Michael Klonovsky schaut in die Lückenpresse

Foto: Collage
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Was gibt’s Bewährtes aus der Lückenpresse? Man könnte zunächst einmal den Hype um die neuesten BKA-Zahlen zur Kriminalität der sogenannten „Flüchtlinge“ bewundern – haben Sie nichts bemerkt? Nachdem im vergangenen Jahr, als es auch schon ein garstig Märlein war, nahezu sämtliche Medien verkündet hatten, Zugelaufene seien nicht krimineller als diejenigen, die zufällig schon länger hier herumlungern, scheint man sich diesmal aufs Beschweigen der (freilich nur das sog. Hellfeld abbildenden) Tatsache verständigt zu haben, dass die Kriminalitätsbelastung von „Zuwanderern“ um 53 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Vorjahr gestiegen ist. Vereinzelt las man’s, aber die großen Wortführer fanden die Nachricht nicht so wichtig, geschweige denn skandalös; sie stünden ja sonst als Lumpen da. Nächstes Jahr werden unsere Medienschaffenden erst recht schweigen. Und was die „Flüchtlinge“ angeht: Weniger als drei Prozent der in Italien übers Mittelmeer Hereinschneienden seien tatsächlich „Refugees“, melden diverse nichtdeutsche Zeitungen (etwa hier oder hier); auch das halten die verdienten Genossen von der Lückenpresse offenbar für nicht besonders verbreitenswert.

Von Michael Klonovsky

Bemerkenswert auch ein internes Papier aus dem Staatsrundfunk unter dem Motto „Ist dein Kollege ein Rassist?“ Die Gebrauchsanleitung für den kleinen öffentlich-rechtlichen Denunzianten zur Überführung bislang eher okkulter rassistischer Einstellungen im Kreise der Mitarbeiter liest sich wie folgt: Es beginne mit Fragen wie: „Hast Du auch Angst, deine Frau abends noch U-Bahn fahren zu lassen?“, dann werde das Gespräch auf „erfundene“ oder verallgemeinerte Einzelfälle gelenkt, und, pardauz!, schon sei der Kollege bei der „fremdenfeindlichen Propaganda“ angelangt und ein Fall für die Personalabteilung, wenn nicht für den Volksgerichtshof. Rassistische Äußerungen sind ein Kündigungsgrund! (hier)

Und noch eine Trouvaille, diesmal aus der Kategorie Canaillenpresse: Der (gebührenfinanzierte) Deutschlandfunk meldet, unter Trump sei die Pressefreiheit in den USA in Gefahr geraten; nach einem aktuellen Ranking von „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) sei das Land of the Free auf Rang 41 „abgerutscht, hinter Burkina Faso“ (hier). Das einzige, was an dieser Meldung stimmt, ist Rang 41. Das RoG-Ranking (hier) listet in der ersten Kategorie („gut“) ein Dutzend Länder, in Kategorie zwei („zufriedenstellend“) folgen dann beispielsweise Frankreich, Australien, Kanada, Großbritannien, Spanien die USA. Und Burkina Faso! Freilich sind die Amerikaner gar nicht besonders „abgerutscht“, sondern sie lagen 2015 etwa acht Plätze schlechter. Wer regierte damals? Der Messias?  Na so was. Aber das war’s immer noch nicht ganz mit der Desinformazia. Die aktuelle RoG-Auswertung erfasst nämlich den „Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016“. Trump wurde im Januar 2017 vereidigt. (Dies journalistische Haileid fand ich auf der immer wieder lesenswerten Seite „Die Spoekenkiekerei“, hier.)

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

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