Hexenjagd auf die Wehrmacht (oder: cui bono?)

Im Gefolge des Skandals um den Bundeswehroffizier Franco A. (der, soweit ich dies als Laie beurteilen kann, primär ein Skandal um das herrschende politische System und seine völlig aus dem Ruder gelaufene Zuwanderungspolitik zu sein scheint) lese ich mit wachsender Verwunderung Medienkommentare wie:

Mehr Naziandenken, weitere Vorfälle

 Nach dem Skandal um den Offizier Franco A. kommen immer mehr Vorfälle in der Bundeswehr ans Licht: So wurde nach Medieninformationen in einer Kaserne in Donaueschingen ein mit Wehrmachtsdevotionalien dekorierter Besprechungsraum entdeckt.

 (tagesschau.de; 06.05.2017)

Bundeswehr durchsucht Kasernen nach weiteren Wehrmachtsandenken

 Stahlhelme, Gewehre und andere Andenken aus der Nazizeit – was verbirgt sich im Jahr 2017 noch alles in Bundeswehrkasernen? Die militärische Führung hat nun eine interne Razzia in sämtlichen Stuben und Gemeinschaftsräumen angeordnet.

 (Badische Zeitung; 08.05.2017)

Mein (vor einigen Jahren verstorbener) Vater wurde 1938, gerade noch rechtzeitig um für das große Schlachten getrimmt zu werden, zur Wehrmacht eingezogen. Er war von Anfang an im Kriegsgeschehen dabei – zunächst in Frankreich, dann, ab Juni 1941, an der Ostfront. Er erduldete dort, zusammen mit Millionen anderer Wehrmachtsangehöriger, glühende Hitze, eisige Kälte, endlose Märsche durch (je nach Jahreszeit) Staub, Schlamm oder tiefen Schnee, die Trennung von Heimat, Familie und dem vertrauten Umfeld sowie – last-but-not-least – permanente Gefahr für Leib und Leben. Einmal entging er dem Tod rein zufällig nur dadurch, dass er bei einem Angriff sowjetischer Jagdflieger nicht – wie er dies bei anderen analogen Anlässen getan hatte – unter einem Lastwagen mit Munition sondern anderswo Deckung nahm, worauf der Munitionstransporter getroffen wurde und in die Luft flog. Mein Vater befand sich im April 1945 im Kessel von Pillau (Ostpreußen) und anschließend auf dem letzten auslaufenden Evakuierungsschiff (einem maroden Seelenverkäufer). Ohne diesen Glücksfall wäre er den russischen Truppen in die Hände gefallen und ich hätte ihn, aller Wahrscheinlichkeit nach, nie wieder gesehen.

Vor diesem Hintergrund kommen mir einige Fragen in den Sinn:

*  Besitzt ein in einem Gemeinschaftsraum einer heutigen Bundeswehrunterkunft ausgestellter Weltkrieg II-Stahlhelm, ein dito Sturmgewehr, ein dito Gasmaskenbehälter den Sinngehalt eines Nazisymbols?

*  Waren die Millionen armer Schweine, die sechs Jahre lang gezwungenermaßen Dreck, Entbehrung, Strapazen und ständige Lebensgefahr erduldeten, symptomatisch für Naziherrschaft-, -aggression und -terror?

*  Und, wenn ja, war mein Vater per analogiam ein Verbrecher?

  • Oder, ist die ganze, plötzlich aus dem Hut gezauberte Schmutzkampagne gegen die einstige Wehrmacht nicht einfach einer der, ach so beliebten, Rauchschleier, deren Zweck es ist, die öffentliche Aufmerksamkeit von Missstände auf völlig anderen Gebieten (wie z. B. das oben erwähnte völlige Versagen des Systems in Sachen Zuwanderung /Asyl) abzulenken?

Quo usque tandem

Foto: Vom Autor überliefert

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