Ex-Generalinspekteur Kujat: Von der Leyen schadet der Bundeswehr

Foto: Ursula von der Leyen (über dts Nachrichtenagentur)

In dieser Regierung wird niemand freiwillig zurücktreten, auch wenn er nachweislich zum Untergang dieses Landes beigetragen hätte.

Dennoch ist es gut, dass es hier und da qualifizierte Leute gibt, die die Tatsachen auf den Tisch knallen:

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgeworfen, der Bundeswehr zu schaden. „Die pauschale Kritik der Ministerin an Haltung, Führung und Korpsgeist war inakzeptabel und schädlich für die Bundeswehr. Und ihre Entschuldigung ist wachsweich ausgefallen“, sagte Kujat der „Welt am Sonntag“ ( 7. Mai 2017).

„Als Kollateralschäden bleiben ein Ansehensverlust der Streitkräfte und ein Vertrauensverlust der Soldaten in die politische Führung.“ Kujat sieht die Streitkräfte „nach wie vor in einer beklagenswerte Lage, sowohl personell als auch materiell“. Die Soldaten leisteten ihren Dienst unter den denkbar schwierigsten Bedingungen.

„Und das wird dann belohnt mit einer diskreditierenden Äußerung der Ministerin“, so Kujat. Er warf der Ministerin vor, auch nach dreieinhalb Jahren im Amt nicht in der Bundeswehr angekommen zu sein. „Sie steht außerhalb, sie steht neben den Streitkräften. Und sie scheint auch nicht die Absicht zu haben, daran etwas zu ändern.“ Von der Leyen hatte der Bundeswehr zunächst pauschal ein Haltungsproblem, Führungsschwäche und falsch verstandenen Korpsgeist vorgeworfen, sich später dafür teilweise entschuldigt. Kujat sagte dagegen: „Nicht die Innere Führung hat versagt, sondern es haben einzelne Menschen versagt. Selbstverständlich muss man Einzelfälle konsequent aufarbeiten. Aber das heißt doch überhaupt nicht, dass die Führungskultur in der Bundeswehr zu Bruch gegangen ist.“ Von der Leyen solle sich nicht öffentlichkeitswirksam als besonders engagierte Aufklärerin gerieren, verlangte Kujat, „sondern den Soldaten mit dem eigenen Verhalten ein Vorbild sein“.

Bei von der Leyen habe man den Eindruck, „dass sie die Bundeswehr vor allem für ihr weiteres Fortkommen nutzt“. Auch der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP) warf von der Leyen in der Zeitung vor, sie habe das Ansehen der Bundeswehr beschädigt. „Die Verteidigungsministerin hat die Bundeswehr zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. Sie hat diesen Fehler erkannt und sich dafür entschuldigt. Das war auch nötig, denn es gibt zu viele offene Baustellen in der Bundeswehr, als dass diese Äußerung im Raum hätte stehen bleiben dürfen.“ (dts)

Interessant ist, dass von der Leyen von denjenigen, denen die Bundeswehr sowieso ein Dorn im Auge ist, Unterstützung erhält:

„Rückendeckung erhielt die Verteidigungsministerin dagegen aus Reihen der Linken. „Die Haltung von der Leyens gegenüber der Bundeswehr und den Zuständen dort verdient Respekt. Sie ist die einzige Nachkriegsministerin, die die Probleme in den Streitkräften offen benennt – und sich ihnen stellt. Deshalb verdient sie unsere Unterstützung an dieser Stelle“, sagte Klaus Ernst, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag der Zeitung. Die Bundeswehr habe tatsächlich ein Problem mit Haltung und Führung. Die SPD forderte Ernst auf, an der Lösung der Probleme mitzuarbeiten: „Die Kritik der SPD ist nicht berechtigt. Das Problem ist nicht die Ministerin, das Problem sind die Zustände in der Bundeswehr.“ (dts)

Ernst will damit nur sagen, dass in Deutschland, die Politiker, die ein Ministerium führen, für die „Zustände“ in diesem Ministerium nicht verantwortlich sind, sondern nur Geld kassieren dürfen.

Vielleicht schämt sich Ursula von der Leyen ja, dass die Stalinisten in Deutschland sie bejubeln. Aber wohl eher nicht.

Foto: Ursula von der Leyen (über dts Nachrichtenagentur)

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