Facebook muss sich von Correctiv distanzieren

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Diese Woche hat das Recherchenetzwerk Correctiv einen Shitstorm erlebt, als es die AfD-Frontfrau NRW Iris Dworeck-Danielowski als Hobbyhure darstellte. Doch woher stammt diese Truppe, die für Facebook über „richtige“ Meldungen und Meinungen entscheiden soll?

Von Collin McMahon

In derselben Woche veröffentlichte Correctiv ein „Schwarzbuch AfD“, das die rechte Partei bloßstellen soll. Es ist nicht bekannt, dass Correctiv ähnliche Werke zu den anderen Parteien verfasst oder in Planung hat. Während Correctiv sich also allergrößte Mühe macht, sich als ehrlicher Makler in Sachen Fake News zu disqualifizieren, fragen sich manche, wo so ein „Recherchezentrum“ denn plötzlich herkomme. Haben die Mitarbeiter keine Jobs bei „echten“ Medien gefunden? Wovon leben sie?

Durch Recherchen der Götz Kubitschek Webseite Ein Prozent wurde im Februar bekannt, dass Correctiv u.a. von George SorosOpen Society Foundation finanziert wird – und folgt damit ein einer langen Tradition von Soros-nahen Stiftungen, die politische Lobbyarbeit vor allem in Bezug auf neue Medien praktizieren.

Im Januar 1998 enthüllte der konservative Blogger Matt Drudge auf seinem Drudge Report, dass Newsweek eine Story gekillt habe, nach der eine junge Praktikantin namens Monika Lewinsky mit dem damaligen U.S. Präsidenten Bill Clinton eine Affäre gehabt habe. Es war die erste wirklich große Enthüllungsstory, die durch ein Online-Portal forciert wurde, während die Mainstreammedien die Story totschweigen wollten.

Nachdem der Lewinsky-Skandal Bill Clinton fast sein Amt gekostet hat, tat sich Clinton-Intimus John Podesta (der auch Hillarys Wahlkampf 2016 leitete) mit Devisenmilliardär George Soros zusammen, um die Stiftung „Media Matters for America“ zu gründen. Media Matters sollte als Allzweckwaffe herhalten, um Skandale und Enthüllungen frühzeitig zu kontern und den richtigen „Spin“ zu geben. Drudge-Mitkämpfer Andrew Breitbart warf Media Matters vor, den Mainstreammedien Themen und Talking Points vorzugeben, die oft 1:1 übernommen würden.

2010 versuchte Media Matters, mit einem „Krieg gegen Fox“ dem konservativen Fox News die Werbekunden und Existenzgrundlage zu entziehen. 2017 kam ein Plan von Media Matters ans Tageslicht, um die konservative Nachrichtenwebseite Breitbart zu „stoppen“. In den USA ist Media Matters laut Breitbart.com mit Facebook in Kontakt, um gegen sogeannte „Fake News“ und unliebsame konservative Meinungen vorzugehen.

Was in den USA so gut funktioniert, wird jetzt offenbar durch Correctiv 1:1 auf den Wahlkampf in Deutschland übertragen – mit dem Unterschied, dass Media Matters sich offen als Lobbyistengruppe zu erkennen gibt, während Correctiv sich noch als „objektive“ Journalistenplattform gerieren. Nach dem Shitstorm, den Correctiv am Mittwoch auf Facebook geerntet hat, ist zumindest den Facebook-Nutzern klar, dass Correctiv sich nicht als neutrale Zensurinstanz eignet. Nun muss Facebook Deutschland auch das Offensichtliche zugeben und sich von Correctiv distanzieren.

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump.

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