht gefallen, es wurde auch rotlinksintern darüber geredet, aber so richtige Denunziationsbegeisterung wollte nicht aufkommen. Bis dieser Tage.

Dieser Tage nämlich macht ein Bundeswehrskandal die Runde – und dem läßt sich dieser Kommentar gar prächtig zuordnen. Ursprünglich wäre es eigentlich ein Asyl- oder Flüchtlingsskandal gewesen, weil dem Oberleutnant Franco A. etwas gelungen ist, das ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der merkeldeutschen Bürokratie wirft: Er hatte sich problemlos als syrischer Flüchtling registrieren lassen und über seinen Sold hinaus entsprechende Sozialleistungen ergaunert.

Glücklicherweise konnte man davon ablenken, weil sich herausstellte, daß Franco A. ein mutmaßlicher Braunlinksextremist ist, der obendrein einen Anschlag geplant haben soll. Der SPIEGEL berichtete heute, daß ein bundeswehrinternes Netzwerk von Braunlinksextremisten aufgeflogen sein soll, bestehend aus Franco A. und einem Komplizen, der ebenfalls heute verhaftet worden sei. Das Netzwerk soll geplant haben, deutsche Spitzenpolitiker zu ermorden. Als ob wir welche hätten. Wir lernen jedenfalls: 1 + 1 = Netzwerk. Wenn jetzt der Hauptmann von der AfD dazukommt, sind es schon drei – und damit ein Riesennetzwerk. Weil nun die Rotlinken umso wuschiger werden, je größer die braunlinke Gefahr ist, haben sie sich an des AfD-Politikers Tweet vom 29. Januar wieder erinnert – und Strafanzeige gegen den Bundeswehrhauptmann gestellt. Es handelt sich bei dem „umstrittenen“ Beschuldigten um Hendrik Rottmann, der für die AfD im Kölner Stadtrat sitzt. Überflüssig, zu erwähnen, daß er einen Schnauzbart hat. Rottmann ist also am 29. Januar angesichts eines Tweets der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz der Ansicht gewesen, daß Deutschland nicht länger mehr schlafen solle und hat die falsche Formulierung gewählt. Warum falsch? – Weil er nach Ansicht der rotlinken Politiker Jörg Dethjen und Matthias Birkwald das Copyright der Nationalsozialisten auf bestimmte Formulierungen verletzt hat. Nur Braunlinke dürfen „Deutschland erwache“ sagen, weil sie es nämlich erfunden haben. Und die Rotlinken passen auf, daß ihren braunlinken Brüdern im Ungeiste niemand die Formulierungen klaut. Die Solidarität ist nämlich gesamtlinks. Rottmann hätte sagen müssen „Deutschland wach´auf!“ oder „Weckruf für Deutschland!“. „Weckruf“ geht nämlich. In der ZEIT hat gestern ein gewisser Dobbert behauptet, Macron sei ein „Weckruf für Europa“. Bisher ist er noch nicht angezeigt worden. Fraglich ist auch, ob dieser Dobbert angezeigt worden wäre, wenn er ein Stalin-Zitat verwendet hätte: Wahlen werden bei der Auszählung gewonnen.

Warum erzähle ich das alles? Weil wir alle verdammt aufpassen müssen, welche Formulierungen wir wählen. Es tut mir leid: Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie sich nie wieder Forelle in Buttersoße bestellen können. Sie können sich nämlich nicht mehr herausreden. Auf gar keinen Fall können sie eine bestellen, die außer der Buttersoße auch noch mit Mandeln garniert ist. Auf die Mandeln legte der GröFaZ nämlich den allergrößten Wert. Sollten Sie aber ein gewissenloser Zeitgenosse sein und trotzdem Forelle in Buttersoße bestellen, vermeiden Sie unbedingt Folgendes: Starren Sie die mausetote Forelle auf Ihrem Teller keinesfalls an, erheben Sie keinesfalls Ihre Arme und verzichten Sie darauf, in dieser Körperhaltung dem zugemandelten Fisch ein magisches „Forelle erwache!“ zuzuraunen. Rotlinke sind in sämtlichen Speiselokalen zu finden! Und die Strafanzeige kommt so sicher wie der Nachtisch. Sie wollen jetzt nicht wirklich wissen, was des Obernazis Liebligsdessert gewesen ist, oder?

Natürlich geht es bei dem Hype um Rottmann wieder mal um nichts anderes, als die AfD in die braunlinke Ecke zu stellen. Das ist die Lieblingsbeschäftigung von Rotlinken. Was sie hingegen gar nicht schätzen, das ist, wenn man ihnen erzählt, daß der Obernazi in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, noch bevor er kurzzeitig zum GröFaZ mutierte, unwidersprochen als GröSaZ bezeichnet werden durfte, als größter Sozialist aller Zeiten. So geschehen im Buch eines deutschen Kommunisten, der es bis in die Umgebung des Sowjetdiktators Stalin geschafft hatte und dann vor einer der stalinistischen Säuberungswellen ins Reich zurück geflohen war. Sein Buch erschien damals im Nibelungenverlag, welcher der Reichsschrifttumkammer angegliedert gewesen ist. Und über die politische Heimat, die etliche prominente Nazis hatten, bevor sie Nazis geworden sind, wollen die Rotlinken überhaupt nichts hören. Nur so zur Info: Der Italofaschist Mussolini hat tatsächlich einmal gesagt, der Sozialismus sei ihm „in die Knochen eingraviert.“

Man sieht: Die Herren Dethjen und Birkwald sind traditionsbewußte Leute. Bespitzeln, denunzieren und sich den Staat zum Erfüllungsgehilfen zu machen, das sind traditionell linke Praktiken, ganz egal, ob braun- oder rotlinks. Ausgeschlafen, Deutschland?

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